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„Es braucht ein neues Geschäftsmodell für die Innenstädte“, sagt Dr. Peter Markert, geschäftsführender  Gesellschafter der imakomm Akademie GmbH.

Es braucht ein neues Geschäftsmodell für die Innenstädte“, sagt auch Dr. Peter Markert, geschäftsführender Gesellschafter der imakomm Akademie GmbH, Institut für Marketing
und Kommunalentwicklung, Aalen und Stuttgart. In den vergangenen Monaten habe er mit seinen Kollegen für eine Studie knapp 750 Städte in Deutschland genauer untersucht, auch im Hinblick auf das Thema Leerstände. Diese Problematik habe sich während
der Corona-Pandemie verschärft. Die Leerstandsquote habe vor zwei Jahren noch bei 10 Prozent gelegen, inzwischen liege sie zwischen 14 und 15 Prozent. „Da muss etwas Neues rein – und es wird kein Handel sein“.

War es früher das Ziel Frequenz durch den Handel zu schaffen, so ist es nun die Aufgabe Frequenz für den Handel zu schaffen. So sollten Städte Aufenthaltsplätze zur Kommunikation schaffen oder auch über Spielplätze in 1A-Lagen ernsthaft nachdenken. Oder wie wäre es mit einer BMX-Strecke für junge Leute? Neben Neuem oder Besonderem
sollten sich Städte auf ihre Wettbewerbsvorteile besinnen und gemeinsam Lösungen erarbeiten. „Und: Entscheidend ist die Überarbeitung bestehender Strukturen im (Innen-)Stadtmarketing: mehr Geschwindigkeit und Anreiz- und Verpflichtungssysteme
beispielsweise bei Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern und der ,Trittbrettfahrerproblematik‘ sind notwendig, Auch kleinere Kommunen müssen ihre Strukturen professionalisieren, sonst sind die Zukunftsaufgaben kaum zu schultern“, so Dr. Markert.

Wenn es aber dazu kommt, dass Eigentümer von Gebäuden oder Flächen, die leer stehen, nicht erreichbar sind, haben die Kommunen meist ein Problem. „Wir benötigen auch rechtliche Änderungen durch die Politik, gerade im Hinblick auf Leerstände und Spekulation mit Flächen“. Manche Kommunen hätten bereits Schlüsselimmobilien erworben, teils auch durch Fördermittel. Allerdings haben nicht alle Gemeinden
die finanziellen Möglichkeiten, um tätig zu werden.

Übrigens empfiehlt der Experte weiterhin Kommunen, mit Unterstützung der IHK ein Einzelhandelskonzept zu erarbeiten. Es werde sich dann aber nicht nur auf das Thema Handel beschränken, sondern verstärkt aufzeigen, wie eine gesunde Multifunktionalität in einer Stadt erreicht werden kann.

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Georg Thomas

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