Sennheiser Firmengebäude mit Logo und Eingangsbereich bei Tageslicht Die Sennheiser-Zentrale in der Wedemark

Sennheiser: Rückgang bei Umsatz und Ergebnis

18. Juni 2026 | von Barbara Dörmer

Sennheiser hat 2025 – dem Jahr seines 80-jährigen Bestehens – rückläufige Umsätze und ein niedrigeres Ergebnis erwirtschaftet. Mit Investitionen in Forschung und Entwicklung und neuen Produkten blickt die Unternehmensgruppe nach vorn.   


Die Umsätze der Sennheiser-Gruppe sanken erneut um knapp 6 Prozent auf 463,1 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank ebenfalls erneut, und zwar auf 19,4 Mio. Euro (Vorjahr 35,8 Mio. Euro). „Das Jahr 2025 war erneut wirtschaftlich und geopolitisch herausfordernd. Wir haben früh verstanden, dass die Dynamik in unseren Märkten keine vorübergehende Phase ist“, sagt CEO Andreas Sennheiser. Daniel Sennheiser, seit Januar 2026 Verwaltungsratsvorsitzender der Sennheiser-Gruppe, ergänzt: „Umso wichtiger war es für uns, handlungsfähig zu bleiben, unsere Schlüsselprojekte konsequent voranzutreiben und nah an unseren Kund*innen zu bleiben. Das ist uns dank klarer Ausrichtung und dem Engagement unserer Teams weltweit gelungen – und hat wichtige Weichen für die Zukunft gestellt.“

Die Region Europa, Naher Osten, Afrika hat mit 215,8 Mio. Euro – dies entspricht nahezu dem Vorjahresumsatz - den größten Umsatz erzielt. Im Heimatmarkt Deutschland dagegen ging der Umsatz um rund 12 Prozent auf 71,5 Mio. Euro zurück. Als Ursache nennt Sennheiser die verhaltene Nachfrage infolge des schwachen gesamtwirtschaftlichen Umfelds. In der Region Nord-, Mittel- und Südamerika ging der Umsatz um rund 5 Prozent auf 142,6 Mio. Euro zurück. Das zurückhaltende Kaufverhalten im US-Markt wurde insbesondere durch politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Unsicherheiten beeinflusst. Mit einem Anteil von rund 30 Prozent am Gesamtumsatz bleibt die Region für die Sennheiser-Gruppe ein strategischer Kernmarkt. Die Region Asien-Pazifik erzielte einen Umsatz von 104,7 Mio. Euro und lag damit 4,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Positiv entwickelte sich erneut der Markt in Indien, das sich als bedeutender Wachstumsmarkt innerhalb der Region erwies.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Sennheiser-Gruppe rund 48 Mio. Euro – dies entspricht rund zehn Prozent ihres Umsatzes – in die Weiterentwicklung des Produktportfolios, in Softwarelösungen sowie in die Integration von Hardware und Services investiert. Ein Beispiel aus dem Produktbereich ist eine über zehn Jahre entwickelte breitbandige, professionelle drahtlose Audiotechnik. Das System ging 2025 in die Auslieferung und wurde beispielsweise in der Pariser Kirch Notre-Dame installiert. Auch der Bereich Mobility war mit neuen Soundsystemen erfolgreich. Darüber hinaus erzielte das Lizenzgeschäft zusätzliche Einnahmen. Außerdem sind rund 5,8 Mio. Euro zusätzlich in die eigenen Produktionsstandorte in Deutschland und Rumänien geflossen.
Parallel dazu hat die Sennheiser-Gruppe die Digitalisierung und Optimierung ihrer Geschäftsprozesse vorangetrieben. Im Fokus standen insbesondere die Weiterentwicklung der digitalen Wertschöpfungskette, neue Customer Touchpoints, moderne Backend-Prozesse sowie Cloud-Architekturen. Außerdem hat Sennheiser 2025 ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 eingeführt.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Sennheiser-Gruppe mit anhaltender Volatilität. „Wir gehen nicht davon aus, dass das wirtschaftliche und geopolitische Umfeld kurzfristig einfacher wird“, sagt Daniel Sennheiser. „Umso wichtiger ist es, resilient zu bleiben und mit klarem Blick nach vorn zu handeln. Als unabhängiges Familienunternehmen können wir Entscheidungen mit einem langfristigen Zeithorizont treffen – und damit unsere Zukunftsfähigkeit nachhaltig stärken.“