Start Service Vermischtes Schloss Derneburg zeigt Kunst aus Berlin

Schloss Derneburg zeigt Kunst aus Berlin

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Bevor die Hall Art Foundation das Schloß kaufte, war es im Besitz des deutschen Malers Georg Baselitz. Foto: Hall Art Foundation
Die Hall Art Foundation zeigt im Schloss Derneburg mit der Ausstellung Berlin kommt nach Niedersachsen Werke von Künstlern, die in der Hauptstadt leben und arbeiten.

Die Schloss-Eigentümer und Kunstsammler Andrew und Christine Hall konnten wegen der Covid-19-Reisebeschränkungen aus Amerika nicht persönlich zur Eröffnung in ihr Schloss nach Derneburg kommen. Die Hängung der Ausstellung „Berlin kommt nach Niedersachsen“ haben sie aber am Computer mitverfolgt. Die Schau besteht aus vier Teilen: Die von Johann König kuratierte Gruppenausstellung „Szene Berlin“ umfasst Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Videos von mehr als zwei Dutzend in Berlin ansässigen Künstlern. Die Werke wurden zwischen den frühen 1990er Jahren und 2020 geschaffen. Vertreten sind Stars wie Norbert Bisky, Monica Bonvicini, Jonas Burgert, Martin Eder, Olafur Eliasson, Elmgreen & Dragset, Stefanie Gutheil, Jeppe Hein, Judith Hopf, Wilhelm Klotzek, Alicja Kwade, Jonathan Meese, Anselm Reyle, Daniel Richter, Michael Sailstorfer, Tomas Saraceno, Thomas Scheibitz, Chiharu Shiota, Dirk Skreber, Katja Strunz, Jorinde Voigt, Corinne Wasmuht, Ai Weiwei oder Young-Jun Tak. Die bunte Künstlermischung weigert sich, eine Perspektive über die andere zu stellen.

Norbert Bisky: No Signal, 2018. Foto: Courtesy the artist & König Galerie, Berlin/London/Tokyo

Norbert Bisky verkörpert das Lebensblut der Berliner Kunstszene. Mit ästhetischen Wurzeln, die bis zum Fall der Berliner Mauer zurückreichen, gestaltet er farbenprächtige, bildreiche Gemälde, in denen er die Vermischung von Kommunismus, Religion und Staat erforscht. Corinne Wasmuht ihrerseits zeigt eine fast mystische Intuition für räumliche Gestaltung. In ihren Arbeiten wird die Fragilität unseres digitalen Zeitalters deutlich, und wie der Bildschirm unser Empfinden architektonischer Formen überhöhen kann.
„Szene Berlin“ wird durch Einzelausstellungen von Katharina Grosse, Karl Horst Hödicke und Johannes Kahrs ergänzt. Diese zeigen jede auf ihre Art, wie urbanes Leben, Wissenschaft und Natur in das Wirken von eng mit der Stadt verbundenen Künstlern eingebunden sind. Die Schau ist bis 1. November freitags bis sonntags geöffnet; Tickets müssen vorab gebucht werden.

In einem interessanten Online-Projekt der Foundation äußern sich internationale Künstler in Kurzvideos über die aktuelle Situation in den USA.

 

Schlossgeschichte und Hall Art Foundation: Die Geschichte der ursprünglichen Burganlage in Derneburg lässt sich bis ins 12. Jh. zurückverfolgen. Jahrhundertelang diente das heutige Schloss als Kloster. 1814 wurde es von dem Grafen Ernst zu Münster übernommen. Ab 1976 war es Wohnsitz und Atelier des Künstlers Georg Baselitz. Seit 2006 befindet sich das Schloss Derneburg in Besitz des Unternehmers und Kunstsammlers Andrew Hall, der zunächst die umfangreiche, zeitgenössische Kunstsammlung von Georg Baselitz und anschließend auch das Schloss und die Wirtschaftsgebäude der Domäne Derneburg erwarb. Die von den gebürtigen Engländern Andrew und Christine Hall gegründete Hall Art Foundation veranstaltet im Schloss und der Domäne Kunstausstellungen. Die Foundation wurde 2007 gegründet und macht Nachkriegs- und zeitgenössische Kunstwerke aus ihrer eigenen Sammlung sowie aus der Sammlung der Halls zum Vergnügen und zur Bildung der Öffentlichkeit zugänglich. Die Sammlungen umfassen rund 5000 Werke von einigen hundert Künstlern – darunter Richard Artschwager, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Eric Fischl, Joerg Immendorff, Anselm Kiefer, Malcolm Morley, A. R. Penck, Ed Ruscha, Andy Warhol und Franz West. Das Schloss Derneburg ist einer von vier weltweiten Ausstellungsorten der Hall Foundation. Die Hall Art Foundation arbeitet mit anderen öffentlichen Institutionen auf der ganzen Welt zusammen, um Ausstellungen zu organisieren und Leihgaben aus der eigenen Sammlung und der Sammlung der Halls zu ermöglichen.

 

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Barbara Dörmer

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