Start Unternehmen Dicht Dran Köpfe kurz & knapp: Detlef Simon – Desimo

Köpfe kurz & knapp: Detlef Simon – Desimo

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Detlef Simon - DESiMO (Selfie).
Geschäftsführer „Spezial Club Produktions- und Veranstaltungsgesellschaft mbH“, Hannover. Deutscher Kabarettpreis, Sonderpreis 2019, Magier des Jahres 2019, 54 Jahre, geboren in Hannover.

Ich bin … Detlef Simon, abgekürzt DESiMO. Zauberkünstler, Moderator, Comedian, abgekürzt Entertainer – und Veranstalter von etwa 100 Shows im Jahr. Als solcher bin ich seit Mitte März auf unbestimmte Zeit von 100 auf 0 gefallen. Kontaktverbot heißt für mich Auftritts- und Veranstaltungsverbot. Ich habe also unverschuldet keine Arbeit – aber sehr viel zu tun, um die ganzen Veranstaltungen zu verschieben – und neue Wege zu finden, meine Berufung an die Öffentlichkeit zu bringen.

Als Fan … bin ich ungeeignet. Fanatisch zu folgen ist nicht meins. Respektieren und Bewundern von besondere Leistungen und Lebenswerken trifft es für mich eher. Tatsächlich kann ich auch schwer damit umgehen, wenn Zuschauer richtige Fans sind und sich zum 10ten oder 20sten Mal das gleiche Programm ansehen – und das in verschiedenen Theatern – immer in der Mitte der ersten Reihe. Spooky …

Als digitaler Vordenker … wäre ich weit hinterher
… Schon bei unserem ersten SpezialClub-Stream aus dem leeren Saal des Apollokinos konnte ich den technischen Aufwand hinter der Liveübertragung nicht überblicken. Musste ich aber ja um Glück auch nicht, denn die Vorbereitung und Gestaltung dieser auch für uns komplett ungewöhnlichen Show vor leerem Saal war Aufgabe genug. Wobei ich da ein bekanntes Gesicht in der Mitte der ersten Reihe vermisst habe 😉

Als Politiker … Würde ich jetzt nicht in der Haut der Entscheider über die Corona-Maßnahmen stecken wollen. Aber natürlich die Künstler und Veranstaltungstechniker als Solo-Selbstständige nicht so hängenlassen, wie es nach wie vor passiert. Zwar werden dauernd vollmundig Hilfen angekündigt – aber hinter der Fassade stecken große Probleme, die Umsetzung gestaltet sich äußerst ungerecht im Gießkannenprinzip des Föderalismus. Ich befürchte, wenn die Krise auch über den Spätsommer anhält, wird es danach große Löcher in der Kulturlandschaft geben, kleine Spielstätten schließen, Künstler sind insolvent.

Ich finde jedoch bemerkenswert, dass die meisten dieser Krisenmanager*innen zu der gegebenen Ernsthaftigkeit auch ein Stück weit Ehrlichkeit zeigen, das sonst in der Politik besser versteckt ist. Zuzugeben, selber nicht zu wissen, was der richtige Weg ist, aber Schritt für Schritt das Richtige nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden zu wollen – vielleicht hält sich ja davon auch im richtigen Leben nach der Krise ein Rest als Schutzschild gegen überbordenden Lobbyismus.

Als Freund … freue ich mich, wenn eine aufgebaute Basis auch nach Jahren wieder ganz selbstverständlich funktionieren kann. Das habe ich gerade im letzten Jahr wieder erleben dürfen, als mein früheres Trio „Plabsbüttel Comedy“ die gewonnene Weltmeisterschaft vor 25 Jahren gefeiert hat – mit Freunden aus der Zeit, zu denen der Kontakt zum Teil eingeschlafen war. Das war so, wie Klassentreffen sein wollen: sehr schön, persönlich, nah, vertraut, verbunden.

Als Kind … habe ich mir alles angesehen, was mit Zauberkunst und Entertainment zu tun hat. Und davon geträumt, das mal selber zu machen… Und tatsächlich habe ich schon bei der Abschlussfeier der Grundschule einen kleinen Auftritt gehabt – mit Tricks aus dem Zauberkasten „Der große Zaubermeister – 60 Tricks von 6 bis 60“. Ich werde demnächst mal überprüfen, ob diese Tricks mich auch jetzt noch überzeugen …

Die Corona-Frage: Was vermissen Sie in diesen Zeiten am meisten?
Natürlich die Familie, die Auftritte, das Publikum, das fröhliche Miteinander. Wobei ich zumindest in meinem Umfeld eine Art neuen gemeinsamen Nenner spüre: mehr Freundlichkeit. Rücksichtnahme wie das Ausweichen im Supermarkt gepaart mit einem Lächeln oder Zunicken zeugt von einer Wahrnehmung der Mitmenschen, die auch später im echten Leben gerne erhalten bleiben kann.

Bilder, die uns DESiMO noch von seinem Smarphone geschickt hat:

Zu Hause: Kochen, was sonst gar nicht in den Zeitplan passt wie Pizza und Nudeln selbstgemacht. Und unterwegs Beobachtungen, wie der gesperrte Spielplatz mit Platz, aber ohne Spielgeräte.

Foto: Barbara Dörmer

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Barbara Dörmer

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