Historische Anzeige mit Borgward-Auto, Ausschnitt der Werbung Anzeigen immer schon ein Teil der IHK-Zeitschrift: Hier eines der wohl schönsten Motive.

80 Jahre NW: Die Zeitschrift und ihre Verlage

05. Juni 2026 | von Klaus Pohlmann

Fast immer setzte die IHK als Herausgeberin auf einen Verlag an ihrer Seite, um die Zeitschrift zu produzieren.

 

NW 80 Jahre Jubiläumslogo in Blau und Grün

Niemals allein. Oder höchstens für kurze Zeit. Die IHK Hannover, die hannoverschen Handelskammern und die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern arbeiteten bei der Herstellung ihrer Zeitschriften fast immer mit einem Verlag zuammen. 

Ganz am Anfang stand 1868 die Hofbuchdruckerei der Gebr. Jänecke in Hannover – und damit ein Stück Industriegeschichte. Denn in der Druckerei liegt auch der Ursprung der noch heute bestehenden Spezialfarbenfabrik Jänecke + Schneemann im Sehnder Ortsteil Höver.

 

Historische Borgward Anzeige mit grünem Auto und Weltkugel im Hintergrund
Nicht Niedersachsen, sondern Borgward in Bremen und die Messe Frankfurt. Aber die Lastwagen sind mit der IAA inzwischen seit langem in Hannover. 

Zeitsprung ins 21. Jahrhundert: Die Niedersächsische Wirtschaft blickt inzwischen auch auf eine zehnjährige Zusammenarbeit mit der Verlagsgesellschaft Madsack und damit einem der deutschlandweit größten Medienhäuser zurück. In diese Zeit fällt 2017 der Startschuss für das Webmagazin der NW, das die gedruckte Ausgabe ergänzt. Es wurde in seiner ersten Version ebenfalls mit einem Unternehmen der Madsack-Gruppe entwickelt. 

Aber nicht nur mit großen Verlagen, sondern auch zusammen mit Agenturen wurde die Niedersächsische Wirtschaft schon produziert, etwa mit der Braunschweiger Media­world GmbH.

Eine besondere Rolle nimmt in der Reihe der Verlagspartner allein schon wegen der langen Zeit die Schlütersche Mediengruppe ein. Gegründet 1749, ist sie eines der ältesten Unternehmen Hannovers und Niedersachsens. Und über 90 Jahre Zeitungsverlag: Das  Hannoversche Tageblatt war Teil einer vielfältigen Zeitungslandschaft mit allein vier Titeln in der Stadt. Das Tageblatt, so eine Chronik der Schlüterschen, habe sich in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Diktatur noch eine gewisse Selbstständigkeit bewahrt und sei die einzige Zeitung gewesen, die zumindest bis 1938 Inserate jüdischer Unternehmen brachte.

 

Historische Werbeanzeigen aus dem Neustart-Anzeigengeschäft, unter anderem mit Hainhölzer Doppelkorn, Deutsche Asphalt-Aktien-Gesellschaft und weiteren Firmen.
Neustart des Anzeigengeschäfts in der NW in den 1940er Jahren.

Auch das mag dazu beigetragen haben, dass ab Frühjahr 1940 das Tageblatt im politisch linientreuen Hannoverschen Kurier aufgehen sollte. Die Schlütersche habe aber in der schwierigen Lage noch eine gute Position aushandeln können, heißt es in der Chronik. Möglicherweise gehört zum Verhandlungserfolg auch das Wirtschaftsblatt Niedersachsen. Der Vorgängertitel der NW wechselte im August 1940 vom Kurier-Verlag zur Schlüterschen. Und blieb dort bis 2006. Kein Wunder also, dass Frank-Peter Oppenborn, langjähriger Geschäftsführer und Beiratsmitglied der Schlüterschen, einen engen Bezug seines Verlages zur NW sieht: Er habe sich gefreut, diesen Titel wieder bei der Schlüterschen zu sehen. Das war 2025.

 

Historische Anzeige von Fr. Seele & Comp. aus Braunschweig für eincylindrige Lokomobile Dampfmaschinen, veröffentlicht im 19. Jahrhundert.
Die erste Anzeige in einer hannoverschen IHK-Zeitschrift 1868. 

Eine wesentliche Verlagsaufgabe: das Anzeigengeschäft. Die hannoversche IHK-Zeitschrift war fast immer auch mit Anzeigen belegt. Die allererste von 1868: „Die Maschinenbau-Anstalt von Fr. Seele & Comp. In Braunschweig liefert seit einiger Zeit lokomobile einzylindrige Dampfmaschinen.“