Bilanz 2025: Enercity weiter auf Kurs Energie- und Wärmewende
09. April 2026 | von Georg ThomasWenig Wind, aber viel Investiert: enercity hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 6,2 Mrd. Euro und ein EBITDA von rund 478 Mio. Euro erzielt. Der Konzern sieht sich weiterhin voll auf Kurs in Sachen Energie- und Wärmewende.
Das hannoversche Energieunternehmen enercity hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 6,21 Mrd. Euro (2024: 7,35 Mrd. Euro) erzielt und sich damit in einem Jahr mit extremen Marktbedingungen solide entwickelt. Neben der angespannten geopolitischen Lage und den volatilen Energiemärkten habe sich auch ein extrem schwaches Windjahr auf das Ergebnis des Konzerns ausgewirkt. Enercity erreichte ein EBITDA von rund 478 Mio. Euro (2024: 588,7). Nach zwei Jahren mit Sondereffekten liegen die Ergebnisse damit – wie erwartet – unter dem Niveau der beiden Vorjahre.
Aurélie Alemany, Vorstandsvorsitzende der enercity AG unterstrich bei einer Pressekonferenz am 9. April, dass sich der Konzern weiter auf Kurs sehe und, dass „wirtschaftliche Stabilität und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind. Unser Kurs bleibt klar: Wir setzen auf nachhaltige, unabhängige und verlässliche Energie für die Industrie, die Kommunen und unsere Kundinnen und Kunden und treiben die Transformation entschlossen voran”, sagte Alemany.
Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 28 Mio. auf 653 Mio. Euro gestiegen und liegen damit erneut auf einem sehr hohen Niveau. Sie flossen vor allem in den Aus- und Zubau erneuerbarer Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen sowie Infrastruktur und Digitalisierung, um die Flexibilisierung voranzutreiben. Dr. Marc Hansmann kündigte an, dass enercity auch im Jahr 2026 und den Folgejahren weiter stark investieren werde, auch in den Ausbau des Stromnetzes. So seien etwa Investitionen in die Umspannwerke geplant.
Fortschritte bei erneuerbarer Erzeugung
Im Jahr 2025 hat enercity den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung vorangetrieben. Die Produktion stieg um 17 Prozent auf 2.305 Gigawattstunden. Damit entfielen fast 60 Prozent der gesamten Stromerzeugung des Unternehmens auf regenerative Quellen. Insgesamt wurden zusätzlich 155 Megawatt an klimafreundlicher Leistung installiert – mit einem klaren Schwerpunkt auf Onshore-Windenergie, Photovoltaik sowie Batteriespeicher.
Der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung konnte im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent gesteigert werden – von 27 auf rund 32 Prozent. Maßgeblich dazu beigetragen haben die neuen klimaneutralen Wärmeerzeugungsanlagen für den Kohleausstieg in Hannover, darunter ein Biomasseheizkraftwerk, in das enercity rund 195 Mio. Euro investiert hat.
Mit der Inbetriebnahme der Anlage wurden die Voraussetzungen geschaffen, um den ersten Block des Kohlekraftwerks Ende Februar 2026 planmäßig stillzulegen. Parallel dazu schreitet der Netzausbau der klimafreundlichen Fernwärme in Hannover voran – so kamen 2025 mehr als 10 Kilometer neue Trassen hinzu.
In 47 Kommunen bundesweit betreibt enercity mittlerweile öffentliche Ladepunkte für die E-Mobilität. Ein wichtiger Meilenstein wurde 2025 mit der Inbetriebnahme des 1000. öffentlichen Ladepunkts in Hannover erreicht. Damit verfügt die niedersächsische Landeshauptstadt über eines der dichtesten öffentlichen Ladenetze unter deutschen Großstädten. Parallel dazu weitet enercity seine Aktivitäten als Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur aus – unter anderem in Hamburg und jüngst in Bremen. In beiden Städten errichtet enercity mehr als 550 Ladepunkte. Zudem profitieren immer mehr enercity-Kunden von smarten Tarifen, die ein flexibles und kosteneffizientes Laden ermöglichen.
Digitaler Zwilling des Stromnetzes setzt Maßstäbe
enercity setzt auf eine konsequente Digitalisierung der Netzinfrastruktur, mit dem „Digitalen Zwilling” hebt sie die Stromversorgung auf ein neues Niveau: Erstmals liegt ein aktuelles Echtzeit Abbild des gesamten Niederspannungsnetzes vor – die Basis für noch höhere Versorgungssicherheit und die Integration erneuerbarer Energien. Damit setzt enercity einen neuen Maßstab für moderne Netzführung und trägt entscheidend zur Umsetzung der Energiewende in urbanen Räumen bei.
Nachhaltige Finanzierung
enercity stützt sich auf eine langfristig gesicherte Finanzierung, um die Energie- und Wärmewende voranzutreiben. Dieser Kurs setzt sich auch in den kommenden Jahren fort. „Große Investitionen brauchen eine stabile finanzielle Grundlage. Das Eigenkapital des Gesamtkonzerns ist gegenüber dem Vorjahr um 57 Mio. Euro auf 1,26 Mrd. Euro gestiegen – das entspricht einer Zunahme von rund fünf Prozent. Damit haben wir unser Eigenkapital in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Zusätzlich konnten wir 2025 gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover einen Konzernkredit vereinbaren – als eines der ersten kommunalen Energieunternehmen in Deutschland”, sagt Marc Hansmann, Vorstand für Finanzen und Infrastruktur der enercity AG. Der innovative Konzernkredit ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Finanzierung. Auch dadurch werden große Investitionen in den kommenden Jahren in die Wärmewende (1,5 Mrd. bis 2040) und das Stromnetz (2 Mrd. bis 2035) ermöglicht.
Anforderungen der Transformation
Im Jahr 2025 hat enercity ein konzernübergreifendes Transformationsprogramm mit dem Namen „voran“ gestartet. Denn auch auf die Mitarbeitenden des Konzerns haben die tiefgreifenden Veränderungsprozesse der gesamten Branche Auswirkungen. Die Anzahl der Mitarbeitenden stieg im Jahr 2025 konzernweit auf knapp 4000. „Wir sehen eine hohe Dynamik im Arbeitsalltag, sich schnell ändernde Rahmenbedingungen und neue Anforderungen an die Unternehmenskultur. Digitalisierung und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz versetzen uns in die Lage, Prozesse effizienter auszurichten und flexibler auf neue Anforderungen zu reagieren. Durch gezielte Qualifizierung, lebenslanges Lernen und moderne Formen der Zusammenarbeit stellen wir enercity als Organisation zukunftsfähig auf", sagt Eefje Pompen, Personalvorständin von enercity.
enercity steht weiter für einen klaren Kurs der Energie- und Wärmewende und treibt diesen aus dem Norden für ganz Deutschland entschlossen voran.
