Reiner Reifenhersteller: Die Continental-Zentrale in Hannover. Foto: Continental
ContiTech geht an Investmentgesellschaft
06. Juli 2026Hannover. Die Continental AG hat den Bereich ContiTech an eine Tochtergesellschaft der Investmentgesellschaft Lone Star Funds mit Hauptsitz in London verkauft. Das hannoversche Unternehmen erhält 4 Mrd. Euro. Außerdem wurden einer Mitteilung zufolge erfolgsabhängige Komponenten in Höhe von bis zu 250 Mio. Euro in den Folgejahren vereinbart. Mit dem Verkauf des Industriegeschäfts stellt Continental erstmals in seiner Geschichte ausschließlich Reifen her. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Continental erwartet einen Barmittelzufluss in Höhe von rund 3,1 Mrd. Euro aus der Transaktion. Davon sollen rund 2,5 Mrd. Euro in Form als Sonderdividende oder einer Kombination aus Sonderdividende und Aktienrückkäufen verwendet werden.
ContiTech zählt zu den weltweit führenden Industriespezialisten und beschäftigt rund 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Portfolio reicht von Förderband- und Antriebssystemen über Flüssigkeitsmanagement bis hin zu Dämpfungs- und Oberflächenanwendungen. Im Geschäftsjahr 2025 setzte der Unternehmensbereich rund 4,4 Mrd. Euro um. Das Unternehmen bedient eine breite Palette industrieller Endmärkte, darunter Bergbau, Energie, Bau und Infrastruktur, Off‑Highway‑ und Mobilitätsanwendungen sowie die industrielle Fertigung. Ergänzend ist ContiTech in der Automobilindustrie sowie in den Bereichen Möbel, Druck und Verpackung aktiv.
Bei Continental verbleiben rund 55.000 Beschäftigten in weltweit 19 Reifenwerken. Mit dem Verkauf von ContiTech geht eine mehr als 30 Jahre währende Ära zu Ende, in der sich das 1871 gegründete Unternehmen von seinem ursprünglich auf Gummi und Kunststoffe konzentrierten Geschäft zum breiter aufgestellten Automobilzulieferer mit Komponenten für Bremen, Fahrwerk und Antriebsstrang entwickelte. Diese Bereiche wurden bereits in den vergangenen Jahren aus dem hannoverschen Unternehmen herausgelöst. (pm)
