Start Unternehmen Dicht Dran 4 Fragen an: Christian Walter

4 Fragen an: Christian Walter

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Hannovers Messegelände, fotografiert von einem Kopter mit Wärmebildkamera.
Projektentwickler mit dem Spezialgebiet Kopterflüge und Auswertung

 

Herr Walter, Sie sind Pionier bei dem Einsatz von Thermal-Koptern – wie funktioniert das?
Wir fliegen mit Koptern, die durch eine spezielle Kamera Wärmestrahlungen sichtbar machen können. Mit dieser Technik überprüfen wir zum Beispiel Gebäude oder Hallendächer auf Wärmelecks, also Stellen mit besonders hohem Energieverlust. Aufgrund ihrer Manövrierfähigkeit auf engem Raum sind Kopter für diesen Einsatz perfekt geeignet, zumal die Kameraposition in der Luft leicht und schnell variiert werden kann.

Welche zusätzlichen Anwendungsfelder sehen Sie für Kopter beziehungsweise unbemannte Flugsysteme?
Das Thema Transport, sowohl in Industrie als auch in der Logistik und im Personaltransport, ist seit Jahren sehr spannend. So lassen sich Kopter schon in Teilbereichen in industrielle Prozesse implementieren. Für uns als gewerblichem Anbieter ist es wichtig, aus der Technik Anwendungen zu generieren, deren Nutzen den höheren technischen und administrativen Aufwand rechtfertigt.
Wir testen momentan neue Anwendungen, in denen Kopter die Sicherung von Geländen oder die Inspektion von Windkraftanlagen unterstützen helfen. Letztendlich kommen unsere Kopter an Orte, die für Menschen nur unter erhöhtem Risiko zugänglich sind – und wir haben dabei die bessere Sicht. Mit wachsendem Einsatz von Koptern im Alltag werden auch gänzlich neue, heute noch gar nicht absehbare Anwendungsfelder entstehen; man muss nur die Potenziale beachten und anfangen.

Wie schätzen Sie grundsätzlich das wirtschaftliche Potenzial ein?
Das ist schwer in Zahlen zu fassen, es hängt eher von der zukünftigen Akzeptanz dieser Systeme als von der weiteren Hard- und Software-Entwicklung ab. In diversen Branchen könnte die Arbeit deutlich angenehmer oder weniger gefährlich werden, zum Beispiel bei Dachinspektionen nach Sturmschäden. Auch im Bereich Dokumentation und Monitoring aus der Luft gibt es noch ein enormes Potenzial für Wachstum.
Das Thema Sicherheit bleibt dabei von elementarer Wichtigkeit. So spannend die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten auch sind, darf dadurch kein unnötiges Sicherheitsrisiko entstehen. Nach meiner Erfahrung machen eine gute Vorbereitung, die Kenntnis der verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen, aber auch das Akzeptieren von Grenzen den Einsatz von Koptern in den verschiedensten Anwendungsbereichen sinnvoll möglich.

Was muss man zum Kopterfliegen gut können?
Momentan ist das Thema Kopter-Fliegerei eher ein Feld für Generalisten, man bewegt sich in den unterschiedlichsten Bereichen, vom Luftrecht über Wetterkunde bis hin zu technischen Systemen. Für mich zeichnen gute Kopterpiloten Gewissenhaftigkeit und Offenheit aus. Man arbeitet mit Menschen aus den verschiedensten Bereichen zusammen und muss jederzeit bereit sein, sich mit völlig neuen Fragestellungen auseinander zu setzen und sich in neue Themenfelder einzuarbeiten – auch die Hard- und Software entwickelt sich stetig weiter. Beim Fliegen ist gewissenhafte Vorbereitung essenziell, schließlich ist ein Kopter ein frei fliegendes Gerät. Manche Leute sind zunächst irritiert, wenn sie Kopter im Alltagseinsatz sehen. Daher ist es wichtig, möglichst alle Betroffenen vorab mit ins Boot zu holen.

Die Fragen stellte Sabine Hillmer.

 

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