Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne mit dem symbolischen Azubi-Ticket. Foto: Barbara Dörmer
Niedersachsen führt D-Ticket für Azubis ein
26. November 2025 | von Barbara DörmerDas Land Niedersachsen fördert die nachhaltige Mobilität von Auszubildenden (Azubis) und Freiwilligendienstleistenden mit ermäßigten Tickets auf Basis des Deutschlandtickets. Mit dem „D-Ticket Azubi NI“ können Auszubildende und Freiwilligendienstleistende ab dem 1. Januar 2026 günstig und unkompliziert Bus und Bahn in ganz Deutschland nutzen. Die Finanzierungsvereinbarung haben Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne, Christian Berndt, Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), LNVG-Prokurist Oliver Cimander und Marcel Puppa, Geschäftsführer der Niedersachsentarif GmbH (NITAG) am 26. November in Hannover unterzeichnet.
Damit gehe die Landesregierung weit über das hinaus, was im Koalitionsvertrag angekündigt wurde, erklärte Tonne. Dort war von einem landesweiten Azubiticket die Rede, jetzt gibt es ab 1. Januar 2026 ein bundesweites Ticket, und zwar in zwei Varianten: Ohne Arbeitgeberzuschuss sinkt der D-Ticket-Preis von regulär 63 Euro auf 50,40 Euro, da das Land 20 Prozent (12,60 Euro) übernimmt. Zahlt der Arbeitgeber mindestens 25 Prozent des Ticket-Preises, gibt es neben dem landesseitigen Anteil von 20 Prozent noch einmal fünf Prozent Jobticket-Rabatt. Bei dieser Variante würde der Ticketpreis 31,50 Euro (50 Prozent vom regulären Preis) betragen. Die Jobticket-Variante haben große Teile der Arbeitgeber bei einer Umfrage über die Kammern und Verbände präferiert.
Die NITAG übernimmt dabei als zentrale Vertriebsstelle die Abwicklung, während die LNVG die Bewilligung und Auszahlung der Mittel steuert. Dadurch fließen die Fördergelder ausschließlich den Azubis und Freiwilligendienstleistenden zu. Auf der Webseite https://www.niedersachsentarif.de/fahrkarten/deutschlandticket-azubi-niedersachsen stehen alle Informationen zum Angebot. Arbeitgeber können sich ab sofort auf der Seite für die Rahmenverträge registrieren. Perspektivisch ist zudem eine Integration in den FahrPlaner geplant, der vom Land gefördert und weiter ausgebaut wird.
„Dieses Angebot trägt zur Bildungsgerechtigkeit bei, weil es gerade jungen Menschen unabhängig vom Wohnort eine bezahlbare Mobilität ermöglicht. Gleichzeitig stärkt das Angebot den Wirtschaftsstandort Niedersachsen, indem die Fachkräftegewinnung der Unternehmen unterstützt wird. NITAG und LNVG sind hierbei starke, verlässliche und erprobte Partner, genau wie die Kammern, Verbände und Sozialpartner“, sagte Tonne. Das Land stelle dafür 14 Millionen Euro zur Verfügung.
Die IHK Niedersachsen (IHKN) setzt sich Bereits seit mehreren Jahren gemeinsam mit den Handwerkskammern und weiteren Partnern für ein landesweites Azubi-Ticket ein. Ziel war auch, Auszubildende den Studierenden gleichzustellen, die in Niedersachsen bereits seit dem Wintersemester 2024/24 von einem vergünstigten D-Ticket profitieren. „Das Azubi-Ticket ist ein echter Meilenstein für die berufliche Bildung in Niedersachsen,“ sagt Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen. „Unsere Betriebe haben immer wieder betont, wie wichtig Mobilität für die Attraktivität der Ausbildung ist – gerade im ländlichen Raum. Dass das Ticket jetzt kommt, ist ein großer Erfolg der gemeinsamen Arbeit von Politik, Wirtschaft und den Kammern.“
IHKN-Präsident Tobias Hoffmann begrüßte bei der Unterzeichnung des Finanzierungsvertrags die Einführung ausdrücklich; sie sei auch das Ergebnis eines langjährigen Engagements der niedersächsischen Wirtschaft für bessere Mobilität in der dualen Ausbildung. „Das Azubi-Ticket unterstreicht nicht nur die Gleichwertigkeit von Studium und betrieblicher Ausbildung, sondern unterstützt auch die regionale Wirtschaft. Es verbessert die Mobilität der Auszubildenden, stärkt die Attraktivität der Ausbildung und hilft dadurch den Betrieben, Fachkräfte zu gewinnen. Wir freuen uns, dass die Landesregierung hier ein starkes Signal für die duale Ausbildung setzt“, so Sönke Feldhusen, Sprecher für Berufliche Bildung der IHKN. Die IHK Niedersachsen werde die Einführung weiter begleiten und sich dafür einsetzen, dass das Ticket in der Praxis unkompliziert und attraktiv genutzt werden kann.

