Die TSV Hannover Burgdorf Handball GmbH bietet ihren Mitarbeitenden und den Spielern seit wenigen Wochen Dienstrad-Leasing an. Die Recken setzen dabei auf den Anbieter linexo von Wertgarantie. Sören Hirsch (l., linexo) und Recken-­Geschäftsführer Eike Kor

Dienstrad Bikeleasing: Viel Rad für weniger Geld

31. März 2026 | von Georg Thomas

Zusatzleistungen im Job spielen eine immer wichtigere Rolle. Zu den beliebtesten Benefits gehört das Dienstradleasing, das auch für kleinere Unternehmen einfach umsetzbar ist – ohne zusätzliche Kosten.

Seit 14 Jahren gibt es in Deutschland die Möglichkeit für Unternehmen, ihren Mitarbeitenden das Leasing eines Fahrrads oder E-Bikes zu ermöglichen. Laut einer Studie von Deloitte und der Brancheninitiative Zukunft Fahrrad aus dem Juni vergangenen Jahres haben derzeit rund 41 Prozent der Beschäftigten Zugang zu einem Dienstrad-Leasingangebot. Insbesondere bei Unternehmen mit zwei bis zehn Mitarbeitenden besteht noch Potenzial, da sie relativ zu ihrer Verbreitung in Deutschland unterrepräsentiert sind unter den Kundinnen und Kunden von Dienstradleasing-Anbietern. 
Die Gesamtzahl aller geleasten Diensträder belief sich in Deutschland im Jahr 2025 auf rund 2,2 Millionen Fahrräder. Besonders beliebt sind E-Bikes: Rund 80 Prozent der geleasten Räder verfügen über eine elektrische Tretunterstützung. Mit durchschnittlich etwa 3500 Euro liegen sie deutlich über dem Preisniveau des Gesamtmarkts – ein Hinweis darauf, dass Leasing hochwertige Fahrräder für viele Beschäftigte erst erschwinglich macht.

Wie Dienstradleasing funktioniert
Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Unternehmen schließen mit einem Leasinganbieter einen Rahmenvertrag ab. Mitarbeitende können anschließend ein Fahrrad oder E-Bike über ihren Arbeitgeber leasen. Die Auswahl und Übernahme der Räder erfolgt über ein Netzwerk lokaler Fahrradgeschäfte oder Online-Händler. Die monatliche Leasingrate wird meist über eine Gehaltsumwandlung finanziert – sie wird also direkt vom Bruttogehalt abgezogen.
Für Beschäftigte entsteht daraus ein finanzieller Vorteil. Da die Rate vor der Versteuerung vom Gehalt abgezogen wird und als geldwerter Vorteil mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat bewertet wird, kann das Dienstrad gegenüber dem Direktkauf deutlich günstiger sein - häufig um bis zu 40 Prozent. Am Ende der meist dreijährigen Laufzeit kann das Rad zurückgegeben oder – meist günstig – erworben werden.
Das Rad darf nicht nur für den Arbeitsweg genutzt werden, sondern auch privat. Gerade bei E-Bikes eröffnet das vielen Beschäftigten eine neue, alltagstaugliche Form der Mobilität.

Lohnnebenkosten sinken
Für Unternehmen – auch für kleine Betriebe – ist das Modell vergleichsweise einfach umzusetzen. Ist eine wirksame Gehaltsumwandlung vereinbart, kann die Bemessungsgrundlage für Sozialabgaben sinken, was zu Einsparungen bei den Lohnnebenkosten führen kann.

Arbeitgeberattraktivität steigt
Vor allem im Personalbereich bietet Dienstradleasing mehrere Vorteile. Es stärkt die Arbeitgeberattraktivität, unterstützt die Mitarbeiterbindung und signalisiert Engagement für Nachhaltigkeit und Gesundheit. Studien zeigen zudem, dass Beschäftigte, die regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln, häufig von besserer Konzentrationsfähigkeit und weniger Stress berichten.

Vor wenigen Wochen teilte der Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf mit, dass der Club ab sofort seinen Mitarbeitenden ein Dienstradangebot macht. „Das Fahrradleasing ist ein weiterer Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und ein wichtiger Baustein unserer Strategie, künftig noch umweltfreundlicher und attraktiver als Arbeitgeber zu sein“, erklärte Geschäftsführer Eike Korsen. Das Angebot, dass die Recken mit dem hannoverschen Anbieter linexo von Wertgarantie umsetzen, sollen sowohl die Handballprofis als auch die Mitarbeitenden nutzen können.  
Die Recken und auch kleinere Unternehmen profitieren davon, dass die Organisation in der Regel über den Anbieter erfolgt, der auch Versicherung, Serviceleistungen und Abwicklung übernimmt. Bei den Unternehmen bleibt ein überschaubarer administrativer Aufwand, zum Beispiel beim Start, wenn in der Lohnbuchhaltung die Gehaltsumwandlung eingepflegt werden muss. 

Ein gewisser Aufwand entsteht natürlich beim Ausscheiden eines Beschäftigten, bei längerer Krankheit oder während einer Elternzeit. Die verschiedenen Anbieter haben für diese Fälle aber auch Lösungen in ihrem Angebot. So bietet beispielsweise eleasa von der Modulat Leasing AG aus Hannover einen Ausfallschutz an. Dabei nimmt der Anbieter seinen Kunden alles ab und erstattet  in vielen Fällen sogar die Leasingraten. 

Einen Nachteil gibt es
Durch die Finanzierung des Leasingrads über die Gehaltsumwandlung sinkt das Bruttogehalt – und das führt im Alter zu einer etwas geringeren Rente. In einem Beispielfall der Deutschen Rentenversicherung wird bei einem Verdienst von 3000 Euro brutto im Monat ein 3500 Euro teures Rad über die häufig in Leasingverträgen vorgesehenen drei Jahre geleast – dafür müssen jeden Monat rund 107 Euro des Bruttogehalts umgewandelt werden. In diesem Fall sinken die Rentenbeiträge des Arbeitnehmers so um etwa 9,20 Euro und auch der Arbeitgeber zahlt 9,20 Euro weniger ein. Das heißt, in dieser Zeit werden 0,0783 Entgeltpunkte weniger erworben, was die monatliche Rentenhöhe im Alter um etwas mehr als drei Euro senkt. Dies sollten die interessierten Mitarbeitenden bedenken, gerade wenn sie dauerhaft oder mehrmals hintereinander ein Fahrrad leasen möchten.