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Was ausbildungsinteressierte Jugendliche an einem Umzug hindert

27. Oktober 2026 | von Barbara Dörmer

Der Anteil der Jugendlichen, die für ihre Ausbildung den Wohnort wechseln würden, liegt je nach besuchter Schulart zwischen 38 und 64 Prozent. Die stärksten Hemmnisse sind zu hohe Wohnkosten und die starke Bindung an das persönliche Umfeld, so eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

 

Je nach besuchter Schulart liegt der Anteil der Jugendlichen, die für ihre Ausbildung prinzipiell den Wohnort wechseln würden, zwischen 38 und 64 Prozent. Dies zeigt eine Befragung im Rahmen der Studie „BeYou – Berufswahl und Du“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB). Als stärkste Mobilitätshemmnisse werden zu hohen Wohnkosten sowie die starke Bindung an das persönliche Umfeld genannt. 

Die Ergebnisse der Studie in Kürze:

  • Knapp die Hälfte der befragten ausbildungsinteressierten Jugendlichen (47 %) kann sich vorstellen, für eine Ausbildung den Wohnort zu wechseln. Etwas mehr als die Hälfte steht einem Umzug ablehnend gegenüber (41 %) oder ist diesbezüglich noch unsicher (13 %).
  • Umzugsbereit sind vor allem ältere Jugendliche und solche mit einem höheren (bevorstehenden) Schulabschluss: 64 Prozent der Abiturient*innen, aber nur 38 Prozent der Jugendlichen in Abschlussklassen an Hauptschulen.
  • Die fehlende Umzugsbereitschaft hat vor allem soziale und finanzielle Gründe: 57 Prozent wollen in der Nähe von Familie, Freundeskreis oder im vertrauten Umfeld bleiben, 56 Prozent nennen zu hohe Wohnkosten.
  • Lange und teure Heimfahrten (je 24 %) sowie familiäre Verpflichtungen (18 %) spielen ebenfalls eine Rolle. Die bessere Infrastruktur am Heimatort (10 %) und Engagement am Wohnort (13 %) werden dagegen seltener als Hinderungsgrund genannt.
  • Die wichtigsten Hürden werden von verschiedenen Subgruppen unterschiedlich häufig genannt: Für Hauptschülerinnen und Hauptschüler sind Wohnkosten das häufigste Hemmnis für einen Wohnortwechsel, Abiturientinnen und Abiturienten nennen häufiger soziale Bindungen und die Erreichbarkeit.
  • Förderinstrumente wie Mobilitätszuschüsse setzen daher nur an einem Teil der vorhandenen Barrieren an. Ergänzende Maßnahmen könnten daher bezahlbaren Wohnraum und Angebote zur sozialen Integration am neuen Wohnort in den Blick nehmen.

Die Studie basiert auf einer Befragung von etwa 6300 Jugendlichen der Abschlussklassen 2024, die die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Anspruch genommen haben. Details zur Studie.