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Mit Spitzenleistung nach Kasan

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Steffen Weißmann ist froh, dass seine beiden Arbeitgeber ihn bei der Teilnahme an den Berufs-Wettbewerben unterstützt haben. Foto: Georg Thomas

Steffen Weißmann ist Deutscher Meister. Beim Wettbewerb unter den besten Fachinformatikern des Landes belegte er 2019 den ersten Platz, was ihm die Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften einbrachte.

Lingen, Stuttgart, Budapest und Kasan: Vier Orte, an denen Steffen Weißmann in den letzten Jahren bereits sein Können und Wissen unter Beweis stellen konnte. Der 22-Jährige aus Lamspringe zählt zu den besten Fachinformatikern Deutschlands, weshalb er in den vergangenen Jahren auch an einer Welt- und einer Europameisterschaft der Berufe teilnehmen durfte. Nicht zu vergessen die Deutsche Meisterschaft, die er in seinem Beruf in der Fachrichtung Systemintegration 2019 gewann.
„Das waren großartige Erfahrungen, die ich machen konnte“, sagt Weißmann, der inzwischen bei der Computacenter-Niederlassung in Hannover als sogenannter IT-Associate arbeitet. Bei ihm heißt das derzeit, er ist Ansprechpartner für Kunden, für die er sich um technische Lösungen kümmert und diese bei den Unternehmen auch direkt umsetzt. Er arbeitet meist bei den Kunden direkt oder im Home-Office – zumindest war das vor der Corona-Krise so.
Wie wird man in so jungen Jahren quasi zum Weltreisenden? Mit Talent und Begabung muss man wohl im Fall von Steffen Weißmann sagen, der beinahe zufällig sein Interesse für die IT in der Schule entdeckte. Nachdem ein Lehrer sein Können bemerkt hatte, war er noch als Schüler schnell für die gesamte IT-Technik der Realschule verantwortlich. Zusammen mit einem Klassenkameraden kümmerte er sich um die Geräte der drei Laptopklassen und der Computerräume, inklusive Schulserver. Über Youtube-Videos und Tutorials brachte er sich in der Freizeit die ersten Schritte im Programmieren bei. „Dann war irgendwann auch klar, dass ich später mal in einem solchen Bereich arbeiten wollte“, erinnert sich Weißmann, der mit seinem erweiterten Realschulabschluss im Sommer 2016 eine Ausbildung zum Fachinformatiker beim Systemhaus Anders & Rodewyk in Hannover begann.

Start im WM-Fußballstadion
Es war seine Berufsschullehrerin Almut Leykhauff-Bothe, die ihn dazu ermunterte, sein Können auch im Wettbewerb zu beweisen. Erst gewann er den Schulentscheid, dann reiste er zu den Niedersachsen- und dann zu den Deutschen Meisterschaften. Es folgten die großen Wettbewerbe in Budapest und dem russischen Kasan, die fast ein wenig an die großen Olympischen Spiele erinnern. In Russland etwa sind die Teilnehmer aller Länder, die ja in ganz verschiedenen Berufen ihr Können messen, in einer feierlichen Zeremonie in das große WM-Fußballstadion eingezogen. Etwa anderthalb Wochen war Weißmann in Kasan, wo er am Ende 19. von 27 Teilnehmern wurde. „Insbesondere die Asiaten spielen in einer eigenen Liga“, sagt er.
Mit seiner früheren Lehrerin, der Oberstudienrätin aus dem Fachbereich Informatik der Multi-Media-BBS Hannover, steht der 22-Jährige noch heute immer mal wieder im Austausch, auch weil er andere besonders begabte Azubis unterstützen möchte. Leykhauff-Bothe ist sogenannte Bundesexpertin für den Beruf Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration, das heißt sie betreut Azubis aus ganz Deutschland, die das Können für die Teilnahme an den großen Wettbewerben mitbringen. Und die hannoversche Berufsschule ist Bundesleistungszentrum und gerade erst vom Netzwerkausrüster Cisco als besonders guter Ausbildungsort weltweit geehrt worden.
Aufgrund seines besonders guten Berufsabschlusses als Fachinformatiker wurde Steffen Weißmann Teil der beruflichen Begabtenförderung. „Ich habe von dieser Möglichkeit erst durch den Brief der IHK erfahren.“ Da er in seiner Prüfung mehr als 93 Punkte von 100 erreicht hatte, konnte er sich um das sogenannte Weiterbildungsstipendium bewerben, was im Fall des 22-jährigen Fachinformatikers auch gelang. Weißmann entschied sich für den Abschluss des „Operativen Professionals“, einen Online-Kurs, den er abends absolvierte. Bis auf den zehnprozentigen Eigenanteil übernahm das Programm die Kosten in Höhe von rund 6500 Euro. „Das ist schon eine tolle Sache. Ich kann nur jedem empfehlen, der es kann, sich zu bewerben und diese Chancen zu nutzen.“