Datensammler: Die Falcon 20e der DLR.
Kondensstreifen: TUI lässt Flüge begleiten
26. November 2025Hannover. Seit Ende November werden mehrere TUIfly-Flüge von einem Forschungsflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) begleitet. Die Falcon 20E folgt dabei gezielt in sicherem Abstand Passagier-Jets, die durch Regionen fliegen, in denen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Kondensstreifen bilden. Der seltene Einsatz soll Echtzeitdaten liefern. An Bord des Forschungsflugzeugs werden die entstehenden Kondensstreifen vermessen, die von modernen, rußarmen Triebwerken erzeugt werden.
Wissenschaftler schätzen, dass Kondensstreifen für bis zu ein bis zwei Prozent der globalen Erwärmung verantwortlich sind. Die Messungen sollen zeigen, wie stark neue Triebwerkstechnologien diese Wirkung mindern können.
„Als Partner der Wissenschaft stellen wir unsere Flüge und unser operatives Know-how bereit. Wir wollen dazu beitragen, dass Forschungsergebnisse schnell in den Alltag der Luftfahrt gelangen – um den Klimaeffekt unserer Flüge zu verringern“, sagt Christoph Todt, im Bereich TUI Airline für Nachhaltigkeit zuständig.
Die Flüge finden im Rahmen des neu gestarteten EU-Forschungsprojekts A4Climate statt, in dem 17 Partner aus neun Ländern zusammenarbeiten. Das Projekt soll Lösungen entwickeln, um die Klimawirkung von Kondensstreifen zu verringern – unter anderem durch neue Triebwerkstechnologien, alternative Treibstoffe und klimaoptimierte Flugführung. Zu den führenden Partnern zählen das DLR, der Deutsche Wetterdienst, die Max-Planck-Gesellschaft, die ETH Zürich, Imperial College London, Eurocontrol, Flightkeys, Breakthrough Energy sowie TUIfly.
TUIfly hat seit Anfang des Jahres 2025 mehrere Hundert Flüge so geleitet, dass langlebige Kondensstreifen vermieden wurden. Dadurch liefert sie der Forschung reale Betriebsdaten für die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Modelle und Instrumente. (pm)
