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Die Innenstädte brauchen neue Ideen – unabhängig von den aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Politik hat das Problem erkannt und sucht den Dialog mit der Wirtschaft. Sie und unabhängige Experten sehen Verbesserungspotenziale.

Unsere Innenstädte sollen wieder Lieblingsplätze für die Menschen werden, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vor wenigen Wochen. In den nächsten Monaten möchte der Minister in Workshops Ideen zu verschiedenen Themen entwickeln. Ziel ist es, Antworten und Lösungen für die drängendsten Probleme zu finden. Beispielsweise Ideen, wie man leerstehende Läden kreativen Neu-Nutzungen zuführen oder die Digitalisierung des Handels in Innenstädten weitergedacht werden kann. Auch Stadtteilkonzepte sollen entwickelt werden. Denn die Innenstädte seien ein wichtiger Teil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und unseres Wirtschaftsstandortes.
Der Bedarf für neues Denken ist zweifellos gegeben, ganz gleich, ob man in die Einkaufsstraßen von Großstädten wie Hannover oder Göttingen oder nach Nienburg oder Hameln blickt. Es macht allerdings Hoffnung, wenn man sieht, was vor Ort bereits alles für attraktive Innenstädte getan wird. Hans-Joachim Rambow, neuer Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Hildesheim, hat sich davon bei einem Rundgang durch die Hildesheimer Innenstadt überzeugen können. Auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hat die Bedeutung des Themas erkannt und bereits Anfang September einen Innenstadtdialog angekündigt, bei dem sich auch die Wirtschaft beteiligen soll. Einen Vorgeschmack darauf hat bereits die Diskussionsveranstaltung zur Vision der autofreien Innenstadt geliefert . Aus Sicht von IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt muss die City auch mit dem Auto erreichbar bleiben, gleichzeitig aber ihre Aufenthaltsqualität steigern, sodass sich die Menschen in der Stadt wieder wohlfühlen.
Einen wichtigen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung können auch die sogenannten Business Improvement Districts (BID) leisten, die es bald auch in Niedersachsen geben soll. Sie bieten einzelnen Quartieren beispielsweise die Chance, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam Verbesserungen zu erzielen.
Unter Fachleuten gibt es verschiedene Ansätze, um den Innenstädten zu helfen . Braucht es eine Person, die die Innenstadt managt, ein umfassendes Service- und Logistikkonzept oder mehr Wohnen und weniger Shoppen? Wie ist Ihre Meinung zum Thema?
Mailen Sie uns an nw@hannover.ihk.de

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