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Jurten, Adrenalin und neue Ausblicke

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Die mongolischen Jurten stehen auf dem Bauernhof von Jens Reinhardt in Wietzen. Foto: Unser kleiner Hof
Die mongolischen Jurten stehen auf dem Bauernhof von Jens Reinhardt in Wietzen. Foto: Unser kleiner Hof
Runde Sache – Schlafen in mongolischen Jurten

Freie Wochenenden sind selten. So gefragt sind die zwei mongolischen Jurten von Jens Reinhardt und seiner Partnerin Ina Ohlmeyer inzwischen bei Urlaubern. Vor vier Jahren haben die beiden auf einer Wiese ihres kleinen Bauernhofs bei Wietzen im Landkreis Nienburg die markanten Rundzelte aufgebaut. Sie wollten ihren Hof mitten in der Natur, auf dem platten Land, für Urlauber öffnen – und hatten nach einer besonderen Unterkunft gesucht. Sie fanden einen tschechischen Jurtenbauer, mit dem Jens Reinhardt inzwischen sogar befreundet ist. Die Jurten haben einen Durchmesser von sechs Metern. Ihre Wände und Decken sind mit Schafwolle ausgefüllt. Sie stehen auf einem Hanf-gedämmten Holzboden aus Eiche. Selbst im Winter kann die Temperatur im Innern mit einem Holzofen auf angenehme 20 Grad angehoben werden. Durch eine durchsichtige Glaskuppel lassen sich die Sterne beobachten. Und drumherum auf dem Hof treffen die Gäste auf Rinder, Hühner und Katzen und zahlreiche andere Tiere. Und daneben gibt es für Kinder jede Menge Platz zum Spielen. Die Gäste kommen vor allem aus einem Umkreis von etwa Kilometern auf den Hof, der fast genau zwischen Bremen und Hannover liegt. Es sind Paare, Familien, aber auch Jugendgruppen und Schulklassen, die das Erlebnis schätzen. Die meisten bleiben ein oder zwei Nächte. „Aber manche bleiben sogar eine Woche“, sagt Reinhardt. Und „die klagen nicht über Langeweile.“ Auf einem Bauernhof gebe es immer etwas zu beobachten. Vor drei Jahren wurde „Unser kleiner Hof“ vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium als besonders kinderund familienfreundlich ausgezeichnet. Seitdem trägt er die Zertifizierung „KinderFerienLand Niedersachsen“.

Dynamik von außen: Touristen-Magnet – Harzdrenalin

Zwar nicht Niedersachsen, aber doch im Harz und ein Leuchtturmprojekt, von dem sich Experten auch mehr zwischen Nordsee und Weserbergland wünschen würden: Die Brüder Maik und Stefan Berke aus Elbingerode gründeten vor sechs Jahren ihr Unternehmen Harzdrenalin. Neben der 106 Meter hohen Staumauer der Rappbode-Talsperre bei Rübeland spannten sie ein dünnes Stahlseil, an dem man, gut gesichert in die Tiefe schweben kann. Die sogenannte Megazipline ist die größte Doppelseilrutsche Europas. Nahe dem Zieleinflug besteht die Möglichkeit beim Wallrunning 43 Meter an der Wendefurther Staumauer hinunter zu laufen. Und 2017 eröffneten die Berke-Brüder die mit knapp 460 Metern längste Stahlseil-Hängebrücke der Welt, die sich seitdem bei Harz-Besuchern größter Beliebtheit erfreut. Gerade am Wochenende ist der Andrang groß. Dann muss man etwas auf den Gang über die Hängebrücke warten. Für die anderen Attraktionen empfiehlt sich vorab zu buchen. Man darf gespannt sein, was die Brüder als nächstes machen.

Hildesheimer bauen Ferienhäuser und Ski-Arena

Seit etwas mehr als fünf Jahren engagiert sich die Hildesheimer Unternehmensgruppe Lüder im Harz: Im Sommer 2013 eröffnete das Torfhaus Harzresort, ein Vier-Sterne-Hotel mit 21 Ferienhäusern mit Brockenblick. Von Beginn war die Auslastung der Ferienanlage sehr gut, inzwischen liegt sie bei rund 70 Prozent, so dass vor gut einem Jahr weitere 26 Häuser eröffnet wurden. Zu den Gesellschaftern des 25-Millionen-Euro-Projekts gehören auch eine Investorengruppe um Martin Kind, die GLC Glücksburg Consulting AG und die Uelzener Tierversicherung. Die Ferienhäuser bieten Platz für zwei bis acht Personen und sind alle mit Sauna und Kamin ausgestattet. Im Dezember 2017 eröffneten die Hildesheimer auf der anderen Seite des Brockens „Das Schierke Harzresort“ mit 36 Ferienhäusern und einem ähnlichen Konzept. Die Lüder-Gruppe ist zudem am Projekt der Schierker Bergwelten beteiligt, bei dem der Hildesheimer Unternehmer Gerhard Bürger treibende Kraft ist. Bürger, der unter anderem mehrere Hagebau-Märkte betreibt, möchte in Schierke eine Seilbahn und eine Abfahrtstrecke bauen sowie touristische Angebote für den Sommer schaffen. Bei dem 18 Mio. Euro schweren Projekt ist Lüder Minderheitsgesellschafter. Der Ort begrüßt das Vorhaben, aber es gab auch Einwände von Naturschützern und Verzögerungen. Inzwischen soll das Projekt auf einem guten Weg, heißt es aus Gesellschafterkreisen.

Lesen Sie auch die weiteren Teile unseres Fokus-Themas:

Teil 1 – Von Welle bis Jurte – Tourismus in Bewegung

Teil 2 – Leuchtturm am Dümmer – ein neuer Ferienpark entsteht

Teil 3 – Eine Welle für Hannover

Teil 5 – Kultur-Tourismus-Magnet