Eingang der Hannover Messe mit Besuchern und großem Schild, aufgenommen für ein Webmagazin Am Montag öffnet die Hannover Messe - hier ein Bild aus dem vergangenen Jahr. Foto: Deutsche Messe AG

Hannover Messe: KI ist in voller Breite angekommen

17. April 2026 | von Klaus Pohlmann und Barbara Dörmer

Unmittelbar vor dem Start der Hannover Messe am 20. April hat Messechef Dr. Jochen Köckler den Stand der Dinge verkündet. KI ist das beherrschende Thema, Brasilien ein Partnerland mit gewichtigen Argumenten.

 

ÖPNV-Streik an den ersten beiden Messetagen: Dazu wurden kurzfristig noch Krisengespräche einberufen. Auf jeden Fall soll es Ersatzangebote geben.


Wo sonst, wenn nicht in Hannover, sollte deutlich werden, wie Künstliche Intelligenz die Industrie mehr und mehr durchdringt. Die hannoversche Industrieausstellung ist, das betonte der Dr. Jochen Köchkler als oberster Messemacher, die relevanteste Veranstaltung ihrer Art weltweit. Mehr als 3000 ausstellende Unternehmen und Institutionen werden auf dem Messegelände vertreten sein. 

Konkrete KI-Anwendungen

Die werden konkrete Anwendungen von Künstlicher Intelligenz in der Industrie zeigen, so Köckler. Das steht im Mittelpunkt und ist der rote Faden durch die fünf Messetage vom 20. bis zum 24. April. An der Entwicklung in der Robotik machte Köckler sowohl die technische Entwicklung als auch die Rolle der Hannover Messe deutlich. Es sei schließlich noch nicht so lange her, dass man die Roboter in der Produktion hinter den Schutzzonen hervorgeholt hätte. Gefolgt von leicht programmierbaren Robotern, die mit Menschen zusammenarbeiten können – kooperative Maschinen. Alles Themen der Industrie 4.0. Künstliche Intelligenz ermögliche jetzt Roboter, die eigenständig Entscheidungen treffen könnten. Und die ganze Entwicklung war zu sehen im Schaufenster Hannover Messe.

Person auf der Hannover Messe, möglicherweise Koeckler, vor einem Messe-2026-Hintergrund
Dr. Jochen Köckler. Foto: Pohlmann

Köckler wies zudem auf die große Bandbreite der Unternehmen hin, die auf das Messegelände kommen: Von den großen Tech-Konzernen bis zu Start-ups. Und gerade die jungen Unternehmen seien sehr eng an den zukunftsträchtigen Messethemen dran, sagte er. Rund 200 werden auf der Messe vertreten sein. Auf der anderen Seite zum Beispiel als Cloud-Anbieter die Konzernunternehmen Alibaba oder Schwarz digits. Und dazwischen Unternehmen, die im vorzugsweise familiengeführten Mittelstand zu Hause sind oder zumindest ihre Ursprünge dort haben. Und die der Hannover Messe zum Teil seit ihren Anfängen die Treue halten. 

Drei Nominierte für den Hermes-Award

Drei dieser Unternehmen sind auch für den Hermes Award, den Innovationspreis der Hannover Messe, nominiert. Die Festo-Gruppe aus Esslingen für eine Entwicklung, die einen hoch präzisen Umgang mit Flüssigkeiten ermöglicht und damit beispielsweise Krebs-Behandlungen für einen größeren Patientenkreis ermöglicht. Schaeffler aus Herzogenaurach für eine Serie von unterschiedlich großen Antriebseinheiten – Aktuatoren - für humanoide Roboter. Und Ziehl-Abegg aus Künzelsau für einen Elektromotor, der in Aufzugsanlagen eingesetzt wird und ohne seltene Erden auskommt. Verkündung des Siegers am Sonntagabend bei der Messeeröffnung mit Bundeskanzler Friedrich Merz und dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. 

Damit wäre dann auch der Brückenschlag geschafft zu zwei anderen Säulen der Hannover Messe. Brasilien, das Partnerland, kommt mit rund 150 ausstellenden Unternehmen. Und passt in jeder Hinsicht in die Zeit. Als Land mit großen Vorräten an Seltenen Erden, die eben selten bleiben – auch wenn der Ziehl-Abegg-Motor ohne auskommt. Und, zum Beispiel, als Land, das stark auf erneuerbare Energie setzt. Zentral ist die Brasilen-Präsenz in Halle 12, außerdem in den Hallen 11 und 17. Auch Biodiversität ist ein Thema angesichts der Artenfülle des amazonischen Regenwaldes. 

Aber Brasilien ist eben auch das größte Land des Mercosur: Das Handelsabkommen mit der EU soll ab Mai vorläufig angewendet werden. Rund 300 Unternehmen aus Mercosur-Ländern werden in Hannover sein. Die politische Strahlkraft der Industriemesse wird nicht nur durch am Vorabend der Messe durch den deutschen Bundeskanzler und den brasilianischen Präsidenten deutlich. Die Liste der Kabinettsmitglieder, Europapolitikerinnen und -politiker und internationaler Delegationen ist lang. Sie treffen in Hannover auf Vertreterinnen und Vertreter von Top-Unternehmen aus aller Welt – zum Beispiel bei einem neuen Angebot in diesem Jahr, der Center Stage in Halle 25. Und auch dort zieht sich ein Thema durch das Programm: Künstliche Intelligenz. 

www.hannovermesse.de

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Die IHK auf der Messe
Auch die IHK Hannover ist auf der Messe präsent - in Halle 4, Stand 11.