Roboter bildet mit den Händen ein Herz zum Abschluss Foto: Deutsche Messe AG

Hannover Messe: Kein leichtes Umfeld - KI im Mittelpunkt

24. April 2026 | von Klaus Pohlmann

Die Hannover Messe hatte es in diesem Jahr nicht eben leicht. Und kommt 2027 mit Veränderungen zurück.

 

Rund 110.000 Besucherinnen und Besucher zählte die Hannover Messe nach fünf Tagen, die sich für die rund 3000 ausstellenden Unternehmen und Institutionen aus aller Welt interessierten. Damit lag die Besucherzahl rund 10 Prozent unter Vorjahresniveau. Die Messe verweist jedoch insbesondere auf die Streiks im Flugverkehr und im ÖPNV, die zu einer deutlich erschwerten Anreise geführt hätten. Hinzu kommen die geopolitischen Spannungen.

Ungeachtet dessen verweist die Messe auf ein hohes internationales Interesse. Rund 40 Prozent der Gäste reisten aus dem Ausland an. Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählten China, Brasilien, die USA, Japan sowie Südkorea. Brasilien war auch das Partnerland der diesjährigen Hannover Messe. Im kommenden Jahr ist es Spanien.

Für 2027 plant die Messe Neuerungen. So findet die Veranstaltung im kommenden Jahr vom 5. bis zum 8. April statt und damit vier statt wie bisher an fünf Tagen. Man konzentriere sich damit auf die besucherstärksten Tage, heißt es dazu von der Deutschen Messe AG. Außerdem läuft im kommenden Jahr parallel zur Hannover Messe die Europe Energy Week, die gemeinsam mit dem Messeveranstalter dmg events organisiert wird. 

In diesem Jahr sei die Hannover Messe Technologieschau und Impulsgeber zugleich gewesen, sagte Messechef Dr. Jochen Köckler: „Die Unternehmen haben gezeigt, dass Deutschland und Europa über die notwendigen Werkzeuge verfügen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Zentral waren die Themen Künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung und Energieinfrastruktur – Schlüsseltechnologien für die Transformation der Industrie. 

Köckler betont auch die Rolle der Messe als Plattform für den Austausch von Politik und Wirtschaft. Neben Bundeskanzler Friedrich Merz und dem brasilianischen Präsidenten Lula da Silva waren unter anderem Roland Busch (Siemens), Christian Klein (SAP), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius vertreten. Auch international war die politische Prominenz stark präsent – von der kanadischen Industrieministerin Mélanie Joly bis hin zu Stéphane Séjourné von der EU-Kommission.

Dr. Gunther Kegel, Vorsitzender des Ausstellerbeirats und ZVEI-Präsident, sieht das neue Konzept der Hannover Messe als Erfolg. Wiederholt hatte er auf der Messe aber eine schnelle Deregulierung gefordert, damit sich die Unternehmen im internationalen Wettbewerb behaupten können – und das gerade beim zentralen Thema der Industriellen KI. 

Zum neuen Konzept gehört auch die die Center Stage als zentrale Diskussionsplattform. Mit einem hochkarätigen Programm über alle Messetage hinweg zog sie rund 30.000 Besucherinnen und Besucher an.