
Enercity erzielt weniger Umsatz – bleibt aber über Niveau 2022
03. April 2025 | von Barbara DörmerDie Enercity AG, Hannover, hat im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 7,35 Mrd. Euro (2023: 9,15 Mrd. Euro) erzielt. Der Netzabsatz des Energieunternehmens bei Strom ist leicht auf 3044 GWh (Vorjahr: 3110 GWh) gefallen, der Absatz von Gas hat sich etwas deutlicher reduziert auf 6066 GWh (Vorjahr: 6412 GWh). Unter dem Strich bleibt dem Unternehmen, das in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen begeht, ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 389 Mio. Euro (Vorjahr: 598 Mio. Euro). „Enercity blickt auf ein gutes Geschäftsjahr zurück und bleibt auf Wachstumskurs“, kommentiert die Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany diese Ergebnisse. 2024 sei die Entwicklung weniger von geopolitischen Ereignissen, aber stark von volatilen Preisentwicklungen am Energiemarkt beeinflusst gewesen, das Marktumfeld habe enorm an Dynamik gewonnen und ebenso der Wettbewerb. Im Unterschied dazu sei das Vorjahr noch von außergewöhnlichen Sondereffekten geprägt gewesen.
Im Jahr 2024 hat Enercity rund 625 Mio. Euro investiert. Der Fokus lag auf dem Aus- und Zubau erneuerbarer Wärme- und Stromerzeugungsanlagen, auf der dafür notwendigen Infrastruktur sowie auf energiewirtschaftlichen Beteiligungen und Zukäufen. Der Anteil von erneuerbarer Energie an der Stromerzeugung wurde auf fast 60 Prozent gesteigert, in der Wärmeerzeugung auf 27 Prozent. „Wir sehen uns als Enercity sehr stark darin bestätigt, in der Umsetzung der Energie- und Wärmewende in Hannover, aber auch in Deutschland“, so Alemany. „Jeder kennt das Dreieck der Energiewende: Qualität, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Unser Ziel ist alles diese drei Punkte gerecht zu machen.“ Enercity hat 2024 allein in den Ausbau von Windenergie und Freiflächenphotovoltaik etwa 177 Mio. Euro investiert. Das Fernwärmenetz in der Region wurde um zehn Kilometer erweitert; dieser Ausbau soll in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen. Damit rückt der vorzeitige Kohleausstieg in Hannover näher: Möglichst noch in diesem Jahr soll der erste Block des Kohlekraftwerks stillgelegt werden.
Darüber hinaus hat der Energieversorger seine Beteiligungen strategisch weiter verstärkt. Ende 2024 hat die Tochtergesellschaft Danpower GmbH zwei Abfallverwertungsanlagen in Brandenburg und Sachsen für die Energienutzung erworben. Aktuell führt Enercity Übernahmegespräche mit den Stadtwerken Garbsen.
In Hannover läuft für die Wärmewende derzeit der Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks, das im Herbst in Betrieb gehen soll. Als Ersatz für den zweiten Block des Kohlekraftwerks haben die Arbeiten für die künftige Geothermie-Anlage und mehrere Großwärmepumpen begonnen. Der Zubau an Windenergie soll 2025 gesteigert werden, auf dem Plan stehen die Inbetriebnahme von mehr als 120 Megawatt-Peak an installierter Nennleistung. Außerdem investiert Enercity in Batteriespeicherprojekte. „In diesem Jahr werden wir die Geschäftsfelder, wo wir comitted sind, weiter stärken“, so Alemany. „Wir haben nicht nur gute, sondern auch solide Ergebnisse erwirtschaftet. Das ist auch für die Zukunft wichtig und relevant. Und das wird uns überhaupt erlauben, den Wachstumskurs, den wir uns vorgenommen haben, erst fortzusetzen.“