Kuppel einer Kirche in Rom bei Sonnenuntergang, jerome82-rome-5055278

Streiflicht, Freitags-Kolumne: Großartige Menschheit

22. Mai 2026 | von Klaus Pohlmann

Dies ist weniger eine Wochenend-Glosse, mehr so etwas wie eine Ankündigung vor dem Pfingstwochenende. Im Augenblick, als auf dem Petersplatz in Rom der Name des neuen Papstes ausgerufen wurde, war klar, in welche Tradition er sich stellt. Na gut, vielleicht ein langer Augenblick bei manchen: Die Überraschung war einfach zu groß. Der unmittelbare Namensvorgänger Leos XIV. steht für den Ursprung der Katholischen Soziallehre, 1891 mit einem Rundschreiben zur Sozialen Frage. An diesem Pfingstmontag kommt die Enzyklika des aktuellen Papstes, und die Erwartungen daran werden höchstens noch von der Bedeutung des Themas übertroffen. Es geht um die „Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“, schreibt Vatican News. Das Rom diese Frage aufgreifen würde, hatte Leo XIV. schon in seiner Antrittsrede deutlich gemacht. Um die Spannung noch hochzutreiben: Zwei niedersächsischen Stimmen gibt es im Vorfeld. Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, geboren im Emsland und gerade von Hildesheim nach Münster abgewandert, hat im Handelsblatt deutlich gemacht, welche Bedeutung das neue Schreiben haben kann. Und Dr. Manfred Spieker, lange an der Uni Osnabrück Professor für Christliche Sozialwissenschaften, hat in der FAZ die Soziallehre der Kirche Revue passieren lassen. Damit ist der Teppich ausgerollt. Wie vor 135 Jahren nimmt sich der Papst eine zentrale Frage vor. Am Montag wissen wir mehr: Das war die Ankündigung zum Pfingstwochenende. (pm)