Hannover liegt ihr am Herzen: Dr. Theresa Hein steht bei Hannoverlife in vielen Videos selbst vor der Kamera. Foto: Hagemann / Finger

Dr. Theresa Hein und Hannoverlife: Immer dabei

03. Juni 2026 | von Georg Thomas

In Deutschland gibt es etwa eine halbe Million Influencer, die über Social Media Inhalte verbreiten. Wir haben mit zweien über das Geschäft mit Videos, Werbe­deals und Kooperationen gesprochen.

 

Mit Fotos der schönsten Ecken Hannovers hat vor elf Jahren alles angefangen: Heute gehört Hannoverlife bei Instagram mit rund 130 000 Followern zu den reichweitenstärksten Kanälen Hannovers. 

Start mit 20 Jahren…
Damals war Instagram noch neu. Auf jeden Fall nicht so im Alltag angekommen wie heute. „Und ich wollte das Medium In-
stagram besser verstehen“. Theresa Hein war zu dieser Zeit 20 und studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover Medienmanagement. Ihr erster Gedanke war es, die schönen Ecken ihrer Heimatstadt in Fotos bei Instagram zu zeigen, da Hannover dort bislang auch kaum vertreten war. „Ist ja naheliegend, weil man sowieso viel in der Stadt unterwegs ist“. Das war 2015, der Start von Hannoverlife.

Porträt einer Person vor dem Neuen Rathaus Hannover, IHK Veranstaltung Mai 2026
Dr. Theresa Hein. Foto: Hagemann/Finger

Promotion in Politischer Kommunikation
Heute ist Hannoverlife ein wesentlicher Teil des Geschäfts der selbstständigen Unternehmerin Dr. Theresa Hein, die nach ihrem Studium und der Promotion in Politischer Kommunikation an der FU Berlin unter anderem auch Friedrich Merz in Sachen Social Media berät und begleitet. Die politische Beratung und ihre Kommunikationsexpertise – sie übernimmt auch Moderationen und tritt als Spea­kerin auf – bilden ihr zweites Standbein, das aktuell etwas in den Hintergrund getreten ist.

Von der Influencerin zur Unternehmerin
„Früher war ich Influencerin oder Content Creatorin, heute sehe ich mich eher als Unternehmerin“, sagt sie selbst. Aus den Fotos vom Start bei Hannoverlife sind schon lange Videos geworden, die als Reels oder Stories gepostet werden – und je nach Algorithmus Follower des Kanals und viele weitere Menschen erreichen.
Und die Inhalte? Die Bandbreite ist immer größer geworden – das verbindende ist der Bezug zu Hannover und der Region. Mit Tipps für Restaurants, Cafes, Aktivitäten oder Ausflugsziele bietet der Kanal die Inhalte eines Stadtmagazins mit lokaler Berichterstattung über die wichtigsten Ereignisse. Die Beiträge  und Videos produziert sie mit einem sechsköpfigen Team. 

Kooperationen als “Native Advertising”
Seit vielen Jahren bietet Hannoverlife zudem Unternehmen auch die Möglichkeit, sich durch Kooperationen in Form von „Native Advertising“ vorzustellen, zum Beispiel durch das Bewerben von Neueröffnungen, die Vorstellung von Unternehmen und Berufsfeldern oder auch das mediale Begleiten von Events oder besonderen Anlässen.
„Qualität, Handwerk und Technik“ sind  Theresa Hein bei allem was sie auf ihren Kanälen tut, extrem wichtig. „Ich mag es überhaupt nicht, zu Eröffnungen oder zu einem Essen eingeladen zu werden.“ Leider gebe es immer noch manche, die glaubten, dass das Geschäft so funktioniere. Sie gehe dann lieber nochmal ein paar Tage später hin und bezahle das Essen selbst.

Screenshot einer Instagram-Story mit einer Gruppe von Personen in Arbeitskleidung, die in die Kamera winken.
Screenshot einer Vorstellung von Troester auf Hannoverlife
Screenshot von Instagram: Zwei Frauen essen Instant-Nudeln in einem koreanischen Store in Hannover
Die Vorstellung neuer Restaurant oder Foodspots gibt es oft bei Hannoverlife.

Wie kontaktieren Sie Unternehmen?
„Die melden sich per E-Mail oder über LinkedIn und fragen, welche Möglichkeiten es gibt“, erklärt Hein. „In einem digitalen Gespräch klären wir dann meist, worin das Interesse besteht, und schauen, was möglich ist.“ 
Ein oft gewähltes Format ist, dass sie oder eine ihrer sechs Angestellten ein Reel vor Ort in einem Unternehmen produzieren, das dann auf dem Instagram-Kanal geteilt wird. Aber das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die Hannoverlife Unternehmen zu Werbe- oder Kooperationszwecken anbietet. So hat Theresa Hein auch bereits einen Vorstand mal einen Tag lang begleitet, Interviews geführt oder auch einfach eine Stellenanzeige eines Unternehmen oder Hinweise auf Veranstaltungen gepostet. Der Preis richtet sich nach dem zeitlichen Aufwand.

Vier- bis fünfstellige Summen für Werbeaufträge
„Wenn wir ein neues Restaurant vorstellen ist das natürlich weniger zeitintensiv als wenn wir die speziellen Ausbildungsplätze eines Unternehmens in Szene setzen. „Das benötigt mehr Vorbereitung – inhaltlich, aber oft müssen auch Vorgaben beachtet werden, wenn etwa in der Produktion gedreht wird. Und je größer das Unternehmen ist, desto mehr Menschen stehen dann beim Dreh um uns herum“, sagt Hein. In Hotels oder Cafes sei das meist alles etwas weniger aufwendig, was auch die Kosten verringere. In der Regel zahlen die Kunden bei Hannoverlife für ihre Werbe-Projekte vier- bis fünfstellige Summen. 

Neben den kommerziellen Aktivitäten auf dem Kanal gibt es bei Hannoverlife aber auch unbezahlte Beiträge. „Wir wählen dazu Themen aus, die für die Community spannend sind und recherchieren und produzieren die Inhalte dann in Eigenregie“, erklärt Hein. 

Mutterschutz und Elternzeit für Selbstständige sind ihr ein Anliegen
Sie ist inzwischen 30 Jahre alt, verheiratet und Mutter eines Kindes. Business und Babybrei unter einen Hut zu bringen, hat sie geschafft. „Meine sechs Mitarbeiterinnen haben mich aber auch echt gut unterstützt – als Hilfe nötig war.“ Vor allem für Mutterschutz und eine Elternzeit für Selbstständige – dafür würde sie kämpfen. „Das fehlt auf jeden Fall.“
Im letzten Jahr hat sie mit ihrem Team weitere Instagram-Kanäle gestartet, die auf ein ähnliches Konzept wie Hannoverlife setzen – nur eben für Celle, Braunschweig, Göttingen und Bremen. Es gibt also noch viele schöne Orte, die gezeigt werden können.

Instagram-Seite von Hannoverlife

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Social Media, Influencer, Steuern:
Wenn sie eine gewerbliche Tätigkeit selbstständig und nachhaltig zur Erzielung von Einnahmen ausüben, dann sind Influencer, Blogger oder Content Creator Unternehmerin oder Unternehmer. Dann gelten für sie die gleichen steuerlichen Pflichten wie für andere Unternehmen auch. Das heißt, es können abhängig von Umsatz  und Gewinn Einkommensteuer, Gewerbesteuer oder Umsatzsteuer fällig werden. Welche Freigrenzen es gibt und welche Aspekte darüber hinaus entscheidend sind, hat die IHK für München und Oberbayern auf ihrer Website übersichtlich aufbereitet. 
Es ist wichtig, sich an die Regeln zu halten, denn die Finanzverwaltung hat das Geschäft der Influencer inzwischen im Blick und schaut genau hin, ob alles steuerlich korrekt behandelt wird.
www.ihk-muenchen.de/ratgeber/steuern/influencer/

 

Tipps für Unternehmen im Umgang mit Influencern:

Unternehmen, die mit Influencern zusammenarbeiten möchten, wird Folgendes empfohlen:

  • klare Verträge,
  • Dokumentation der Leistungen,
  • Prüfung von Unternehmerstatus und Ansässigkeit,
  • saubere Buchhaltung,
  • KSK-Prüfung,
  • interne Checklisten