Illustration: Pixabay/geralt (KI-generiert)

KI: Unternehmen zu träge bei der Umsetzung?

05. August 2026 | von Klaus Pohlmann

Die Monopolkommission sieht Defizite bei der KI-Nutzung in der Industrie. Und die die Ursachen auch bei den Unternehmen selbst.

 

Das kam einigermaßen überraschend. Mitte Juli meldete sich die Monopolkommission zum Thema KI – und sieht bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Industrie noch deutliche Defizite. Die KI-Adaption kommt nicht mit der notwendigen Schnelligkeit und Breite voran, heißt es vom Beratungsgremium der Bundesregierung. Die Gründe dafür seien vielfältig: Rechtsunsicherheit und Regulierungen, die insbesondere kleinere Unternehmen und Start-ups belasten. Aber dann dieser Weckruf: Die Kommission spricht ausdrücklich auch von der Trägheit vieler Unternehmen.

Dabei verfügt die deutsche Industrie über großes Potenzial für die KI-Nutzung. „Das Spezialwissen in den Unternehmen und der Datenschatz bieten riesige Möglichkeiten für industrielle KI-Anwendungen“, so Tomaso Duso, der Chef der Kommission. Ausdrücklich kritisch sieht er die große Abhängigkeit von amerikanischen Tech-Unternehmen. Ganz ähnlich sieht das Dr. Georg Schütte, Geschäftsführer der VolkswagenStiftung, im NW-Interview.

Titelbild August-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins IHK Hannover mit abstrakter Illustration zu Künstlicher Intelligenz und dem Motto 'Mensch bleiben'.
Hauptsache KI. Hauptsache: Mensch bleiben. Das Schwerpunktthema der August-NW. (Illustration: Torsten Hamacher, KI-generiert mit Firefly).

Und Dusos Äußerung kann man ebenso einer Linie sehen mit dem, was Björn Ommer bei einer Podiumsdiskussion sagte: Der KI-Forscher sieht gerade Deutschland in der Gefahr, Künstliche Intelligenz zu wenig als „Ermöglichungstechnologie“ zu begreifen.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer gibt sich da optimistischer. KI sei als Produktivitätsfaktor in den Unternehmen angekommen, heißt es als Ergebnis der aktuellen DIHK-Digitalisierungsumfrage. Rund 34 Prozent der Befragten sehen einen hohen Einfluss von KI auf die Produktivität ihres Unternehmens, weitere 52 Prozent einen moderaten. Deutlich an der Spitze liegt bei der Nutzung mit fast 80 Prozent allerdings generative KI, also die Erzeugung von Texten, Bildern oder Grafiken. Etwa jeweils ein Drittel der Unternehmen setzt entweder KI bereits ein, plant das in den nächsten drei Jahren – oder sieht mittelfristig keine Nutzung von Künstlicher Intelligenz.

Übrigens: Um die KI-Nutzung zu beschleunigen, empfiehlt die Monopolkommission eine schlankere KI-Regulierung und fordert statliche Stellen auf, ihre Einkaufsmacht strategisch besser zu nutzen – um europäische Lösungen zu stärken.