Ursprung HDI: Die Talanx-Zentrale in Hannover. Foto: Talanx
Talanx: Ein Konzern strotzt vor Kraft
19. März 2026Gut gelaufen ist wohl eher untertrieben: Der hannoversche Talanx-Konzern hat nicht nur den Versicherungsumsatz gesteigert, sondern deutlich höher noch das Konzernergebnis. Bilanz gestärkt, alle Geschäftsbereiche stehen gut da. Die Dividende soll um 33 Prozent steigen.
Wenn etwas für das Jahr 2025 der Talanx steht, dann vielleicht das Lächeln von Finanzchef Dr. Jan Wicke während der Bilanzpressekonferenz. Es wich ihm nicht aus dem Gesicht, und auch Vorstandschef Torsten Leue schien immer wieder zu schmunzeln. Die beiden stellten ein Rekordergebnis für die Talanx-Gruppe vor, und Wicke sprach von der stärksten Bilanz in der Geschichte des Konzerns.
Die Eckwerte: ein Versicherungsumsatz, der im vergangenen Geschäftsjahr 2025 währungskursbereinigt um fünf Prozent auf 49 Mrd. Euro stieg. Das Konzernergebnis kletterte um 25 Prozent auf knapp 2,5 Mrd. Euro. Damit hat die hannoversche Versicherungsgruppe ihr Ende 2025 auf mehr als 2,4 Mrd. Euro angehobenes Gewinnziel übertroffen. Im ursprünglichen Plan für das vergangene Jahr standen noch gut 2,1 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 8 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro, das versicherungstechnische Ergebnis um 11 Prozent auf 5,7 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalrendite lag bei 19,7 Prozent, nach 17,9 Prozent 2024. Entsprechend der Dividendenvorschlag: 3,60 Euro je Akie, nach 2,70 Euro im Jahr davor.
In der aktuellen Struktur fühlt sich die Talanx wohl: Alle Geschäftsbereiche trugen zum Gewinnwachstum bei, sind diversifiziert aufgestellt. Der gleich große Anteil von Erst- und Rückversicherung – über die Beteiligung an der Hannover Rück - am Konzernergebnis steht ebenfalls für Ausgewogenheit, so Talanx-Chef Leue, dessen Vertrag gerade erst vorzeitig verlängert worden ist. Neben dem starken operativen Geschäft kam dann auch noch Glück hinzu, mit einem günstigen Schadenverlauf im zweiten Halbjahr. Leue: „2025 war ein außergewöhnliches Jahr – wir haben im ersten Quartal den größten Naturkatastrophen-Schaden unserer Konzerngeschichte und anschließend drei Quartale mit ungewöhnlich wenigen Naturkatastrophen erlebt.“ Insgesamt die Basis, um auch die Bilanz zu stärken.
Ausblick für das laufende Jahr: Ziel ist ein Konzernergebnis von ungefähr 2,7 Mrd. Euro. Das war eigentlich erst für 2027 angepeilt.
Höchster Einzelschaden waren die Waldbrände in Los Angeles mit 612 Mio. Euro. Weitere Großschäden waren der Hurrikan Melissa in Jamaika mit 340 Mio. Euro, das Erdbeben in Myanmar mit 118 Mio. Euro sowie die schweren Hagelstürme in Australien im November mit 102 Mio. Euro. Insgesamt beliefen sich die Großschäden durch Naturkatastrophen auf fast 1,4 Mrd. Euro. Von Menschen verursachte Großschäden schlugen mit 815 Mio. Euro zu Buche. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich auf 89,1 Prozent nach 90,3 Prozent.
Die Stärke der Talanx im vergangenen Jahr ist die Stärke der Geschäftsbereiche. Hier gibt es keinen Ausreißer. Das kleineste Segment, Privat- und Firmenversicherung Deutschland, zum Beispiel verkraftete einen Umsatzrückgang von acht Prozent, der mit der ausgelaufenen Targobank-Kooperation Ende 2025 gegründet wird. Trotzdem stieg unter dem Strich der Beitrag zum Konzernergebnis um sechs Prozent auf 173 Mio. Euro.
Im angestammten Geschäft mit Industrieversicherungen, gebündelt in der HDI Global SE, entwickelten sich die Zahlen bei einem etwas höheren Versicherungsumsatz von 10,3 Mrd. Euro (+2 %) im Wesentlichen stabil. Das operative Ergebnis legte dabei um 4 Prozent auf 732 Mio. Euro zu, der Beitrag zum Konzernergebnis wuchs noch stärker um 10 Prozent auf 551 Mio. Euro.
Im Blick beim Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International: das um 19 Prozent auf knapp 1 Mrd. Euro gestiegene operative Ergebnis. Und noch stärker wuchs Beitrag zum Konzernergebnis mit einem Plus von 36 Prozent auf 611 Mio. Euro.
Was eben bedeutet: Zum Konzernergebnis haben diese drei Bereiche zusammen in etwa gleichem Maß beitragen wie die Rückversicherung: Über die Beteiligung an der Hannover Rück kamen gut 1,3 Mrd. Euro, ein Plus von 13 Prozent. Das Unternehmen veröffentlicht seine Bilanzdaten immer einige Tage vor der Talanx.
Neben den Zahlen ging es bei der Bilanzpressekonferenz auch um Nachhaltigkeit: „In unserem eigenen Betrieb haben wir unser Reduktions-Ziel für 2025 übertroffen – deshalb haben wir neue Ambitionen bis 2030 formuliert“, so Finanzchef Wicke. Per Ende 2025 hatte die Gruppe ihre betrieblichen THG-Emissionen (Scope 1 und 2) um 41 Prozent gegenüber 2019 gesenkt. Angestrebt waren 25 Prozent. Deshalb hat sie sich nun das neue Ziel gesetzt, ihre Emissionen im weltweiten Betrieb (Scope 1 und 2) bis 2030 um 25 Prozent (gegenüber 2024) zu reduzieren. 2025 hat die Talanx Gruppe zudem das Volumen nachhaltiger
