Der VHV-Vorstand mit dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Voigt (3.v.l.) Foto: VHV.
VHV-Gruppe legt bei Ergebnis zu und investiert kräftig in Digitalisierung
15. April 2026 | von Barbara DörmerDie VHV-Gruppe hat 2025 mit einem deutlichen Konzernjahresüberschuss abgeschlossen. Der hannoversche Versicherungskonzern mit den drei Kerngeschäftsfeldern Kraftfahrzeug-Versicherung, Bau und Biometrie (Lebens-/Rentenversicherungen) investiert kräftig in Digitalisierung und KI.
„Besonders erfreulich ist, dass wir uns trotz weiterhin anspruchsvoller Marktbedingungen in allen drei Kerngeschäftsfeldern erfolgreich behauptet und unsere Marktposition weiter ausgebaut haben“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Thomas Voigt bei der Vorstellung der Bilanzzahlen 2025. Diese Stärke ermögliche es dem Konzern, die Zukunft auf die kommenden Anforderungen auszurichten. Dazu zählten auch Investitionen in die Weiterentwicklung der bereits umfangreichen digitalen Fähigkeiten der Gruppe, auch mithilfe von KI.
Die gebuchten Bruttobeiträge der VHV-Gruppe stiegen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis legte mit rund 61 Prozent auf 408,4 Mio. Euro deutlich zu. Der Konzernjahresüberschuss erhöhte sich sogar um rund 40 Prozent auf 194,8 Mio. Euro. Dabei blieb die Zahl der Versicherungsverträge mit 12,9 Mio. Stück nahezu auf Vorjahresniveau. Maßgeblich zum Konzernerfolg 2025 trugen auch die Kapitalanlagen bei. So stieg der Kapitalanlagebestand der Gruppe von 17,2 Mrd. Euro auf 18,2 Mrd. Euro. Das Kapitalanlageergebnis belief sich auf 455,4 Mio. Euro.
Die VHV Allgemeine Versicherung AG hat 2025 ihre Bruttobeitragseinnahmen bei einer stabilen Vertragszahl (10,9 Mio. Stück) um 11,2 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro gesteigert und damit erstmalig die 3 Mrd. Euro-Schwelle überschritten. Im Kfz-Bereich, dem konzernweit umsatzstärksten Geschäftsfeld, legten die Bruttobeitragseinnahmen um 15,5 Prozent auf 2,0 Mrd. Euro zu. Die Rahmenbedingungen in den Kerngeschäftsfeldern Bau und Kfz seien auch 2025 anspruchsvoll geblieben und geprägt von weiterhin hohen Schadenkosten insbesondere im Kfz-Bereich, außerdem durch einen intensiven Wettbewerb, erklärte Dr. Sebastian Reddemann, Vorstandssprecher VHV Allgemeine. Die Combined Ratio der Sparte wurde auf 94,2 Prozent (Vorjahr: 95,0 %) verbessert, im konzernweit umsatzstärksten Geschäftsfeld Kfz sogar auf 95,9 Prozent (2024: 97,8 %). Für eine effiziente Schadenregulierung und -Schadenbeseitigung bei Kfz setzt der Versicherer auf moderne Technologien: So kommt beispielsweise bei der der Ermittlung von Hagelschäden ein Licht- und Laserscanner zum Einsatz. Unter dem Strich erhöhte die VHV Allgemeine ihr operatives Ergebnis um 11,2 Prozent auf 264,9 Mio. Euro und erzielte einen Jahresüberschuss von 218,9 Mio. Euro (2024: 216,1 Mio. Euro).
Bei der Hannoverschen Lebensversicherung AG lagen die Bruttobeitragseinnahmen mit 1.035,4 Mio. Euro um 2 Prozent über Vorjahr. Dabei erhöhte sich die Anzahl der Versicherungsverträge um 0,8 Prozent auf 1,15 Mio. Stück. Im Neugeschäft mit den zwei wichtigsten Produktarten, Risikolebensversicherung und Invalidität, erzielte die Hannoversche einen Zuwachs von 0,9 Prozent auf 51,5 Mio. Euro. Insgesamt stieg der Neugeschäftsbeitrag im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent auf 83,4 Mio. Euro an.
Im internationalen Geschäft der VHV, der VHV International SE, stiegen die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen um 2,5 Prozent auf 538,7 Mio. Euro. Bei einem gleichzeitigen Rückgang des Schadensaufwands wurde die Combined Ratio von 96,6 Prozent auf 93,4 Prozent verbessert.
Der Konzern habe laut Voigt frühzeitig begonnen, seine Systemlandschaft mit Digitalisierungsprojekten zu modernisieren und in den vergangenen Jahren 100 Mio. Jahren investiert. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz stelle den nächsten Schritt im Rahmen der technologischen Weiterentwicklung dar. Dabei gehe es um ein ganzheitliches Zusammenspiel aus Technologie, Daten, regulatorischen Anforderungen, Mitarbeiterkompetenzen und Kundenerwartungen. Außerdem will die Gruppe deutlich wachsen.
Vor dem Hintergrund, dass bis 2030/2031 die Zahl der Beschäftigten durch Ausscheiden in den Ruhestand von aktuell 4600 um rund 1000 schrumpft, sieht der Konzern darin eine recht anspruchsvolle Aufgabe.
