Holtmann Messestand auf einer internationalen Messe mit Kanada Branding und Besuchern Der Messestand Kanada wurde im April auf der Hannover Messe für den Kunden Next Gen gebaut. Foto: Holtmann/Markus Schwalenberg

Holtmann: Miteinander erfolgreich

05. August 2026 | von Stefan Preuß

Das auf Live-Kommunikation spezialisierte Unternehmen Holtmann+ aus Langenhagen beteiligt seit 20 Jahren ihre Mitarbeitenden am Unternehmen. 
 

Vom kleinen Familienbetrieb hat sich Holtmann+ zu einem international tätigen, agilen 360-Grad-Full-Service-Anbieter der Livekommunikation mit aktuell rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt. Wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte ist ein Beteiligungsprogramm, das in diesem Jahr das 20. Jubiläum feiert und die Belegschaft zu Mitunternehmern macht. Das Unternehmen wurde 1950 in Langenhagen bei Hannover als Tischler- und Zimmereibetrieb gegründet. Die tiefe Handwerkserfahrung setzte Holtmann später auch im Messebau ein, nachdem 1947 in Hannover erstmals eine Exportmesse stattfand, die vier Jahre später in Hannover Messe umbenannt wurde. Durch internationale Projekte an Messestandorten weltweit wuchs Holtmann zu einem führenden Unternehmen mit heute zwei Standorten: Hannover und seit 2010 auch Nürnberg. 

Der Unternehmer Claus Holtmann führte das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2006 ein. Es ging ihm darum, die Belegschaft am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Gleichzeitig unterstrich er damit sein großes soziales Engagement. Vom Start weg wurde das Angebot von den Mitarbeitern gut angenommen, die gerne zu Mitunternehmern wurden.

Programm als Anker in der Pandemie

Die Verwerfungen der Corona-Pandemie brachten Messen zunächst zum Erliegen und forderten schnelle, kreative Neuansätze.  Heute als Holtmann+ firmierend, liegt ein Transformationsprozess gewissermaßen im Zeitraffer hinter den Mitarbeitenden. In dieser herausfordernden Phase zeigte sich der Mehrwert des bereits etablierten Beteiligungsprogramms, erinnert sich Geschäftsführer Jörg Zeißig: „Es hat sich ein besonderer Spirit gezeigt, ein Gemeinschaftsgefühl, das dem Unternehmen geholfen hat, aus der Pandemie gestärkt hervorzugehen.“ Nicht zuletzt half auch das Mitarbeiter-Kapital, die Transformation zu finanzieren.

„Unser Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ist ein wertvoller Baustein unserer partnerschaftlichen Unternehmenskultur“, betont Ilka Schulze, die als Geschäftsführerin der Mitarbeitergesellschaft die Organisation verantwortet. Unter dem Motto „Fair miteinander erfolgreich“ werden Teamarbeit, Partnering, die eigenverantwortliche Gestaltung der Arbeitszeit sowie zielorientiertes Denken und Arbeiten seit nun 20 Jahren als wichtige Erfolgsfaktoren definiert. 

Beschäftigte als stille Gesellschafter

Holtmann+ hat ein System gewählt, bei dem sich die Mitarbeiter als stille Gesellschafter über die Holtmann Mitarbeiterbeteiligungs GmbH (HMG) engagieren. Der Nennwert eines Holtmann-Beteiligungsscheins beträgt 250 Euro. Der Kauf von bis zu drei Anteilen wird unterstützt, und zwar mit 100 Euro für den ersten und je 50 Euro für den zweiten und dritten Schein – statt 750 Euro müssen Mitarbeitende also nur 550 Euro zahlen. Wer darüber hinaus noch weitere Beteiligungsscheine erwerben möchte, kann dies bis zu einem Gesamtbetrag von 5000 Euro jährlich tun, allerdings ohne Discount. Damit sind die Beschäftigten am Unternehmensergebnis beteiligt. 

Die HMG verzinst diese Einlage abhängig vom Unternehmensergebnis. Die Verzinsung ist auf maximal 13 Prozent gedeckelt; rutschte Holtmann+ in die roten Zahlen, würde maximal 1 Prozent abgezogen. Henning Ordas, ebenso langjähriger Mitarbeiter und Teilnehmer am Programm, befindet das als „hochattraktive Anlageform“. Die Renditeaussicht bewege ihn jedes Jahr aufs Neue am Programm teilzunehmen. Das dürfen übrigens auch schon Auszubildende. „Wir kannten das als Möglichkeit gar nicht und finden es sehr positiv“, heißt es von den Auszubildenden. Es war für viele daher keine Frage, einen Anteilsschein zu kaufen – und dies auch weiter regelmäßig zu machen.

Thesaurierung der Gewinne möglich

Die HMG führt ein Beteiligungskonto, auf dem Gesellschaftseinlagen gebucht werden. Teilnehmende Mitarbeiter sind stille Gesellschafter der HMG. Die Höhe der Einlagen entspricht dem Nennwert der Beteiligungsscheine und übersteigt somit den real geleisteten Kaufbetrag um den Förderbetrag. „Auf Wunsch aus dem Mitarbeiterkreis haben wir seit 2012 die Möglichkeit geschaffen, Anteile über das Jahr hinweg anzusparen“, führt Schulze aus. Ebenfalls auf Wunsch der Beteiligten gibt es seit 2016 die Möglichkeit, die Zinsen (ohne Kapitalertragsteuer und Solidarzuschlag, die direkt an das Finanzamt abgeführt werden) für den Kauf von Anteilen des Folgejahrs stehenzulassen. Der Erwerb jedes Beteiligungsscheins ist auf mindestens fünf Jahre angelegt. „Diese Sperrfrist ist notwendig, denn nur so können langfristige Investitionen bei der HKG finanziert werden“, erläutert Zeißig. 

In der Pandemie bewährt

Für Zeißig und Schulze stellt die Mitarbeiterbeteiligung ein sehr effizientes Werkzeug dar, Mitarbeitende zu finden und sie zu halten. Insbesondere in Sondersituationen wie der Pandemie habe sich das Angebot bewährt: „Es ist eine wichtige unternehmerische Aufgabe, das Team zusammenzuhalten. Das fällt umso leichter, je größer die Vertrauenssphäre ist und die Motivation der Mitarbeiter, am Unternehmen festzuhalten und es zu stützen.“