Hotel Roshop: Ein Hotel, alles da
02. Oktober 2026Moderne Konferenzräume, sanierte Zimmer, Schwimmbad und zwei Restaurants: Das familiengeführte Hotel Roshop in Barnstorf überzeugt mit Qualität und Tradition – und das seit mehr als 75 Jahren.
Einen Ruhetag gibt es hier nicht. „Wir haben nur am 23. und 24. Dezember geschlossen“. Für Ludolf Roshop ist es schwer vorstellbar, ein Hotel oder Restaurant zu besitzen, bei dem Gäste an einem Montag oder Dienstag vor verschlossenen Türen stehen. „Für uns ist das ein Alleinstellungsmerkmal immer da zu sein“, sagt der 69-Jährige, der das Hotel mit seinen 63 Zimmern und 110 Betten zusammen mit seiner Frau Andrea und seinem Sohn Lars führt. Das Viersterne-Hotel aus Barnstorf im Landkreis Diepholz beschreibt sich selbst als „eine angenehme Mischung aus Tradition, stilvollem Ambiente und zeitgemäßer Ausstattung“. Es gibt zwei Restaurants, moderne Konferenzräume, einen Fitness- und Wellnessbereich, ein Hallenbad und mehrere Bars – und das alles inmitten der 12 000 Einwohnerstadt im Nordwesten Niedersachsens.

„Wir haben einen guten Mix, der unseren Erfolg ausmacht“, beschreibt es Roshop, der häufig persönlich die Anfragen am Telefon beantwortet. Dabei seien oft auch die gut hundert eigenen Parkplätze des Hotels ein wichtiger Faktor. So gab es erst kürzlich ein Oldtimertreffen. In den letzten Jahren habe aber auch der Fahrradtourismus deutlich zugenommen und dem Haus eine neue Besuchergruppe beschert. Das Hotel Roshop hat sich nie auf eine Klientel oder ein Geschäftsfeld festgelegt – ganz bewusst. „Wenn mal eine Sache schlecht läuft, gleicht sich das aus.“ Das Hotel ist sowohl Anlaufstelle für 80. Geburtstage und Familienfeiern, wie auch für Tagungen und Gäste von Kurzurlaubern bis zu Bands, die im Sommer bei einem der Musikfestivals in der Region auftreten. Der Einzugsbereich des Hauses ist nicht zu unterschätzen. „Es gibt eigentlich keine Häuser unserer Größe und Qualität in der näheren Umgebung“, sagt Roshop.
Im vergangenen Jahr hat die Familie für gut 350 000 Euro die Tagungsräume modernisiert und mit einer modernen Lüftungsanlage ausgestattet. „Die misst kontinuierlich den CO₂-Gehalt in der Luft und sorgt selbstständig für die nötige Frischluftzufuhr. Für ein Hotel unserer Größe ist das schon eine beachtliche Investition“, sagt Roshop, der auch in diesem Sommer wieder einige Zimmer modernisiert hat.
Vom Korn zur Kegelbahn
Angefangen hat alles einmal mit einem Markt, der jedes Jahr in Barnstorf stattfand. Seine Eltern verkauften dort selbstgebrannten Schnaps „und daraus ist dann irgendwann eine kleine Gaststätte geworden“. Als in den 1950er Jahren die Erdöl- und Erdgasförderung in der Region boomte und die Firma Wintershall 1954 ihre Zentrale in Barnstorf bezog, entschieden die Roshops, ein Hotel mit Kegelbahn zu bauen. „Wir sind mit Wintershall groß geworden“, sagt Ludolf Roshop heute. Ein Rückschlag war der Bau der Autobahn 1 für das Hotel, das infolge plötzlich fernab der Verkehrsströme zwischen Ruhrgebiet und Bremen oder Hamburg lag. Bis zur A1 bei Vechta sind es mehr als 30 Kilometer und eine gute halbe Stunde Fahrt. Die Familie reagierte mit dem Bau eines Hallenbads und baute das Tagungsgeschäft sowie das Angebot für Kurzurlaube aus. Und so wurden über die Jahrzehnte aus 20 erst 40 und dann die heutigen 60 Zimmer. Das Hotel beschäftigt heute 33 Mitarbeitende, darunter sechs Auszubildende – als Koch/Köchin und Restaurant- und Hotelfachleute.
Ausgleich im Stadion
Alle zwei Wochen gönnen sich Vater und Sohn mal eine Auszeit. Seit mehr als 20 Jahren haben die zwei eine Dauerkarte für Werder Bremen. Während der Fußballspiele können Ludolf Roshop und sein Sohn Lars mal abschalten. Für weitere Hobbys lässt das Hotel nur wenig Zeit.
Im vergangenen Jahr hat die Familie das 75-jährige Bestehen ihres Hotels feiern können. Ludolf Roshop denkt noch lange nichts an Aufhören, aber er hat große Teile des Hotels bereits an seinen Sohn überschrieben. Vor einigen Jahren hatten sie bereits eine weitere Erweiterung des Hotels geplant, dann aber wegen der Coronapandemie verschoben. Heute scheinen sie beinahe froh zu sein. „Denn man braucht dann auch zusätzliches Personal, was es praktisch nicht gibt“, sagt Lars Roshop. Der 34-Jährige hat nach seiner Ausbildung an der Hotelfachschule in Dortmund wie sein Vater in verschiedenen Luxushotels gelernt und so auch Erfahrungen im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten sammeln können. „Für mich war aber immer klar, dass ich wieder hierher zurück möchte.“ Denn im Hotel Roshop ist alles vorhanden – und in vielen Bereichen kann es sich mit den Großen durchaus messen.
