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Augsteins Vater und sein hannoversches Unternehmen

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Kameraproduktion in Hannover: Orionwerk AG.

Dass die ersten Ausgaben des Nachrichtenmagazins Der Spiegel in Hannover erschienen, sollte bekannt sein – zumal die Zeitschrift gerade ihr 75-jähriges Bestehen feiert und an die Ursprünge erinnert, die ins Anzeigerhochhaus zurückführen. Beim Hannoverschen Anzeiger hatte Rudolf Augstein, der spätere Spiegel-Verleger, als Nachwuchsjournalist gearbeitet. Alteingesessen war die Familie aber nicht: Augsteins Vater Friedrich war vom Rhein an die Leine gezogen. Im gehörte vorübergehend eine Kamerafabrik. Anlässlich des Jubiläums der IHK Hannover 2016 erinnerte die NW an untergegangene Unternehmen – auch an die Orionwerk AG. Hier der damals veröffentlichte Beitrag:

„Irgendwie, so scheint es, hängt doch alles mit allem zusammen. Und das Internet bildet es dann ab. ,Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, daß es noch vor wenigen Jahrzehnten auch in Großstädten kein Spezialgeschäft für photographische Artikel gab. Ebenso wenig kann man sich heute denken, daß man eine genußreiche Reise unternehmen könnte, ohne die glücklichen Augenblick durch ein Lichtbild in der Erinnerung festzuhalten. In Reklame, im Zeitungswesen, in Wissenschaft und Vorträgen ist das Lichtbild unentbehrlich,‘ heißt es im ,Buch der alten Firmen der Stadt Hannover‘ im Beitrag über die Orionwerk AG. Damals war es der größte Hersteller fotografischer Apparate in der Provinz Hannover. Und die älteste: 1893 als Glunz & Bülter gegründet – als Fabrik mit Dampfbetrieb für photographische Apparate und offenbar auch Handelsunternehmen, wie Wikipedia weiß. Hermann Glunz sei der Gründer gewesen – die Schweizer Kamera-Nachschlageseite www.emtus.ch sieht das leicht anders und spricht von Frau Hermine Glunz. Zehn Jahre später heißt die Firma dann Bülter & Stammer, Herr oder Frau Glunz (oder das Ehepaar?) sind raus. Und wiederum zehn Jahre danach auch Firmengründer Dietrich Bülter. Dafür steckte 1913 der Sohn eines Weinhändlers aus Bingen den Verkaufserlös seiner Anteile am väterlichen Unternehmen in den hannoverschen Kamerahersteller; der Name des Neu-Fabrikanten: Friedrich Augstein. Vielleicht wäre sein Name heute vergessen, wäre da nicht Sohn Rudolf, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Hannover das Nachrichtenmagazin Spiegel gründete. Rudolfs Vater sei Kamerafabrikant und Fotokaufmann gewesen, schreibt Wiki. Denn 1928 veräußertee Friedrich Augstein seine Anteile und machte zehn Jahre später ein Fotogeschäft in Hannover auf. Kameras aus dem Orionwerk verkaufte er wohl nicht: Das war 1933 in Konkurs gegangen.“