Vor gespannter Zuhörerschaft: Strack-Zimmermann, Clüver Ashbrook, Brüning. Foto: Hagemann/Finger
In besonderer Zeit: Was jetzt gefragt ist
05. Februar 2026 | von Klaus PohlmnnRückblick: Der Auftakt 2026 der IHK Hannover stand unter Vorzeichen wie kaum jemals zuvor. Auch mit dem Abstand einiger Tage hat sich nichts geändert. Das war auch kaum zu erwarten. Immerhin sind die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetroffen. Konflikte treffen die Wirtschaft weltweit - und Deutschland in einer Strukturkrise. Drei Aspekte des Auftakts in Hannover: Ohne Naivität. Gemeinsam. Mit Werten.

it klarem Blick und nicht blauäugig die Weltlage einschätzen: Das ist jetzt gefragt. Der Grönland-Konflikt und Davos, nur wenige Tage nach dem IHK-Auftakt, sollten den letzten Rest Naivität beseitigt haben, sofern sich überhaupt noch jemand Illusionen gemacht hat: Da kommt nichts weniger ins Rutschen als die bisherige, auf Regeln gegründete Weltordnung. Regeln, die inzwischen nicht nur dauernd in Frage gestellt, sondern gebrochen werden. Der Freihandel war nur das erste Opfer. Die USA-Expertin Cathryn Clüver Ashbrook sieht in dem, was von der US-Regierung gerade ausgeht, „Zerstörungsabsicht“. IHK-Präsident Gerhard Oppermann beschrieb die hybride Situation, in der sich Deutschland nicht nur angesichts von Drohnenüberflügen, Cyberangriffen und einer realen militärischen Bedrohung befindet, so deutlich: „Unser Frieden ist Vergangenheit.“ Und die Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, befand: "Schluss mit der Naivität. Wir müssen wehrfähig werden. Sonst ist die EU 80 Jahre nach ihrer Entstehung Geschichte.“ Ob wir noch immer zu nativ auf die US-Administration blicken, war da nicht mehr als eine rhetorische Frage von Auftakt-Moderator Martin Brüning.

nd nun? Gerhard Oppermann: „Unser Land, unsere Gesellschaft und unsere Unternehmen sind stark. Gemeinsam sind wir noch viel stärker.“ Was nicht heißt, dass man einer Meinung sein muss: Es ist nicht die Zeit versöhnlicher Töne, so Oppermann. Wohl aber die Zeit respektvoller Auseinandersetzung, sagte Olaf Lies. Und Cathryn Clüver Ashbrook mahnte: „Setzen Sie sich an einen Tisch.“ Gemeinsam an der Resilienz arbeiten: „Dann schaffen wir das auch.“

atsächlich ohne Naivität, gemeinsam – und was sich zudem durch den Auftakt zog: Auf der Grundlage von Werten. „Grundrechte, freie Wahlen, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit – für mich ist und bleibt die Demokratie das Fundament für unsere Zukunft in Wirtschaft und Gesellschaft.“ Und muss energisch verteidigt werden: Wann zuvor sah sich ein IHK-Präsident in der Pflicht, das zu Beginn eines Jahres so zu betonen, so deutlich auf die demokratische Grundordnung und die Soziale Marktwirtschaft als Säulen des Zusammenlebens hinzuweisen?
Weiß und schwarz bei Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Entweder man hält sich an das Völkerrecht, oder man lässt es.“ Mit der Botschaft: Wir tun es. Und wollen anderen gegenüber Partner sein, nicht Ausbeuter, machte Strack-Zimmermann mit Blick auf das so wichtige und doch verschobene Mercosur-Abkommen deutlich. Und sie wies auf etwas hin, das wir besitzen, und das ein unschätzbarer Wert ist: „Wir gehen abends schlafen. Und werden nicht bombardiert.“ Sagte sie mit Blick etwa auf die Ukraine. Ebenso wie Cathryn Clüver Ashbrook warb sie leidenschaftlich darum, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Und war damit dicht bei den Eingangsworten von IHK-Präsident Gerhard Oppermann.
Erkannt? Groß geschrieben: Drei Buchstaben, die sagen, was jetzt besonders gefragt ist. Fotos: Pixabay/TheDigitalArtist
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