Gruppenfoto der Göttinger OB-Diskussionsteilnehmer auf einer Treppe vor einem historischen Gebäude Dr. Ehsan Kangaranin, Dr. Florian Dinger und Onyekachi Oshionwu, eingerahmt von Alexandra Gerhardy und Christian Grascha.

Göttingen: Attraktiver, lebendiger, stärker - aber wie?

20. August 2026

Das sind die zentralen Fragen vor der Kommunalwahl aus Sicht der Göttinger Wirtschaft: Wie bleibt die Innenstadt attraktiv und lebendig? Wo entstehen neue Perspektiven für Gewerbeflächen und Unternehmensentwicklung? Und wie kann Göttingen im Wettbewerb um Fachkräfte noch stärker werden? Gestellt wurden sie von den rund 60 Unternehmerinnen und Unternehmern, darunter IHK-Vizepräsidentin Alexandra Gerhardy. Für die Antworten zuständig: Drei der vier Kandidierenden bei der Wahl zum Oberbürgermeister Göttingens: Dr. Florian Dinger (SPD), Onyekachi Oshionwu (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Ehsan Kangarani (CDU). Absagen musste Dr. Thomas Eilt Goes (Die Linke), 

Thema Innenstadt: Hier drehte sich die Diskussion um frühe, transparente Informationen beim Baustellenmanagement, um Erreichbarkeit und Parkplätze sowie Sicherheit und Sauberkeit. CDU-Kandidat Kangarani bezeichnete eine sichere und saubere Innenstadt als eine Grundvoraussetzung für Lebensqualität – untrennbar aus seiner Sicht verbunden mit der Entwicklung der Innenstadt. 

Aus Sicht der Grünen-Kandidatin Onyekachi Oshionwu bleibt bei der Digitalisierung der Stadt noch einiges zu tun: „Göttingen ist beim bundesweiten Smart-City-Index abgeschlagen auf Platz 55. Da können wir mehr“. Sie will sich für digitale Dienstleistungen, gebündelte Genehmigungsverfahren und ein zentrales Fördermittelmanagement einsetzen. 

Sozialdemokrat Dinger setzte Schwerpunkte bei den Themen Wohnungsbau und Fachkräftesicherung. Beides hängt durchaus zusammen: Bezahlbarer Wohnraum und schnellere Bebauungspläne haben auch deshalb eine wirtschaftliche Dimension, weil gerade Unternehmen das als Standortfaktor sehen, mit denen sich Fachkräfte für Göttingen gewinnen lassen. 

Aus Sicht der jedenfalls IHK ist im Vorfeld der Kommunalwahl klar: Eine starke Stadt braucht eine starke Wirtschaft, die sich aber nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen entfalten kann – ohne weiter Steuererhöhungen, insbesondere einer Verpackungssteuer. Und, unabhängig von jedem Wahlausgang: „Wir wollen einen offenen Dialog zwischen Politik und Unternehmen“, so der für Göttingen zuständige stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Christian Grascha. (mcm)