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Easy Display – Fast wie eins

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Markus (oben) und Michael Goch.
Markus (oben) und Michael Goch.

ZEITGLEICH kommt die Antwort. Im Charakter und in ihren Fähigkeiten sind sie „verschieden“, sagen Markus und Michael Goch wie aus einem Mund. Aber sie bringen diese Unterschiede zusammen, erklären die beiden. Wobei der eine den Satz beginnt, der andere ihn nahtlos fortsetzt. Das passiert häufiger, und man fragt sich, ob sie es überhaupt merken.

Zusammen, das ist das Thema der Gochs. Zusammen, auch im Gegensatz zu allein. Und wie tief das reicht, ahnt man nach einem Satz wie diesem: „Wir verstehen ´allein ´ nicht, sagt Markus und meint sich und seinen Bruder. Sie haben schon Probleme mit dem Begriff – wie ein Nicht-Zwilling umgekehrt mit ihrer intensiven Form des „Zusammen“. Einmal waren sie für längere Zeit getrennt, mit 17, als sie in den USA waren. Aber sofort verbessern sie sich: Nein, nicht getrennt. Nur nicht am gleichen Ort.

Foto: Redaktion
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Dort, im Mutterland dieses Sports, spielten sie Basketball. In Hannover führten sie dann die UBC Tigers professionell von der Bezirksklasse in die 2. Bundesliga, erst als Spieler, dann als Trainer, als Sportverantwortliche und Manager. Zeitgleich seit 2003, als Zwillingsprojekt sozusagen, bauten die Gochs mit der Easydisplay GmbH ein Unternehmen auf, dass fürs Marketing die Dinge liefert, für die manchmal deutsche Wörter schlicht fehlen: Displays natürlich oder Roll-ups. Messetheken, Kundenstopper, Projektständer. Schon lange gibt es Niederlassungen in China und – aus Familiengründen naheliegend – in Kolumbien. Als es 2014 mit dem Basketball in Hannover nicht weiterging, trieben sie einen neuen, nach wie vor heiß diskutierten Unternehmenszweig voran: im Kern E-Zigaretten und E-Liquids – das, was in der Tabakindustrie Next Generation Products heißt. Alternativen zum Verbrennen gesucht: Die Branche ist nicht weniger im Umbruch als die Autoindustrie. Mit XEO, so heißt die Dachmarke, wollen die Gochs da mitmischen. Vom CD-Werk EDC, das kurz vor dem Aus noch in den Markt der E-Zigaretten einstieg, haben sie die Abfüllanlage übernommen und betreiben sie als eigene Firma. Der dritte Zweig, auf dessen Entwicklung sich die Brüder gerade konzentrieren, bewegt sich erst recht im Spannungsfeld zwischen gerade laufender Regulierung und gesellschaftlicher Akzeptanz: Cannabis – soweit es die gesetzlichen Vorgaben aktuell erlauben. „Unsere Mitarbeiter machen ganz schön große Augen, wenn wir mit so einem Thema um die Ecke kommen, vor allem die Rechtsabteilung“, sagt Michael Goch. Aber irgendwann wird der Schalter umgelegt, das Thema wird rund, die Mannschaft funktioniert.

Zwischen 60 und 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen die Gochs heute. An den Büros stehen nur Vornamen: ein Team. Das Ich spielt für die Zwillinge eine wichtige Rolle, aber nicht die erste. „Jeder will seine Identität wahren“, sagt Markus Goch. Das soll auch so sein: Die Zwillinge wollen ausdrücklich mündige Leute mit eigenem Kopf. Die dann aber die Rolle im Team finden, die sie am besten spielen können und – vor allem – wollen.

Das Spannungsfeld zwischen zusammen und allein: es ist das Thema der Zwillinge. Das Schlimmste: Wenn jemand den Fehler eines anderen zulässt, um selbst besser dazustehen. Und sich dann sogar über die Niederlage des Teams freut. Markus Goch wird mehr als deutlich: „Das ist die Pest.“ Hier spricht der Mannschaftsspieler.

Dieser Geist trägt. Wenn sie jetzt den großen internationalen Tabakkonzernen eine Sicherheitslösung für E-Zigaretten vorstellen, nennen sie das Champions League. Das letzte große Spiel, das Endspiel. „Und es ist genau wie früher“, sagt Michael Goch. „Sobald wir den Fuß auf den Court setzen, dann sind wir voll da. Dann können Sie sicher sein, dass wir was in der Tasche haben.“ Und im besten Fall funktioniert die Mannschaft so gut, dass aus dem Zusammen ein Eins wird. Wie bei den Brüdern Markus und Michael Goch.