Die sieben Kandidierenden für das Landratsamt, eingerahmt an den Seiten von Alexandra Gerhardy und Christian Grascha.
Landratswahl: Wirtschaft fragt sieben auf einen Streich
02. September 2026Es sind die Themen, die Unternehmerinnen und Unternehmern derzeit auf den Nägeln brennen. Bürokratieabbau. Fachkräftesicherung. Digitalisierung. Wettbewerbsfähigkeit der Region. Genau die standen auch im Mittelpunkt, als sich die Kandidierenden für Chefposten im Landkreis Göttingen in der IHK-Geschäftsstelle den Fragen aus der Wirtschaft stellten. Drängende Fragen, gerichtet an sieben Menschen, die alle Landrat oder Landrätin werden wollen: Harm Adam (CDU), Ulrike Witt (SPD), Pippa Schneider (Bündnis 90/Die Grünen), Nina Lauterbach (Die Linke), Till Jonas Hampe (Volt), Harald Wegener (Wählergemeinschaft Landkreis Göttingen) sowie Marcel Riethig (Bürgergemeinschaft Landkreis Göttingen). Auf der von der IHK gebotenen Diskussionsplattform wurde deutlich, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises und die Zukunftsfähigkeit der Region zu den zentralen Themen der Landratswahl am 13. September gehören.
Alexandra Gerhardy, Vizepräsidentin der IHK Hannover, unterstrich die Bedeutung des Dialogs zwischen Wirtschaft und Politik. „Unternehmen brauchen verlässliche Bedingungen: schnelle Genehmigungen, eine leistungsfähige Verwaltung, Gewerbeflächen, bezahlbare Energie, gute Infrastruktur und Fachkräfte. Bürokratie, hohe Kosten und lange Verfahren bremsen Investitionen.“
Im weiteren Verlauf diskutierten die Kandidierenden über Möglichkeiten, Bürokratie und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Verwaltung stärker als Dienstleisterin für Unternehmen aufzustellen. Dabei spielte auch die Verwaltungsdigitalisierung eine zentrale Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Zukunft der Berufsschulstandorte im Landkreis Göttingen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erörterten, wie eine leistungsfähige berufliche Bildung gesichert und die duale Ausbildung langfristig gestärkt werden kann. Eng damit verbunden war die Frage, wie es gelingen kann, mehr Fachkräfte für die Region zu gewinnen und zu binden.
Auch das Standortmarketing wurde intensiv diskutiert. Dabei ging es um die Stärken des Landkreises Göttingen als Wirtschafts- und Lebensraum sowie um die Frage, wie diese Potenziale im Wettbewerb um Unternehmen, Investitionen und qualifizierte Arbeitskräfte besser sichtbar gemacht werden können. Alexandra Gerhardy hatte bereits in ihrer Begrüßung darauf hingewiesen, dass der Landkreis Göttingen ein vielfältiger Wirtschaftsstandort sei und dass „diese Stärken gemeinsam sichtbar gemacht werden“ müssten. Ein regionales Standortmarketing könne dazu beitragen, Fachkräfte, Unternehmen und Investitionen für die Region zu gewinnen.
Darüber hinaus wurden Fragen zur Verwaltungsstruktur des Landkreises sowie zum Klimaschutz diskutiert. Die Kandidierenden erläuterten ihre Vorstellungen dazu, wie ökologische Ziele mit einer starken wirtschaftlichen Entwicklung und guten Rahmenbedingungen für die Unternehmen in Einklang gebracht werden können.
Christian Grascha, Leiter der Geschäftsstelle der IHK Hannover in Göttingen, moderierte die Veranstaltung und zog ein positives Fazit: „Die Unternehmen im Landkreis Göttingen erwarten von der künftigen Kreisspitze verlässliche Rahmenbedingungen, schnelle Entscheidungen und eine Verwaltung, die wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht. Der direkte Dialog mit den Kandidierenden ist dafür unverzichtbar.“ (red)
