Pressekonferenz des Sparkassenverband Niedersachsen mit Teilnehmern am Tisch Sparkassenpräsident Cord Bockhop (Mitte), Verbandvize Guido Mönnecke (l.) und Pressesprecher Michael Schier (r.). Foto: Pohlmann

Sparkassenverband: Stabilität im Blick

12. März 2026 | von Klaus Pohlmann

Sparkassen auch künftig als Ort der Stabilität und des Vertrauens: Umso wichtiger in unruhigen Tagen wie diesen. Das zog sich durch das Statement von Cord Bockhop: Der Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen erläuterte zusammen mit seinem Vize Guido Mönnecke, wie die 36 niedersächsischen Institute durch das Jahr 2025 gekommen sind.

So forderte Bockhop von der Bundesregierung Impulse für das Wohneigentum, als Teil gesellschaftlicher Stabilität. Und, ließe sich ergänzen, als wichtiger Geschäftsbereich der Sparkassen. Wohnungsbau habe eine hohe sozialpolitische Bedeutung, so der Verbandspräsident, wobei er gleichzeitig die Altersversorgung in den Blick nahm. Er unterstrich, „dass neben der kapitalgedeckten Altersvorsorge auch die selbst genutzte Immobilie als gleichwertige Form der privaten Altersvorsorge anerkannt werden sollte.“ Um junge Menschen an diesen Vorsorgeweg heranzuführen, plädiert Bockhop für eine Einbindung von Bausparverträgen in die Frühstartrente. 

Bockhop signalisierte darüber hinaus die Bereitschaft der Sparkassen, für alle jungen Menschen im Zuge der Frühstartrente ein Depot eröffnen zu wollen, um die Möglichkeit zur Altersvorsorge und zum gezielten Vermögensaufbau von klein auf zu fördern. Guido Mönnecke wies darauf hin, dass die Sparkassen die Begleitung ihrer Kundinnen und Kunden auf dem Weg zum Wohneigentum von der Suche über die Finanzierung und darüber hinaus überarbeitet und digitalisiert hätten. Er warnte gleichzeitig vor Bestrebungen, die Finanzierung von Wohneigentum für private Kundinnen und Kunden zu begrenzen. Die von der Bankenaufsicht angenommenen systemischen Risiken, konkret eine Blase bei privat genutzten Immobilien, könne man nicht erkennen. Mit Blick auf die Altersvorsorge über Wertpapiere kündigte Mönnecke mit Blick auf die Sparkassenorganisation an, für Kundinnen und Kunden einen digitalen Zugang zu schaffen, der das Sparen in diesem Bereich „so einfach macht wie nie zuvor.“ 

Verbandspräsident Bockhop warb für das europäische, digitale Bezahlverfahren Wero. Hier habe man eine Lösung auf den Weg gebracht, „die Bürgerinnen und Bürger auch verstehen die Im Ringen um die Vormachtstellung bei digitalen Bezahlverfahren gab es eine erfreuliche Nachricht. Mit den aktuellen Nutzerzahlen von Wero (Europa: 51,6 Millionen, Deutschland: 6,7 Millionen) unterstrich Niedersachsens Sparkassen-Präsident den Erfolg von Wero: „Das ist eine Bestätigung dafür, dass wir mit Wero ein Bezahlsystem auf den Weg gebracht haben, dass die Bürgerinnen und Bürger verstehen und auch nutzen“, sagte er und wies auf die Zahlen hin mit knapp 52 Millionen Menschen in Europa und fast sieben Millionen in Deutschland, die das System verwenden.

Stabilität auch mit Blick auf die Nord/LB: Persönlich sei er der Auffassung, dass auch angesichts der guten Entwicklung der Landesbank für das vergangene Jahr noch keine Dividende gezahlt, sondern stattdessen das Eigenkapital gestärkt werden solle. Im lange schwelenden Streit um eine Herauslösung der Braunschweigischen Landessparkasse aus der Nord/LB sagte Bockhop, es sei ein komplexes Thema, eine historisch gewachsene Struktur zur verändern. Grundsätzliche Einwände habe man aus Verbandssicht nicht, man müsse aber vor allem die betroffenen Kommunen einbeziehen.

Für die niedersächsischen Sparkassen insgesamt sei das Geschäftsjahr gut gelaufen, so die Verbandschefs. Die Institute sagten 2025 neue Kredite in einer Gesamthöhe von rund 17 Mrd. Euro zu, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Bestand an Krediten erhöhte sich damit um 2,5 Prozent auf 105,6 Mrd. Euro. Die Kreditzusagen an Unternehmen und Selbstständige erreichten rund 9,5 Mrd. Euro und lagen damit um fast 13 Prozent über dem Wert von 2024. Der Bestand Krediten für Unternehmen und Selbstständige erhöhte sich damit um rund 1,7 Prozent auf 54,7 Mrd. Euro. 

Auch bei den Privatkunden stiegen die Kredite wieder an. Die Sparkassen machten Zusagen von rund 6,4 Mrd. Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 16,8 Prozent. Der Bestand an Krediten für Privatkunden erhöhte sich damit um 860 Mio. Euro oder 2 Prozent auf rund 44,6 Mrd. Euro. 

Die Kundeneinlagen (Sicht- und Spareinlagen, Termingelder und Eigenemissionen) sind insgesamt um rund 3,3 Mrd. Euro oder 3,2 Prozent auf 107,4 Mrd. Euro gestiegen. Bei den Sichteinlagen verzeichnen die niedersächsischen Sparkassen für das Jahr 2025 einen Anstieg um 5,2 Mrd. Euro bzw. 7,3 Prozent auf rund 76 Mrd. Euro. Der Bestand an Spareinlagen verringerte sich um 1,8 Mrd. Euro oder 11,3 Prozent auf 14,1 Mrd. Euro. Die Termingelder haben sich in 2025 um knapp 180 Mio. Euro auf 7,4 Mrd. Euro reduziert, die Eigenemissionen hingegen sind um rund 113 Mio. Euro auf 9,6 Mrd. Euro gestiegen. Das Wertpapiergeschäft erfreut sich immer größerer Beliebtheit (Anstieg um 55 Mio. Euro auf 2 Mrd. Euro Nettoabsatz).

Der Zinsüberschuss lag mit 2,75 Mrd. Euro annährend auf Vorjahresniveau. Den Provisionsüberschuss konnten die Sparkassen in Niedersachsen um 56 Mio. Euro steigern, sodass sie 2025 mit einem Überschuss von rund 1,14 Mrd. Euro abschließen. 

Die Sach- und Personalaufwendungen haben sich bei den Sparkassen in Niedersachsen mit 2,2 Mrd. Euro (1,59 Prozent der DBS) um 150 Mio. Euro erhöht. Die Gründe hierfür seien Personalaufbau und Tarifsteigerungen, so der Sparkassenverband.

In 2025 erzielten die niedersächsischen Sparkassen ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 1,6 Mrd. Euro, das sich im Vergleich zu 2024 um etwa 120 Mio. Euro verringert hat.