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Neu gedacht – in der Corona-Krise

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Das Behelfskrankenhaus auf dem Messegelände in Hannover wurde von Hoffmann gebaut. Foto: Rainer Dröse
Unter den Absagen von Messen und anderen Großveranstaltungen leiden viele vor- und nachgelagerte Branchen. Der Messebauer Hoffmann aus Sehnde hat sich in der Corona-Krise neu aufgestellt.

 

Tim-Alexander Karußeit hat erst Anfang Januar das Sehnder Unternehmen Hoffmann Dienstleistungen f.d.w.W. GmbH von seinem Vorgänger Andree Hoffmann übernommen. Doch wenige Wochen nach seinem Einstieg bei dem klassischen Messebauunternehmen kam Corona. Messen wurden reihenweise abgesagt, darunter auch die Hannover Messe. Hoffmann Dienstleistungen ist Partnerunternehmen der Deutschen Messe AG. Mit dem Ausfall fehlen rund 5 Mio. Euro Jahres-Umsatz. „Eine Woche war ich in einer Art Schockstarre“, so der 42-jährige Diplom-Kaufmann. Anfang März, als er seine 35 Mitarbeiter gerade mal mit Namen kannte, musste er sich vor seine Belegschaft stellen und Kurzarbeit verkünden.
Aber Karußeit, der elf Jahre Erfahrung als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von zwei Unternehmen mitbrachte, und sein Team gaben nicht auf und tüftelten gemeinsam an Alternativen fürs Unternehmen. Zu der Zeit gab es zweieinhalb Kilometer Messestände auf Lager. Dem Team kam die erste zündende Idee: kleinere Räume damit abzuteilen und die Messebau-Wandsysteme zu Corona-Ambulanzen und Behelfskrankenhäuser umfunktionieren. „Dann haben wir die Landräte in Deutschland abgeklappert“, so Karußeit. Die erste Zusage kam aus Daun in der Vulkaneifel. Innerhalb von vier Tagen sollte dort aus einer Kegelbahn eine Corona-Ambulanz gebaut werden. Gesagt, getan. Wenig später hat Hoffmann Dienstleistungen im Deutschen Pavillon auf dem Messegelände in Hannover-Laatzen ein Corona-Behelfskrankenhaus gebaut. Danach rückte die Pflegebranche in den Fokus und es folgten weitere Corona-Projekte wie Besucherzimmer für Senioren- und Pflegeheime und Raum in Raum-Lösungen. Das erste Halbjahr konnte das Unternehmen damit gut abfedern. Doch die Projekte infolge der Corona-Pandemie sind nun vorbei.
Aktuell sind zwei Drittel der Mitarbeiter in Kurzarbeit. Der andere Teil arbeitet bereits an neuen Projekten: Hoffmann ist seit Juli Fachbetrieb beim Renovierungsportal Portas, für das Gebiet Braunschweig/Peine. Die ersten Kundenaufträge sind eingetroffen und werden bearbeitet. Am 12. September eröffnet Hoffmann dafür im Haus der Messe-Manufaktur in Braunschweig ein Ausstellungsstudio. Ein weiteres, neues Geschäftsfeld sieht das Unternehmen im Bereich Mauerentfeuchtung. Seit August arbeitet Hoffmann dabei mit Freimuth Mauerentfeuchtung zusammen und trocknet feuchte Mauern auf elektrophysikalische Weise.

 

 

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Barbara Dörmer

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