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LoLa, der dritte

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Michael Albert hat heute in Hannover seinen dritten LoLa-Laden eröffnet. Foto: Barbara Dörmer

Es ist kurz nach zehn: Michael Albert eröffnet seinen dritten Loseladen – LoLa – in Hannover. Auf der Lister Meile 64 bietet der 59-Jährige mehr als 400 Lebensmittel, Kosmetika und Haushaltswaren ohne Verpackungen an. Während die LoLa-Mitarbeiter noch einige leere Spender befüllen, kommen die ersten Kunden. Schnell ist es voll bei LoLa. Neugierige Menschen aus allen Altersschichten schauen sich um. „Wir haben fast jede Woche einen gelben Sack mit Verpackungsmüll“, so Janike Minde (32), die mit ihrer kleinen Tochter im Tragetuch gekommen ist. „Das kann nicht sein –  zumindest einige Sachen kann man sicher unverpackt besorgen.“

Michael Albert hat seine erste Filiale 2016 am Stephansplatz in Hannovers Südstadt eröffnet, zwei Jahre später folgte eine weitere Filiale am Pariser Platz in Linden-Mitte. Inzwischen beschäftigt der gelernte Tischler 30 Mitarbeiter und bildet als erster Unverpackt-Laden Deutschlands junge Menschen zu Kaufleuten aus. Ein weiterer Unterschied zu anderen Unverpackt-Läden: Albert hat die Selbstbedienungsspender in seinen Läden selbst entwickelt und produziert. Das System hat er sich patentieren lassen. Aus den aus Glas, Edelstahl und Holz konstruierten Spendern können sich die Kunden trockene und flüssige Produkte in mitgebrachte oder im Laden erhältliche Behälter in der gewünschten Menge abfüllen. Das Sortiment reicht von Haferflocken über Crunchymüsli, Penne oder Reis bis hin zu Geschirrspülmittel, Nougat Crisp oder Quark. Besonders beliebt bei den Kunden ist laut Albert die Milch, die zwei bis drei Mal pro Woche frisch geliefert wird, und in einer  Milchzapfanlage zum Zapfen bereit steht. „Das kriegt man sonst nirgendwo, auch nicht im Biohandel“, so Michael Albert. „Auch der Kaffee verkauft sich sehr gut. Und die Süßigkeiten gehen wie geschnitten Brot. Außerdem die Cerealien, die braucht man ja auch in großen Mengen.“

Die Finanzierung des dritten Ladens lief über Spenden und Kredite von Privatleuten, die sich auf einen Facebook-Aufruf meldeten. Zudem hat Hannoverimpuls eine Crowdfunding-Kampagne durchgeführt; dabei wurden 65 000 Euro eingeworben.