Start Unternehmen Aktuell Sparkasse Hannover: Sehr zufriedenstellendes Jahr 2019

Sparkasse Hannover: Sehr zufriedenstellendes Jahr 2019

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Video-Pressekonferenz der Sparkasse: Sprecher Stefan Becker mit dem Vorstand: Marina Barth, Volker Alt und Kerstin Berghoff-Ising (v.l.). Foto: Barbara Dörmer
Das Geschäftsjahr 2019 sei „ein sehr zufriedenstellendes Jahr gewesen“, stellte Volker Alt bei der auf Youtube live abgehaltenen Bilanzpressekonferenz der Sparkasse Hannover mit.

Das starke Kundengeschäft habe Negativeffekte wie das niedrige Zinsumfeld kompensiert. Die Bilanzsumme legte um 1,2 Mrd. Euro auf 16,5 Mrd. Euro zu. „Das begeistert mich wirklich“, so Volker Alt, der seit Dezember als Vorstandsvorsitzender die Sparkasse Hannover leitet. Das operative Ergebnis erhöhte sich – höher als geplant – um rund 13 Prozent auf 125,2 Mio. Euro. Dies gehe laut Alt auf das 2016 gestartete Umbauprogramm ‚Sparkasse 2020‘ zurück, das effektivere Strukturen im Kundengeschäft und Kostensenkungen bewirkte.

Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung ist dem Immobiliengeschäft zuzuschreiben: Bei den privaten Baufinanzierungen hat sich der Bestand um 237 Mio. Euro auf 5,1 Mrd. Euro erhöht, bei den gewerblichen Baufinanzierungen um 420 Mio. Euro auf 3,0 Mrd. Euro. „Wir decken mit unseren Leistungen die gesamte Wertschöpfungskette im Immobiliengeschäft ab. Wir kaufen Flächen und entwickeln attraktive Projekte, die wir dann auch vermarkten oder verwalten können“, erklärte Kerstin Berghoff-Ising, im Vorstand unter anderem zuständig für das Regionalgeschäft mit Privat- und Firmenkunden. Beispiele für aktuelle Projekte sind der Gewerbepark Laatzen-Ost und in Hannover das City Gate Nord an der Vahrenwalder Straße oder der neue Stadtteil Kronsrode.

Weitere Ergebnisse: Der Zinsüberschuss bewegte sich mit 219 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau (223 Mio. Euro). Der Provisionsüberschuss lag mit 110 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert (98 Mio. Euro) – laut Alt „das beste Provisionsüberschussergebnis, das die Sparkasse in den letzten zehn Jahren erwirtschaftet hat.“ Der Bestand an Kundeneinlagen erhöhte sich erheblich um 889 Mio. Euro auf 12,9 Mrd. Euro. Um zu verhindern, dass die Einlagen unkontrolliert wachsen, hat die Sparkasse seit dem 1. April auch für Privatkunden ein Verwahrentgelt eingeführt, bei dem Neukunden ab einem Guthaben auf ihrem Girokonto von 100.000 Euro 0,5 Prozent Zinsen zahlen müssen. Für die privaten Bestandskunden will die Bank ein Verwahrentgelt erst ab 2021 einführen – und zwar ab einem Guthaben von 500.000 Euro. Das Kundenkreditgeschäft wuchs um rund 7 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro. Besonders gut entwickelte sich das Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen (plus 12,3 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro). Den gewerblichen Kunden wurden Kredite in Höhe von 1,7 Mrd. Euro zugesagt, „im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 37 Prozent“, so Marina Barth, stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Ein Problem sieht die Sparkasse darin nicht: „Wir machen uns keine Sorgen, dass uns das deutlich erhöhte Kreditgeschäft auf die Füße fällt“, antwortete Alt auf die entsprechende Frage eines Pressevertreters.

Wie sich die Corona-Pandemie auf die künftige Geschäftsentwicklung der Sparkasse Hannover und damit auf das Geschäftsjahr 2020 auswirken wird, ließe sich derzeit nicht seriös prognostizieren. „Wir fahren auf Sicht und konzentrieren uns jetzt voll und ganz darauf, dass unsere Kunden möglichst gut durch die Krise kommen“, erklärte Alt. Rund 1400 Anträge zur Aussetzung von Raten und Tilgungen von privaten und gewerblichen Kunden sind bislang bei der Sparkasse eingegangen. Darüber hinaus liegen etwa 75 KfW-Anträge vor.

Allgemein verzeichnet die Sparkasse einen Zulauf beim Online-Banking und bei Digitalsystemen. „Wir glauben schon, dass das Thema Digitalisierung und online jetzt einen Schub bekommt“, stellte Alt fest. Die Sparkasse orientiere sich am Bedarf seiner Kunden und werde ihre Angebote darauf anpassen. Aktuell sind 20 Sparkassen-Standorte geöffnet. Ob die Mitarbeiter zuhause oder im Büro arbeiten, ist freigestellt. „Jeder Mitarbeiter verfügt über ein IPad und kann entscheiden, wo er arbeitet“, so Kerstin Berghoff-Ising.

Bis 2022 investiert die Sparkasse rund 30 Mio. Euro in den Umbau ausgewählter Standorte. „Wir wollen die Filialen moderner machen, wir wollen sie öffnen gegenüber der Nachbarschaft“, sagte Alt. Den Anfang machen in diesem Jahr drei Standorte, eine davon ist die Filiale im Stadtteil Linden.