Hannover Messe 2025. Foto: Deutsche Messe AG
Hannover Messe mit rotem Faden KI
25. Februar 2026 | von Barbara DörmerRund 3500 Aussteller präsentieren auf der Hannover Messe vom 20. bis 24. April ihre Lösungen für die Produktion und Energieversorgung. KI zieht sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Als Partnerland ist Brasilien an Bord.
Die Deutsche Messe AG erwartet zur Hannover Messe 2026 rund 3500 Aussteller aus dem Maschinenbau, der Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft. Die Messe startet in acht Wochen - vom 20. bis 24. April – mit neuem Hallenlayout und neuen Wissens- und Networking-Formaten und dem Partnerland Brasilien. Der rote Faden, der sich durch die drei Ausstellungsbereiche drei Ausstellungsbereiche Automatisierung & Digitalisierung (Hallen 13 bis 17, 23-27) , Energie & Industrieinfrastruktur (11-13), Forschung & Technologietransfer (Halle 11) zieht, ist Künstliche Intelligenz. Der Bereich Energie & Industrieinfrastruktur fächert sich auf in Energietechnik & Energieautomation, Energieinfrastruktur & Speicherlösungen sowie Wasserstoff-Technologien.

Globaler Wettbewerb, steigender Kostendruck und die rasante Dynamik technologischer Innovationen stellten die produzierende Industrie vor die größte Transformationsaufgabe ihrer Geschichte. In dieser Phase des Umbruchs bräuchten Unternehmen eine Plattform, die technologische Innovationen präsentiert und in konkrete Anwendungsbeispiele übersetzt, erklärte Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, bei der Preview vor der Presse. Mit dem KI-Fokus wolle die Messe zeigen, wie aus den Herausforderungen unserer Zeit konkrete Wettbewerbsvorteile entstehen. „Wer heute mutig in KI, Automatisierung und digitale Systeme investiert, schafft die Grundlage für Effizienzsprünge, Resilienz und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit.“ Industrielle KI werde zum zentralen Innovations- und Wachstumstreiber – durch Analyse der Produktionsdaten in Echtzeit, optimierten Prozessen und der intelligenten, adaptiven Steuerung von Produktionsabläufen. Außerdem eröffne sie Unternehmen neue datengetriebene Geschäftsmodelle und zusätzliche Wertschöpfungspotenziale. Auf der Messe wird erstmals auch das Thema Physical AI – also KI-Systeme, die unmittelbar mit der physischen Welt interagieren, etwa in Maschinen, Anlagen oder Robotern - eine zentrale Rolle spielen.
Zu den Ausstellern zählen globale Tech-Unternehmen wie AWS, Microsoft, SAP, Schneider Electric oder Siemens sowie mittelständisch geprägte Technologieführer wie Beckhoff, Festo, HARTING, ifm, LAPP, Phoenix Contact, Rittal, Schaeffler oder SEW. Forschungsinstitute wie Fraunhofer oder das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) skizzieren die Industrielösungen. Mehr als 200 Startups aus unterschiedlichen Technologiefeldern zeigen ihre Lösungen. Neu auf der Ausstellerliste stehen beispielsweise Rockwell Automation, Agile Robots, DMG Mori, Bosch Connected Industry, Schwarz Digits, Jumo, Denso, Wandelbots oder German Edge Cloud. Diese Liste zeige, wie stark insbesondere die Themen Robotik, Automatisierung und Künstliche Intelligenz auf der Messe ineinandergriffen.
Die Messe setzt außerdem auf neue Wissens- und Networking-Formate zum praxisnahen Austausch über Herausforderungen und Lösungen in Form von Masterclasses, Roundtables, Expert Stages oder Matchmaking. Auf einer neuen „Center Stage“ diskutieren führende Köpfe aus Industrie, Politik und Forschung über Lösungsansätze für die Zukunft der Industrie. Zu den Sprecherinnen und Sprechern zählen etwa Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, die Unternehmerin Verena Pausder, die Zukunftsforscherin Amy Webb, Accenture CEO Julie Sweet, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger oder Armin Papperger, CEO von Rheinmetall.
Thematisch neu ist der Defense Production Park. Dort wird gezeigt, wie moderne Produktionstechnik die Anforderungen sicherheitskritischer Fertigung erfüllt und zugleich hochgradig skalierbar bleibt. Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Industriezweige – müssen jedoch infolge der „Zeitenwende“ ihre Kapazitäten in kürzester Zeit deutlich ausweiten. Wie dies gelingt, ohne Kompromisse bei Sicherheit und Qualität einzugehen, bildet den Fokus dieses neuen Ausstellungsthemas.
Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage gewinnt das Messegastland Brasilien – und mit ihm ganz Südamerika – als verlässlicher Handels- und Industriepartner für Deutschland und Europa weiter an Bedeutung. Diversifizierte Lieferketten, Zugang zu Rohstoffen sowie gemeinsame Industrie- und Klimaprojekte rücken stärker in den Fokus. Eröffnet wird die Messe vom Präsidenten des Gastlandes, Luiz Inácio Lula da Silva, und dem Bundeskanzler – Premiere für Friedrich Merz. Neben hochrangigen internationalen Delegationen kommen weitere führende Vertreter der deutschen Politik zur Messe, darunter Forschungsministerin Dorothee Bär sowie Verteidigungsminister Boris Pistorius.
