Ein Flugzeug von Eurowings am Hannover Airport. Foto: Hannover Airport / Markus Lindert
Flughafen Hannover: Land fordert Drohnenschutz
12. August 2026Das Land Niedersachsen fordert die Aufnahme des Flughafens Hannover-Langenhagen in das Drohnen-Abwehrprogramm des Bundes und erklärt sich bereit, die Hälfte der nötigen Investitionen und damit knapp 4,9 Mio. Euro zu übernehmen.
Der Bund hat acht deutsche Flughäfen für das Anti-Drohnen-Programm ausgewählt. Dazu würde nach Passagieraufkommen auch Hannover gehören. In die Liste hat es jedoch Leipzig wegen des Frachtvolumens geschafft.
Für den Drohnenschutz des hannoverschen Airports setzen sich gemeinsam Verkehsminister Grant Hendrik Tonne und Innenministerin Daniela Behrens ein. Tonne erklärte, es sei angesichts der Bedeutung des Flughafens für das Flächenland Niedersachsen und darüber hinaus nicht nachvollziehbar, dass der Standort nicht in der vorgesehenen Ausbaustufe berücksichtigt werde. Er verwies auch auf den jüngsten Vorfall im August, bei dem wegen Drohnensichtungen der Flughafen in Hannover zeitweise gesperrt war. „Der aktuelle Vorfall ist ein weiterer Weckruf. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass diese Lücke unverzüglich geschlossen wird.“
Tonne weiter: „Das Land Niedersachsen ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und einen erheblichen finanziellen Beitrag zu leisten. Wir können und werden den Bund aber nicht aus seiner Verantwortung entlassen. Der Schutz kritischer Verkehrsinfrastruktur, der Passagiere und der Beschäftigten muss bundesweit auf einem einheitlich hohen Niveau gewährleistet werden. Wer die Drohnenabwehr auf einzelne Standorte konzentriert, riskiert Sicherheitslücken. Hannover-Langenhagen muss deshalb in das Bundesprogramm aufgenommen und mit moderner Detektions- und Abwehrtechnik ausgestattet werden.“
Neben der vom Land bereitgestellten Summe sehen Tonne und seine Kollegin Behrens den Bund und die weiteren Gesellschafter des Flughafens in der Pflicht. Die Innenministerin verwies zusätzlich auf die Rolle Hannovers als einziger Nachtflughafen im norddeutschen Raum. Deshalb sollten er unbedingt in die geplanten Maßnahmen einbezogen werden, so Behrens: „Zudem war der Flughafen bereits mehrfach von Drohnensichtungen betroffen, es besteht also dringender Handlungsbedarf.“
Die Landesregierung werde sich daher gegenüber dem Bund mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die finanziellen und konzeptionellen Voraussetzungen für einen umfassenden Schutz des Flughafens Hannover-Langenhagen geschaffen werden. Ziel ist eine leistungsfähige und dauerhaft tragfähige Drohnendetektion und -abwehr, die den besonderen Anforderungen eines großen Verkehrsflughafens mit 24-Stunden-Betrieb gerecht werde. (pm)
