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Unternehmen gegen Corona (11): IGO3D – Mit 3D-Druck Lieferketten schließen

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Printfarm von IGO3D.
Teile für Gesichtsschilde aus dem 3-Drucker: Das macht ein junges hannovesches Unternehmen. Und will auch weitere Partner dafür gewinnen.

Der früh absehbare Mangel an Schutzkleidung und wichtigen Hilfsmitteln hat die hannoversche IGO3D GmbH auf den Plan gerufen: „In anderen Ländern hat sich bereits früh gezeigt, dass die Unterbrechungen in den globalen Lieferketten zu einer Verknappung von notwendigen Utensilien führen. Um dem entgegenzuwirken haben wir in Deutschland eine Initiative gestartet, um so viele Einrichtungen wie möglich vorab mit kostenfreien Gesichtsmasken auszustatten“, meint IGO3D-Geschäftsführer Athanassios Kotrotsios. Dabei werden Rahmen und Halterung mittels 3D-Druck hergestellt, das durchsichtige Visier besteht aus Laminierfolie und beides wird mit einem Gummiband verbunden.

Um die Initiative erfolgreich zu meistern, hat das junge Unternehmen eine Task Force gebildet, um die Bereiche Applikationsentwicklung, Netzwerkerweiterung und den Produktionsprozess abzudecken. Auf einen entsprechenden Aufruf hatten sich in kürzester Zeit bereits über 300 Organisationen gemeldet, die Gesichtsmasken benötigen. Um diese Nachfrage effektiv zu bedienen wurden die Kapazitäten innerhalb des Unternehmens kurzfristig erweitert. Mittlerweile bedienen mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schichtsystem die sogenannte Printfarm, um eine optimale Auslastung aller Desktop 3D-Drucker zu erreichen. Wiederum andere Kollegen unterstützen bei der Disposition und Logistik. Auch die Kollegen, die im Home Office tätig sind, engagieren sich bei diesem Projekt und produzieren Gesichtsmasken von zu Hause aus. „Ich freue mich sehr, dass unsere Mitarbeiter sich unermüdlich an dem Projekt engagieren und dadurch dieses Ergebnis ermöglichen. Wir konnten bereits um die 3000 Gesichtsmasken fertigen und diese an Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime, Diakonien und Unternehmen verteilen“, so Athanassios Kotrotsios.

Doch damit ist der Bedarf noch nicht gedeckt. Die IGO3D GmbH setzt auf weitere Unterstützung aus Politik und Wirtschaft, um eine ausreichende lokale Produktion von Gesichtsmasken sicherzustellen. Die Experten aus Hannover stellen hierfür die benötigte Lösung zur Verfügung und unterstützen die lokalen Produktionsstätten. Konkret bedeutet das: Wenn Unternehmen sich beteiligen wollen, erhalten sie von IGO3D die Druckdatei sowie eine Anleitung für die Produktion der Gesichtsmasken und können das Druckmaterial zum Selbstkostenpreis kaufen.

Die Gesichtsschilde bieten eine Möglichkeit, einer Tröpfcheninfektion entgegenzuwirken. Daneben gibt es aber bereits weitere Beispiele, wie die additive Fertigung bei der Krise optimal zum Einsatz kommt und benötigte Hilfsmittel direkt und schnell vor Ort gefertigt werden können. Bei den Hilfsmitteln handelt es sich unter anderem um Maskenhalter, Schutzvorkehrungen für Türgriffe, Abstrichbürsten oder Anschlüsse für Beatmungsgeräte. „Um auch bei diesen Applikationen bestmöglich zu unterstützen und eine Unterbrechung in der Lieferkette zu überwinden, stehen wir im direkten Austausch mit mehreren Institutionen und Universitäten und wirken bei der Anwendungsrealisierung sowie bei der Optimierung der Bauteile mit. Ich freue mich, dass wir gemeinsam einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten können.“

Die IGO3D GmbH gilt als Pionier für die Bereitstellung von professionellen Desktop 3D-Druck-Lösungen in der Region in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit einem eigenen Logistikzentrum, einer zertifizierten Werkstatt für Reparaturen und einem bewährten Vermarktungskonzept beliefert die IGO3D GmbH ihre Kunden mit 3D-Druck Produkten der namhaftesten Hersteller. Seit der Gründung 2013 wächst das Unternehmen stetig und beschäftigt inzwischen 40 Mitarbeiter.

In einer jetzt veröffentlichten Studie haben auch Forscher der Kühne Logistics University (KLU) in Hamburg zu medizinischen Lieferketten untersucht, wie mithilfe von 3-D-Druck die Ausbreitung von Covid-19 bekämpft werden kann. Schon jetzt wird diese Produktionstechnik genutzt, um medizinisches Equipment schnell und kostengünstig herzustellen, heißt es in einer Mitteilung. Dazu zählen vor allem Material für Beatmungsgeräte, medizinische Schutzkleidung wie Gesichtsschilder und Teststäbchen zum Nachweis von Covid-19. Der reguläre Markt für dieses Material ist derzeit nahezu leergefegt.

 

An dieser Stelle berichten wir über Unternehmen, die sich mit Ideen und Engagement, mit ihren Produkten und Dienstleistungen am Kampf gegen das Coronavirus beteiligen. Weitere Beiträge:

Hahnemühle: Papier gegen das Virus

Polyform: Mit Visieren in die Bresche

Continental: Medizin-Schläuche für die Lombardei

Agentur Sprachkultur: Kostenlose Telefonübersetzung

vph mit Partnern für Visier und Maske

Arineo unterstützt beim Einrichten von Home Office

VWN und Eventfirmen lassen Telemoritz erstrahlen

Wilvorst produziert Behelfs-Mund-Nasen-Masken statt Hochzeitsanzüge

DRELUSO stellt Händedesinfektionsmittel her

Hildesheimer Sparkasse liefert Bargeld nach Hause

IGO3D: Mit 3D-Druckern Lieferketten schließen

Noch mehr Teile aus dem 3D-Drucker

Maskenpflicht: Erkennung per KI und Tablet am Geschäftseingang

Laverana unterstützt Land Niedersachsen

Live-Konzerte und Kino als Autoevents

Kayser-Gruppe produziert Alltagsmasken im großen Stil

Online-Plattform bietet Masken-Info

Fidlock spendet Schutztaschen für die Medizin

Continental liefert Bezüge für Aufwachliegen

Aus dem Drucker was für die Ohren

Bebek Racewear – Masken vom Rennanzug-Hersteller

VGH startet Spendenaktion in der Krise

Continental-Mitarbeiter engagieren sich weltweit

Nord/LB-Belegschaft unterstützt soziale Einrichtungen

Wertgarantie-Webinare für Fachhändler

Ottobock erweitert Produktpalette und spendet

Hahnemühle spendet fast 160000 Alltagsmasken aus eigener Produktion

Sartorius fördert Forschungsprojekt der Uni-Medizin

Lyreco spendet FFP2-Masken an Klinikum Görlitz

Fruchtsaft von Beckers für soziale Einrichtungen

Laptops helfen Schüler beim digitalen Lernen

PB 0110 produziert nachhaltige „Puremasks“

Deutsche Bank spendet für Diakonie

 

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Klaus Pohlmann

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