Logo vor Teichanlage mit Blumen und Natur im Hintergrund Auf dem Firmengelände in Springe hat das Unternehmen einen Heilpflanzen­garten und einen Biodiversitäts-­Entdeckerpfad angelegt, den auch Besucher erkunden können. Foto: meta Fackler

meta Fackler Arzneimittel: Mit der Natur im Einklang

02. Oktober 2026 | von Georg Thomas

Dr. Ricarda Fackler führte zeitweise zusammen mit ihrer Mutter die Geschäfte der meta Fackler Arzneimittel GmbH. Das Unternehmen aus Springe feiert in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen.

Vielleicht war der Name des Unternehmens schon 1966 Programm. Das griechische Wort ‚meta‘ bedeutet „zwischen“, aber unter anderem auch ‚über etwas hinaus‘ oder ‚verbindend‘. Genau dieser Gedanke begleitet die meta Fackler Arzneimittel GmbH aus Springe bis heute: Brücken zu bauen – zwischen Apotheke und Praxis, zwischen unterschiedlichen naturheilkundlichen Denkansätzen und zwischen Tradition und moderner Pharmazie.

Erich und seine Frau Dr. Rosa Maria Fackler gründeten das Unternehmen im Jahr 1966. Der Apotheker Fackler gab dafür seine sichere Tätigkeit als Herstellungsleiter in einem pharmazeutischen Unternehmen auf und machte sich mit der Idee einer eigenen Arzneimittelfirma selbstständig. Seine Frau unterstützte diesen Schritt, beendete ihr Arbeitsverhältnis als Privatdozentin an der Universität Hannover und übernahm zunehmend Verantwortung für die kaufmännische und personelle Entwicklung des Unternehmens. Aus den Anfängen entstand über die Jahrzehnte ein wachsendes Arzneimittelsortiment. Zu den bekanntesten zählt das homöopathische Erkältungsmittel metavirulent. 

Jubiläum 60 Jahre meta Fackler – Expansion in den 1990er Jahren und neuer Firmensitz in Springe ab 2000
Ein Zeitstrahl mit Meilensteinen der Unternehmensgeschichte von meta Fackler.

Zwei Frauen an der Spitze
Mit dem Eintritt von Dr. Ricarda Fackler in die Geschäftsführung begann der schrittweise Übergang zur zweiten Generation. Erich Fackler war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr operativ in der Geschäftsführung tätig, sondern konzentrierte sich auf die Leitung der heutigen Schweizer Tochtergesellschaft metapharmaka GmbH. „Die gemeinsame Geschäftsführung mit meiner Mutter war sicher nicht immer völlig konfliktfrei – dafür waren wir in manchen Fragen einfach zu verschieden. Gleichzeitig hatten wir klar getrennte Schwerpunkte, die sich gut ergänzt haben: Ich brachte vor allem die medizinische Anwendung und den praktischen Einsatz unserer Arzneimittel ein, meine Mutter hatte insbesondere Personal und die kaufmännischen Themen im Blick. So hat sich im Alltag vieles sehr gut ergänzt“, erinnert sich die Geschäftsführerin

Ricarda Fackler setzte bei ihrem Einstieg in das Familienunternehmen bewusst auf Zurückhaltung. „Ich habe anfangs wenig in bestehende Strukturen eingegriffen. Mein Gedanke war, dass ich mir zunächst sehr genau anschauen möchte, warum ein funktionierendes System so arbeitet, wie es arbeitet. Das dürfte rückblickend nicht nur dem Unternehmen, sondern vermutlich auch dem familiären Miteinander ganz gutgetan haben. Erst mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, was bewahrt werden sollte und wo Veränderungen notwendig oder sinnvoll sind.“ Heute trägt sie die alleinige Verantwortung für meta Fackler.

Gruppenfoto eines Teams mit metavulent-Shirts, Jubilum 60 Jahre, Menschen halten Ballons mit der Zahl 60
Die Mitarbeitenden von meta Fackler haben zum Jubiläum ein Teamfoto gemacht.

Das Unternehmen steht aktuell auch aufgrund der veränderten gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für homöopathische Arzneimittel vor einer gewissen Neuorientierung. Mit dem 2026 verabschiedeten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde die Möglichkeit der Krankenkassen gestrichen, homöopathische Arzneimittel und Leistungen als zusätzliche Satzungsleistungen anzubieten. Für Ricarda Fackler greift die Begründung mit fehlender wissenschaftlicher Evidenz zu kurz: „Natürlich müssen wir uns als pharmazeutisches Unternehmen einer wissenschaftlichen Bewertung stellen. Gleichzeitig sprechen wir über eine mehr als 200-jährige europäische Therapietradition mit einer entsprechend langen Anwendungserfahrung. Hinzu kommen heute zahlreiche klinische Studien und mehrere Metaanalysen. Die Autoren eines aktuellen systematischen Reviews kommen sogar zu dem Schluss, dass die verfügbaren Metaanalysen randomisierter placebokontrollierter Studien signifikante positive Effekte homöopathischer Behandlungen über Placebo hinaus zeigen.“

Auch homöopathische Kombinationsarzneimittel können Gegenstand klassischer klinischer Forschung sein: Für ein Präparat des Unternehmens liegen Ergebnisse einer Phase-III-Studie vor. In Österreich wurde das Arzneimittel bereits zur Verbesserung der Wundheilung nach Verletzungen und Operationen neu zugelassen. „Für uns ist das ein spannendes Beispiel dafür, dass sich traditionelle Arzneimittel und moderne klinische Forschung keineswegs ausschließen. Nun wird spannend sein, wie dies in Deutschland bewertet wird.“ 

Internetseite von meta Fackler Arzneimittel