Sichtbar sein auch in KI - mit GEO
05. Oktober 2026 | von Georg ThomasDie KI-Antworten von Google verändern das Suchverhalten. Unternehmen müssen ihre Websites und Inhalte für das Zusammenspiel mit KI vorbereiten.
Anstatt lange in den Ergebnissen einer Suchmaschine zu suchen, verspricht die KI kurze Antworten und die wichtigsten Informationen auf einen Blick, die direkt über den Suchergebnissen angezeigt werden. Das ist praktisch, zugleich fragen sich immer mehr Unternehmen, wie sie als Firma oder auch mit ihren Produkten in den KI-Antworten auftauchen können.
Wachsendes Interesse bei Abakus
„Wir bekommen zu GEO immer mehr Nachfragen – ohne dass wir groß auf das Thema aufmerksam gemacht haben“, sagt Anna Pianka, die bei der Abakus Internet Marketing GmbH aus Hannover als SEO-Offpage-Expertin arbeitet. Das 2002 in Hannover gegründete Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, die Wahrnehmung von Firmen im digitalen Raum zu verbessern, durch Suchmaschinenoptimierung (SEO) und die KI-Optimierung GEO. Es sind Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen und generierten Antworten verbessern können, beispielsweise bei ChatGPT, Perplexity, Gemini oder den KI-Funktionen von Google. „Dabei ersetzt GEO die klassische Suchmaschinenoptimierung nicht. Gute SEO bildet vielmehr die Grundlage dafür, dass Inhalte überhaupt gefunden, verstanden und als vertrauenswürdig eingestuft werden können“, erklärt Pianka.
Informationsblöcke bieten
Kamillo Kluth, der Geschäftsleiter von Abakus Internet Marketing empfiehlt daher, auf der eigenen Internetseite gezielt zu informieren: KI-Systeme müssen erkennen können, wofür ein Unternehmen steht, welche Leistungen es anbietet und über welche Expertise es verfügt. Präzise Aussagen, Definitionen, Tabellen und gut strukturierte Abschnitte helfen dabei, zum Beispiel die Beantwortung der häufigsten Fragen in einem FAQ-Bereich.
Dabei rät er, nicht zu umfassend auf KI-Tools zu setzen. „Für GEO reicht es nicht, möglichst viele Texte mit KI zu produzieren. Im Gegenteil: Unternehmen müssen Informationen schaffen, die eine KI nicht selbst erfinden kann – eigene Expertise, Erfahrungen, Daten, Produkteigenschaften, Fallbeispiele und eindeutige Fakten. Genau solche Inhalte können für klassische Suchmaschinen und für KI-Systeme zu einer wertvollen Quelle werden.“
Einzigartige Inhalte statt Massenware
Beim Einsatz von KI für die Content-Erstellung sieht sie erhebliche Risiken - vor allem, wenn Texte weitgehend automatisiert erzeugt und ohne fachliche Überarbeitung veröffentlicht werden. Für Unternehmen kann das sowohl die Sichtbarkeit bei Google als auch die Wahrnehmung der eigenen Marke negativ beeinflussen. „Wer ungeprüfte KI-Texte auf seiner Unternehmenswebsite veröffentlicht, geht ein SEO-Risiko ein.
Google kann minderwertige, oder massenhaft erzeugte Inhalte abstrafen. Gleichzeitig leidet die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens, wenn Texte austauschbar wirken oder sogar falsche Aussagen enthalten“, sagt Kluth, der empfiehlt KI bei der Content-Erstellung höchstens als unterstützendes Werkzeug einzusetzen – beispielsweise für Recherche, Ideenfindung oder Strukturierung. Der eigentliche Mehrwert müsse vom Unternehmen beziehungsweise von fachkundigen Autoren kommen und auch eigene Erfahrungen, eigenes Wissen, konkrete Beispiele, Daten, Bewertungen und eine individuelle Einordnung beinhalten. Für viele mittelständische Unternehmen ergeben sich hier auch Chancen. Sie besitzen häufig viel Fachwissen und Erfahrungen aus der Praxis, die bisher gar nicht vollständig online dokumentiert sind. Genau dieses Wissen sollte sichtbar gemacht werden, statt das Internet mit weiteren generischen KI-Texten zu ergänzen.
Sichtbarkeitstipps von Abakus
- Expertise und Vertrauen sichtbar machen: Autorenprofile, Referenzen, Zertifikate, Unternehmensinformationen und nachvollziehbare Quellen unterstützen die Glaubwürdigkeit.
- Die Marke außerhalb der eigenen Website stärken: Für die Wahrnehmung eines Unternehmens sind Erwähnungen und Verlinkungen auf anderen vertrauenswürdigen Websites wichtig. Fachmedien, Branchenportale, Verbände und andere seriöse Quellen können dazu beitragen, dass eine Marke als relevante Entität wahrgenommen wird.
- Technische SEO-Grundlagen beachten: Sauberes HTML, eine logische Seitenstruktur, interne Verlinkungen, strukturierte Daten, gute Ladezeiten und eine zuverlässige Indexierung bleiben wichtige Voraussetzungen.
- Inhalte regelmäßig fachlich prüfen: Gerade bei KI-unterstützter Content-Erstellung müssen Fakten, Quellen und Aktualität kontrolliert werden. KI darf nicht zum automatischen Veröffentlichungsprozess werden.
