80 Jahre NW: Zeilenweise Aufbauhilfe

10. Juni 2026 | von Klaus Pohlmann

Ein paar Seiten in einer längeren Geschichte: Die NW und die Schlütersche spielten gemeinsam eine Rolle, als in Leipzig eine neue IHK-Zeitschrift entstand.

 

Die Stadt, das Jahr: Leipzig 1989. Die Montagsdemos führten Richtung Mauerfall: Zeit der Verheißung. 

Die IHK Hannover machte damals die Türen auf, rund 3500 Menschen aus der DDR-Wirtschaft kamen, suchten Rat und Information zu Marktwirtschaft oder Selbstständigkeit. Weitere 2000 fragten in den ersten Wochen per Brief. Ost und West trafen sich zu Deutsch-deutsche Unternehmertagen in der IHK. Und aus Hannover pendelten IHK-Mitarbeitende nach Leipzig, um beim Übergang von der Handels- und Gewerbekammer zur neu entstehenden Industrie- und Handelskammer zu unterstützen.

Die Verbindung Hannover – Leipzig war naheliegend. Schon seit 1987 pflegten die beiden Messestädte eine Partnerschaft. Die IHK-Zusammenarbeit wurde spätestens Anfang 1990 unter Dach und Fach gebracht.

Spontan sei dabei die Idee entstanden, eine IHK-Zeitschrift wie in Hannover auch in der sächsischen Metropole aufzubauen, heißt es in der ersten Ausgabe der Leipziger Wirtschaft. Die erschien im März 1990, und ebenso noch im April als Beihefter in der NW. Auch als kurz darauf der Titel als eigenständigtes Heft veröffentlicht wurde, blieb die Schlütersche noch einige Zeit zuständig, als hannoverscher Traditionsverlag und über Jahrzehnte sowie heute wieder Verlag der Niedersächsischen Wirtschaft.

Wissen vermitteln: Über Aufgaben und Angebote einer IHK, über den Weg in eine andere Wirtschaftsordnung: „Marktwirtschaft ohne Wenn und Aber – diese Forderung der DDR-Unternehmen ist schneller in die Verwirklichungsphase getreten, als zu erwarten war und politisch zu steuern ist. Die Unternehmer beider Teilstaaten haben spontan begonnen, den deutsch-deutschen Knoten unlösbar zu verknüpfen“, heißt es ebenso vollmundig wie sperrig auf dem ersten Titel im Jahr 1 nach dem Mauerfall. In einer Zeit der Verheißung eben.