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Die Freitags-Kolumne: Dreiste Fälschung

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Dreister geht es eigentlich nicht. Da wird irgendwo auf der Welt das Druckmessgerät eines deutschen Herstellers kopiert. Und ausgerechnet auf der Fälschung – und zwar nur dort! – steht der Schriftzug „Made in Germany“. Oder, in einem anderen Fall, wird nicht nur ein Kugellager nachgemacht, nicht nur der Markenname übernommen, sondern gleich die ganze Verpackung täuschend ähnlich imitiert. Allein die Qualität bleibt auf der Strecke, was bei technischen Bauteilen fatal ist und den guten Ruf des Originalproduzenten beschädigt.

Interessanterweise sind diese beiden besonders dreisten Imitate sogar bei der diesjährigen Plagiarius-Verleihung sogar nur auf den Plätzen zwei und drei gelandet. Ganz oben steht ein im Wesentlichen eins zu eins kopiertes Besteckset.

Der Plagiarius rückt jedes Jahr Imitate deutschen Industrie-Designs in den Blick. Original und Fälschung nebeneinander sind immer wieder frappierend. In diesem Fall sagen Bilder mehr als Worte – hier also die Top drei:

Platz 1: Besteck-Set – Original und Fälschung. Oben das deutsche Original, unter das Imitat für eine Promotion-Aktion in Australien.
Platz 2: Druckmessgerät – links das Original, rechts die Kopie – mit dem Markennamen des Vorbilds und (!) dem Schriftzug „Made in Germany“.
Platz 3: Kugellager. Gleich alles übernommen, nicht nur das Produkt und den Herstellernnamen, sondern auch das Verpackungsdesign.

(pm)

Ursprünglich als Wirtschaftspolitisches Streiflicht, später in einer eigenen Rubrik „Streiflichter“: Glossen begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an und hatten schon in Vorgänger-Publikationen ihren Platz. An dieser Stelle finden Sie jeden Freitag eine Glosse in dieser Tradition.