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Die Freitags-Kolumne: Keine Kollekte

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Randnotiz aus der Bilanzpressekonferenz eines hannoverschen Versicherers: Es sei im letzten Jahr auch ein Ausgleich für fällig geworden dafür, dass in Kirchen keine Kollekte eingesammelt werden konnte.
Man kommt ins Nachdenken. Kirche und Geld bilden ja ein Spannungsfeld, in dem es manchmal, sagen wir, mittelgut läuft. Zumindest in der äußeren Wahrnehmung. Den Klingelbeutel zu versichern, das könnte aber wirklich wichtig sein, wenn die Geldgaben der Gemeinde die Existenzgrundlage einer Kirche sind. Klug also, sich äußerst weltlich abzusichern. Tatsächlich ging es auch nicht um einen Fall in Deutschland.
Und dann ist da ja noch der Grund, weshalb derzeit Kollekten ausfallen. Auch die Möglichkeit, sich in religiöser Gemeinschaft zu treffen, wird von Corona untergraben. Wie alles andere auch. Menschen mögen höchst unterschiedlich gewichten, was ihnen in der Pandemie fehlt, und das jetzt schon ziemlich lange. Aber was das für jeden Einzelnen auch immer ist: Es geht längst an die Substanz. Das gilt bei manchen für die Seelenlage, bei anderen für die wirtschaftliche Situation, ganz abgesehen von der Gesundheit. Und bei vielen kommt alles zusammen. Gut, wenn es für dann eine Versicherung gibt. Ansonsten braucht es weiterhin Nachsicht und Hilfsprogramme, bis endlich Impfungen, Tests und innovative Lösungen die Plage Corona verdrängen. Es wird Zeit. pm

Ursprünglich als Wirtschaftspolitisches Streiflicht, später in einer eigenen Rubrik „Streiflichter“: Glossen begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an und hatten schon in Vorgänger-Publikationen ihren Platz. An dieser Stelle finden Sie jeden Freitag eine Glosse in dieser Tradition.