Alle zusammen: Armin Sternberg und Frank Dosquet (WTD 91), Olaf Lies, Thomas Theeg, Frank Wachter (Landeskommando) und Christoph Schneider (WTD 91). Foto: Pohlmann
Serienstart: Laser gegen Drohnen aus Hannover
06. August 2026Der knapp vereitelte Drohnenangriff in Leipzig dürfte das Medieninteresse deutlich nach oben geschraubt haben: Die Presseplätze waren voll, als die Fiberbridge Photonics GmbH jetzt in Hannover den Start der Serienproduktion für Hochleistungslaser zur Drohnenabwehr verkündete.
Rund 1000 Einzelsysteme pro Jahr: Diese Marke strebt Fiberbridge Photonics mittelfristig an und will dazu die Zahl der Mitarbeitenden in den kommenden Jahren von jetzt 50 auf 200 bis 300 erhöhen, sagte Dr. Thomas Theeg, Geschäftsführer und Mitgründer des Unternehmens. Der Laser kann sowohl einzelne Drohnen bekämpfen als auch Drohnenschwärme, wenn man 30 bis 40 dieser Systeme zusammenschließt. Technisch anspruchsvoll, aber machbar, so Theeg.
Mit der Serienfertigung auf etwa 1000 Quadratmetern im Wissenschaftspark Marienwerder dürfte das hannoversche Unternehmen europaweit die Nase vorn haben: Man sei das erste Unternehmen in Europa mit einer entsprechenden Produktion, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Leistung der Systeme sei mit dem israelischen Iron Beam vergleichbar.
Die Laserwaffe ist eine Reaktion auf die seit dem Ukrainekrieg veränderte Kriegführung mit billig zu produzierenden Drohnen, die in großer Zahl eingesetzt werden. Von den rund 100 Bauteilen werden die meisten in Hannover vor Ort gefertigt und zu einem koffergroßen Gerät zusammengebaut. Fiberbridge Photonics setzt außerdem auf eine resiliente Lieferkette, um eine sichere Produktion zu gewährleisten: Entwicklung und Fertigung erfolgen vollständig in Niedersachsen.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies verwies auf die aktuelle Situation, auch mit Blick auf den Vorfall in Leipzig: Das Land habe ein gutes Lagebild, was hybride Bedrohungen angeht, „und die Zahlen sind erschreckend.“ Er sieht den Einstieg in die Serienproduktion ausdrücklich als wesentlichen Beitrag zur Sicherheit.
Lies hob aber darüber hinaus weitere Aspekte hervor: Fiberbridge Photonics entstand im Umfeld des Laserzentrums Hannover, einer weltweit führenden Forschungseinrichtung in diesem Bereich. Das junge Unternehmen wurde von HannoverImpuls, der Wirtschaftsförderung der Region Hannover, unterstützt. Mit der Skalierung, der Serienproduktion in großen Zahlen, wird jetzt der letzte Schritt von der Innovation in die Anwendung getan: Vorbildlich aus Sicht von Olaf Lies und gut für den Standort.
Er lobte auch, dass der Produktionsstart „nicht einfach nur stattfindet.“ Sondern bewusst in die Öffentlichkeit getragen wurde. Unter anderem war auch Oberst Frank Wachter, Chef des Landeskommandos Niedersachsen, in Hannover dabei. Wie weit das Interesse an den Lasersystemen aus Hannover reicht, wurde durch die Teilnahme von Joanna Kluzik-Rostkowska deutlich. Sie ist nicht nur Mitglied des polnischen Parlaments, des Sejm, sondern steht auch an der Spitze der der Delegation Polens bei der Nato.
Getestet werden die Laser aus Hannover ebenfalls in Niedersachsen, bei der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) in Meppen. Deren Direktor Frank Dosquet betonte ebenfalls die Bedeutung einer Waffe, die in große Zahl eingesetzte, vergleichsweise billige Drohnen zuverlässig bekämpfen kann. Der Hochenergielaser sei die unverzichtbare Antwort auf die veränderte Bedrohung aus der Luft. Dass Fiberbridge Photonics jetzt mit einer hoch innovativen Technolgie in die skalierbare Fertigung starte, sei der richtige Schritt zur richtigen Zeit, mache Dosquet deutlich: “Beispielgebend.”
