Nord/LB mit deutlichem Gewinnanstieg

24. März 2026

Das Ja von Nord/LB-Chef Jörg Frischholz war dann doch eindeutig: Die Landesbank ist wieder dividendenfähig. Ein Meilenstein auf dem Weg vom milliardenteuren Stützungsfall zu einer wieder „ganz normalen Bank.“ Auch dieser Satz fiel bei der Bilanzpressekonferenz Mitte März. Immerhin hat die Nord/LB mit 475 Mio. Euro das beste Vorsteuerergebnis seit zehn Jahren hingelegt, ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ob allerdings wirklich eine Dividende für das vergangene Jahr gezahlt wird, steht noch keineswegs fest. Darüber hätten die entsprechenden Gremien zu entscheiden, betonte Frischholz. Ausdrücklich als persönliche Meinung hatte etwa Cord Bockhop, Präsident des Niedersächsischen Sparkassenverbandes, gesagt, dass aus seiner Sicht der Gewinn besser in der Nord/LB bleibe, um das Institut weiter zu stärken.

Tatsächlich hat Jörg Frischholz auch noch einiges vor mit der Landesbank. Vor der Presse in Hannover betonte er mehrmals das Auf-dem-Weg-sein. Wichtig ist ihm der Blick auf die vergangenen drei Jahre: Das Vorsteuerergebnis der Nord/LB ist bereits 2023 und 2024 jeweils gestiegen. Ebenso die Eigenkapitalrendite, von 4 Prozent 2023 auf aktuell 6,2 Prozent im vergangenen Jahr. Das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag (Cost-Income-Ratio) hat sich schrittweise nach unten bewegt, auf jetzt knapp über 55 Prozent (Vorjahr: 60,2 %). Für beide Größen hat Frischholz mit Blick auf 2028 Ziele ausgegeben, die er im März ausdrücklich bekräftigte: Die Eigenkapitalrendite soll in drei Jahren über 10 Prozent liegen, die Cost-Income-Ratio unter 55 Prozent. Was übersetzt heißt: Die Kosten im Griff haben, den Ertrag steigern.

Weitere Zahlen des Nord/LB-Geschäftsjahres: Die Bilanzsumme erreichte 122,2 Mrd. Euro gegenüber 113,7 Mrd. Euro Ende 2024. Die Ertragslage hat sich weiter verbessert, mit einem Anstieg um rund 10 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro. Der Verwaltungsaufwand belief sich 860 Mio. Euro etwa auf Vorjahresniveau (858 Mio. Euro) – „flattish“, kommentierte Jörg Frischholz. „Die Nord/LB hat ihren erfolgreichen Kurs auch im vergangenen Geschäftsjahr fortgesetzt“, so der Vorstandschef. „Die erneute Verbesserung unserer Ergebnisse unterstreicht, dass die strategische Neuausrichtung der vergangenen Jahre greift.“ 

Bei den wesentlichen Ertragssäulen hat sich Zinsergebnis im Nord/LB-Konzern „erwartungsgemäß“, wie es heißt, um gut 80 Mio. Euro auf etwas über 1,1 Mrd. Euro verringert. Das Provisionsergebnis stieg dagegen deutlich um fast 30 Prozent auf 312 Mio. Euro. 

Darüber hinaus hat die Nord/LB im vergangenen Geschäftsjahr die erste Phase der Modernisierung ihrer Banksteuerung bereits Anfang dieses Jahres erfolgreich umgesetzt – und damit etwa sechs Monate früher als ursprünglich geplant. Zur IT-Strategie gehört auch der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Unter anderem gebe es für jeden Mitarbeitenden eine Volllizenz für Microsoft Copilot: Frischholz sieht ähnliche Veränderungen durch diese Arbeitsplatz-KI wie sie durch die Einführung der Textverarbeitung-, Tabellen- oder Grafikprogramme erfolgten und will die Nord/LB-Belegschaft entsprechend schulen. Ziel sei es, durch den Einsatz auch von Copilot „mit der gegebenen Mannschaft mehr Geschäft zu machen“ – also nicht, Jobs abzubauen.

Seit langem ein Thema bei der Nord/LB: Soll die Braunschweigische Landessparkasse aus dem Konzern herausgelöst und als kommunales Institut selbstständig werden? Kein neuer Stand hier, so Frischholz. Denn, das machte der Nord/LB-Chef deutlich, es gibt aktuell für die entsprechenden Gremien keine Entscheidungsgrundlage. Er machte allerdings klar, dass eine Entscheidung weder zum Schaden der Nord/LB noch zum Schaden der BLSK führen dürfe. 

Das laufende Jahr steht für Frischholz unter dem Eindruck des Krieges in Nahost. Von seiner Dauer werde die weitere wirtschaftliche Entwicklung abhängen. Grundsätzlich sei er aber optimistisch, was die Geschäfte der Nord/LB betrifft.