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Sparkasse Hannover steigert Bilanzsumme

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Der Vorstand der Sparkasse Hannover (v.l.): Kerstin Berghoff-Issing, Volker Alt, Marina Barth. Foto: Helge Krückeberg.

Die Sparkasse Hannover hat ihre Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2020 deutlich gesteigert. Gewachsen ist die Bank vor allem im Kreditgeschäft. Auch der Bereich der privaten und gewerblichen Immobilienfinanzierung hat sich gut entwickelt.

„In Summe haben wir ein ordentliches Ergebnis ­- trotz der außergewöhnlichen Begleitumstände“, stellte Volker Alt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover, bei der Präsentation der Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 fest. „Das zeigt, wieviel Kraft in der Sparkasse steckt, was sie zu leisten imstande ist, und das ist natürlich im Wesentlichen auch das Ergebnis der Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Die Bilanzsumme der Bank, die rund 619.000 Privatkunden und rund 49.000 Firmenkunden mit Konto betreut, ist 2020 um 12 Prozent auf 18,5 Mrd. Euro gestiegen. Das Wachstum resultiert etwa zur Hälfte aus dem originären Kundengeschäft, zum anderen aus Refinanzierungsgeschäften mit der Bundesbank. Das Ergebnis vor Bewertungen und Steuern übertraf mit 128,4 Mio. Euro den Vorjahreswert von 125,2 Mio. Euro. Der Bilanzgewinn bewegte sich mit 20 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau.

Der Zinsüberschuss – nach wie vor die bedeutendste Ertragsquelle der Sparkasse – lag mit 217 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Provisionsüberschuss stieg um 3,6 Prozent auf 114 Mio. Euro. Die Kundeneinlagen erhöhten sich deutlich um 970 Mio. Euro auf 13,9 Mrd. Euro. Das Kundenkreditgeschäft stieg um 7,5 Prozent auf 13,2 Mrd. Euro. Besonders nachgefragt wurden Kredite von öffentlichen Haushalten sowie Unternehmen und Selbstständigen.

Bereits vor dem gesetzlichen Moratorium habe die Sparkasse Hannover unter anderem in den besonders betroffenen Branchen Gastronomie und Einzelhandel entsprechende Maßnahmen umgesetzt und im Rahmen eines privaten Moratoriums ihre Kreditnehmer unterstützt, erklärte Marina Barth, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und zuständig für das Mittelstandsgeschäft und Treasury. In Gastronomie und Einzelhandel hat die Sparkasse mit mehreren hundert Kreditnehmern Tilgungs- bzw. Ratenaussetzungen vereinbart. Darüber hinaus sind an Kreditnehmer in den genannten Branchen Hilfskredite in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages ausgezahlt worden.

Profitiert hat die Sparkasse ferner von einer erhöhten Nachfrage nach privaten und gewerblichen Immobilienfinanzierungen. Bei den privaten Baufinanzierungen wurde der Bestand um 264 Mio. Euro auf 5,3 Mrd. Euro ausgebaut. Der Bestand der gewerblichen Baufinanzierungen wuchs um 448 Mio. Euro auf 3,4 Mrd. Euro. Das Provisionsgeschäft erhöhte sich um 4 Mio. Euro auf 114 Mio. Euro. Darüber hinaus denken immer mehr Kunden über Geldanlagen wie Aktien und Wertpapiere nach. Bei der Sparkasse Hannover ist die Zahl der Kunden von 51.000 auf 53.000 gestiegen.

Kulturelles Engagement

2020 hat die Sparkasse Hannover mit ihren Stiftungen rund 500 Projekte in Sport, Kultur, Umweltschutz, Bildung und Sozialem mit 2,3 Mio. Euro unterstützt. Der Sparkassen-Sportfonds, der den Vereins-Breitensport anspricht, wurde um 100.000 Euro aufgestockt und um die zusätzliche Förderkategorie „besondere Maßnahmen aufgrund von Corona“ erweitert.

Nachhaltigkeit

Seit Anfang dieses Jahres wirtschaftet die Sparkasse Hannover im Bankbetrieb klimaneutral. Die Bank hat sich 2013 mit der Unterzeichnung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) als erste deutsche Sparkasse zu jährlichen transparenten Reportings nach dem DNK-Standard über ihre Nachhaltigkeitsziele und -aktivitäten verpflichtet. 2020 wurde der Stromverbrauch um 4,7 Mio. KWh auf 8,1 Mio. KWh gesenkt. Sanierungen von Filialstandorten werden unter Nachhaltigkeits- und Umweltschutz-Gesichtspunkten geplant und durchgeführt. Gebäude der Sparkasse werden, wo es sinnvoll ist, bei Sanierungen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Über den nachhaltigen Sparkassenbrief N+ hat die Sparkasse im Zeitraum von 2016 bis 2020 ökologische Projekte in der Region Hannover in einem Umfang von rund 700.000 Euro gefördert.

Digitalisierung und Modernisierung

Die Sparkasse Hannover hat auch 2020 in den Ausbau der medialen Kanäle sowie digitaler Angebote im Kundengeschäft investiert und wird dies weiter fortsetzen. In der Corona-Phase hat sich der Trend zum bargeldlosen Zahlen und die Nutzung der digitalen Angebote der Sparkasse weiter deutlich verstärkt. So bezahlten die Kunden der Sparkasse Hannover 2020 rund 6 Millionen mal häufiger mit ihrer SparkassenCard. Die Zahl der Kundinnen und Kunden, die die S-App nutzen, stieg von 114.000 auf 139.000. Bis 2022 werden ferner mehrere Niederlassungen in Hannover und im Umland modernisiert. 2020 entstanden bereits in Garbsen-Mitte sowie in den hannoverschen Stadtteilen Holzwiesen und Linden-Mitte einladend gestaltete Filialen als Orte der Begegnung. 2021 werden die Standorte in Laatzen sowie in Hannover an der Goseriede und in Kirchrode modernisiert. Außerdem investiert die Sparkasse in die Zukunft ihres Sparkassenteams. Unter den aktuell 1666 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 77 Auszubildende (2019: 48).

Ausblick

Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat die Bank die Risikovorsorge von 45 Mio Euro (enthält 15 Mio Euro Abschreibungen auf eine Beteiligung) auf 60 Mio Euro erhöht.

Ansonsten sei der weitere Verlauf der Pandemie und ihre Auswirkungen auf die künftige Geschäftsentwicklung noch nicht abschätzbar.