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Conti will noch deutlich mehr sparen: Weitere Jobs betroffen

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Hygiene ermöglich Produktion - aber die Corona-Pandemie hat die Automobilindustrie in eine Krise gestürzt und erzwingt weitere Sparpläne bei Continental.
In der größten Krise der Automobilindustrie seit Kriegsende will Continental seine Sparpläne noch einmal deutlich ausweiten. Es geht um Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit. Rund 30.000 Jobs sind in unterschiedlicher Form betroffen, davon nicht ganz die Hälfte in Deutschland.

Der Technologiekonzern Continental erweitert das laufende Strukturprogramm und strebt ab nun ab 2023 jährliche Bruttoeinsparungen in Summe von über 1 Mrd. Euro. Damit erhöht Continental sein bisherigen Sparpläne zusätzlich um jährlich etwas mehr als 500 Millionen Euro. Die Gründe für diese verschärften Effizienzmaßnahmen sind fortdauernd geringe weltweite Fahrzeugproduktion sowie die Verschärfung der Konjunkturkrise durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Ziel sei die Sicherung der Zukunftsfähigkeit und eine nachhaltige Stärkung der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Rückkehr auf Vorkrisenniveau nicht vor 2025

Die Continental rechnet nicht vor 2025 mit einer Rückkehr auf das Vorkrisenniveau von 2017. Bis dahin sollen aber die meisten Maßnahmen umgesetzt sein. Sie wirken sich weltweit auf rund 30.000 Arbeitsplätze aus. Ursprünglich war hieß es, dass 20.000 Jobs betroffen seien. Sie werden verändert, verlagert oder aufgegeben, wie es in einer Mitteilung von Continental heißt.

Sparpläne betreffen 13.000 Stellen in Deutschland

Rund 13.000 der betroffenen Stellen befinden sich in Deutschland, wo der Konzern rund 59.000 Menschen beschäftigt. Weltweit sind es rund 232.000. Bislang sollten in Deutschland etwas mehr als halb so viele Arbeitsplätze betroffen sein. Continental weist aber darauf hin, dass im Zuge der Veränderung des Unternehmens auch neue Stellen geschaffen werden können. Ein Teil des Transformationsprogramms wurde bereits vollzogen, was seit Ende September 2019 weltweit bereits rund 3.000 Arbeitsplätze direkt betraf.

Größte Krise der vergangenen sieben Jahrzehnte

„Die gesamte Autoindustrie hat derzeit gewaltige Herausforderungen zu bewältigen. Keine ihrer Krisen der vergangenen 70 Jahre war größer und schärfer. Sie trifft die Zulieferer besonders hart. Sie verlangt uns kurzfristig schon sehr viel ab und fordert uns auf Jahre bis zum Äußersten. Nach etwa einem Jahrzehnt des schnellen, profitablen Wachstums und Beschäftigungsaufbaus entlang des bisherigen Wachstumsmodells der Autoindustrie richten wir uns jetzt auf eine neue Art des Wachstums mit Zukunftstechnologien aus. Deswegen streben wir im intensiven Austausch mit den Arbeitnehmervertretern nach den nachhaltig wirksamsten Lösungen und einem Ausgleich mit den Interessen unserer Belegschaft“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Continental, Dr. Elmar Degenhart.

Dr. Ariane Reinhart, Personalvorstand von Continental: „Je mehr wir zusammen intelligent und dauerhaft an Kosten einsparen, desto mehr Beschäftigung werden wir mittel- und langfristig gemeinsam sichern.“ Sie erneuerte die Zusicherung des Unternehmens für die anstehenden Entscheidungen und deren Umsetzung in die Tat: „Wir bleiben unserer Kultur treu. Daher gilt unser Grundsatz: Ausgewogen verändern, fair und entlang unserer Werte – so, dass wir damit unseren dauerhaften Erfolg und unsere Innovationskraft stärken.“ Aber: „In diesen Zeiten eine Beschäftigungssicherung auszusprechen, wäre nicht fair den Mitarbeitern gegenüber. Wir werden sie nicht garantieren können.“

Reinhart auf die Bereitschaft des Unternehmens, innovative Wege wie Arbeitszeitverkürzungen bei gleichzeitiger Weiterqualifizierung zu diskutieren: „Wir ringen um ein gemeinsames Vorgehen als Brücke in eine erfolgreiche Zukunft.“

www.continental.com

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Ausblick 2020 zurückgenommen

Bilanzpressekonferenz der Continental

 

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Klaus Pohlmann

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