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Stadt-Hannover-Preis geht an Gesa Lischka von der Agentur Kochstrasse

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Gesa Lischka mit dem Stadt-Hannover-Preis 2020. Foto: Barbara Dörmer.
Gesa Lischka, Gründerin und Geschäftsführerin der „Kreativ- und Neurostrategieagentur Kochstrasse – Agentur für Marken“ wurde von der Landeshauptstadt Hannover mit dem „Stadt-Hannover-Preis – Frauen machen Standort“ ausgezeichnet.

Für Gesa Lischka ist es in zweifacher Hinsicht ein toller Tag: Die agile Unternehmerin wurde am 11. Dezember von der Stadt Hannover mit dem „Stadt-Hannover-Preis 2020 – Frauen machen Standort“ ausgezeichnet. Und feiert ihren 47sten Geburtstag. Den mit 10 000 Euro dotierten Preis nahm die agile Unternehmerin bei einer kleinen Feier im hannoverschen Rathaus im Beisein von Sabine Tegtmeyer-Dette, der ersten Stadträtin, Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt, und Friederike Kämpfe, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt und Jury-Vorsitzende, entgegen. Mit dem jährlich verliehenen Preis zeichnet die Stadt Frauen aus, die einen wertvollen Beitrag zur hannoverschen Wirtschaft leisten. „Der Stadt Hannover ist es wichtig, deutlich zu machen, dass Frauen Unternehmen führen können und dass sie erfolgreich sind. Sogar erfolgreicher als männergeführte Unternehmen“, sagte Sabine Tegtmeyer-Dette bei der Auszeichnung.

Gesa Lischka hat 1996 mit vier anderen Kreativen die Agentur auf einem Dachboden in der Kochstrasse in Linden gegründet. Inzwischen ist das Team auf 56 Mitarbeitende gewachsen, knapp die Hälfte davon sind Frauen. Die Agentur gilt als hannoversche Talentschmiede und hat 21 junge Menschen ausgebildet. Zu den Kunden gehören Großunternehmen wie Daimler, Tui oder VW, mittelständische Unternehmen wie Komatsu oder Sennheiser, die AOK Niedersachsen sowie junge Start-ups in Hannover.

Zum Spektrum der „Kochstrasse“ gehören die Corporate Design Entwicklung, Foto- und Filmproduktion, Verpackungsdesign, Social Media- und Giphy-Marketing sowie Consulting zu Digitalisierungs- und Changeprozessen. Hierfür stützen sich die Experten und Expertinnen auf Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften – ein Feld, dessen Übersetzung in die Praxis noch im Aufbau ist. Hier setzt Gesa Lischka an, indem sie Unternehmen zeigt, wie sie ihre Produkte und Services auf Basis neurowissenschaftlicher Erkenntnisse optimieren können. Studien zur unbewussten Wirkung von Design und Kommunikation, die die Inhaberin zusammen mit der Leibniz Universität umsetzt, haben der Agentur zu ihrem Alleinstellungsmerkmal verholfen. Ihr Wissen gibt Gesa Lischka als Gast-Dozentin der Leibniz Universität und der Norddeutschen Akademie weiter. Außerdem gibt sie Seminare für Interessierte aus der Design-, Unternehmens- und Agenturbranche. In diesen Bereich möchte die Gründerin das Preisgeld investieren.

„Ich wurde ja nicht als Unternehmerin geboren“, so Gesa Lischka bei der Preisverleihung lachend. Ihre Agenturtätigkeit habe ihr viele schöne und bewegende Momente beschert, aber auch Niederschläge an denen sie habe wachsen müssen. Vorwärts fallen, nenne sie das. Besonders freue sie sich darüber, dass es immer mehr junge Frauen gebe, die etwas trauen. Im Laufe ihrer Karriere musste sich Gesa Lischka nach eigenen Angaben immer wieder in dem von Männern dominierten Feld der Neurowissenschaften und der Digitalszene behaupten und mit Kompetenz gegen Vorurteile durchsetzen. Als Mentorin setzt sie sich deshalb für eine Erhöhung des Frauenanteils in der Branche ein. Beim Thema Geschlechtergerechtigkeit und um ein sicheres Arbeitsumfeld für sich und ihre Mitarbeitenden zu gewährleisten, hat sie ein Vetorecht eingeführt, dass es allen Angestellten – auch den Männern – erlaubt, eine Zusammenarbeit mit bestimmten Auftraggebenden ohne Nennung von Gründen abzulehnen, sollte es zu unangenehmen Situationen kommen.

Außerdem bietet „die Kochstrasse“ ihren Mitarbeitenden familienfreundliche Arbeitsplätze mit individuellen Arbeitszeiten und die Möglichkeit, die Kinder zur Überbrückung von Betreuungszeiten mit ins Büro zu bringen. Und setzt auf Nachhaltigkeit: So wird ausschließlich mit Ökostrom gearbeitet, die Heizkörper vor Ort haben Heizpläne, um Energie zu sparen. Trinkwasser und Toilettenpapier werden von den Non-Profit-Organisationen Viva con Agua und Goldeimer bezogen, Gemüse und Obst für die Beleg- und Kundschaft liefert die regionale Gemüsekiste. Für jeden Mitarbeitenden spendet die Agentur für die Dauer der Anstellung zehn Euro im Monat für einen guten Zweck.

Zum Preis

Der Stadt-Hannover-Preis „Frauen machen Standort“ zeichnet Frauen aus, die einen wertvollen Beitrag zur hannoverschen Wirtschaft leisten. Bewerben konnten sich Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen, Geschäftsführerinnen und Frauen in Führungspositionen, die sich seit mindestens drei Jahren in der Landeshauptstadt Hannover erfolgreich am Markt behaupten, Bedingungen für eine geschlechtergerechte Unternehmenskultur und Arbeitsteilung schaffen und so die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern, beispielsweise durch geeignete Arbeitszeitmodelle. Weitere Kriterien bei der Bewertung waren, inwiefern das Unternehmen zur Imagepflege der Landeshauptstadt Hannover beiträgt und Nachhaltigkeitsgrundsätze berücksichtigt.

Der Preis wurde zum 19. Mal verliehen. Bisherige Preisträgerinnen sind beispielsweise Michaela Schupp, Online-Shop Chocolats-de-Luxe (2017), Claudia Rinke, Franz Schloms Nachfolger Möbelspedition GmbH (2013) oder Stefanie Eichel, Geschäftsführerin der Sport- & Eventagentur eichels: Event (2011). Für den diesjährigen Wettbewerb wurden 19 Bewerbungen eingreicht.

Ein Film, der die Preisträgerin Gesa Lischka und die Kochstrasse – Agentur für Marken vorstellt, ist verfügbar unter: www.hannover.de/stadt-hannover-preis