Start Unternehmen Dicht Dran EMO 2019: Das Teil im Mittelpunkt – und trotzdem digital

EMO 2019: Das Teil im Mittelpunkt – und trotzdem digital

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Komplexes Implantat: Dr. Manuel Thomä von Trumpf zeigt die Möglichkeiten des 3D-Drucks - ein Thema bei der EMO 2019.
Rund zehn Wochen vor dem Start der EMO in Hannover zeigt sich ein steigendes Interesse asiatischer Aussteller an der Metallbearbeitungsmesse. Insgesamt liegt der Anmeldestand leicht über den Zahlen vor zwei Jahren.

 

Für die sechs EMO-Tage vom 16. bis zum 21. September zeichnet sich eine höhere Beteiligung aus Asien ab. Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des EMO-Veranstalters VDW, des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, beobachtet auch grundsätzlich eine steigende Exportorientierung asiatischer Anbieter von Metallbearbeitungsmaschinen. Für die Messe heißt das: Rund 30 Prozent der Aussteller, die sich bislang angemeldet haben, kommen aus Asien. Bei der bislang letzten Veranstaltung 2017 waren es zum gleichen Zeitpunkt 23 Prozent. Zwar werden sich in den kommenden Wochen verstärkt noch Unternehmen aus Deutschland oder Europa anmelden, trotzdem geht VDW-Chef Schäfer von einer stärkeren Präsenz der Anbieter aus China, Japan, Korea oder Indonesien aus.

Bis zum Juni verzeichneten die Veranstaltung insgesamt gut 2100 Anmeldungen, knapp zwei Drittel aus Europa. Vor zwei Jahren pendelte sich die Ausstellerzahl endgültig auf 2226 ein. Insgesamt werden nahezu 50 Länder bei der EMO 2019 vertreten sein. Sie belegen mit 170.000 Quadratmetern Netto-Ausstellungsfläche mit 17 Hallen weite Teile des hannoverschen Messegeländes – eines der wenigen, auf dem eine Veranstaltung wie die EMO überhaupt stattfinden kann.

Knapp die Hälfte der 130.000 Fachbesucher reiste 2017 aus dem Ausland an, aus insgesamt rund 160 Ländern. Zum Anspruch der EMO als Weltleitmesse der Metallbearbeitung passt auch die Presseresonanz Anfang Juli bei der Messevorschau mit mehr als 80 Journalisten aus über 30 Ländern.

Eine Industriemesse ohne das Thema Digitalisierung ist heute schlechterdings kaum denkbar. Und doch, darauf wies VDW-Geschäftsführer Schäfer hin, steht bei der EMO-Branche doch immer ein Teil, das produziert wird, im Mittelpunkt – das bearbeitete Metall, durch spanen, fräsen, bohren oder schleifen. Aber Industrie 4.0 steht bei allem mindestens im Hintergrund. Die einschlägigen Begriffe wie vorausschauende Wartung, bekannt eher als Predictive Maintenance, Prozessüberwachung, Künstliche Intelligenz und lernende Maschinen finden sich im Veranstaltungsprogramm ebenso wie das Stichwort 5G. Das Internet der Dinge, also die Vernetzung von Maschinen, wird ein Schwerpunkt der diesjährigen EMO sein, unter Industrie 4.0 ist Thema einer Sonderschau. Der VDW kommt aber noch mit einem eigenen Thema: In Hannover wird der vom Verband seit 2016 vorangetriebene Schnittstellenstandard für Werkzeugmaschinen gezeigt, sozusagen die gemeinsame Sprache für die Industrie 4.0. Im Kern leistet umati, so heißt der Standard, eine neutrale, offene Anbindung von Maschinen an übergeordnete IT-Systeme. Auf der EMO zeigen 50 Unternehmen die Anbindung ihrer jeweils unterschiedlichen Systeme über die Schnittstelle an eine IT-Plattform, die von der Deutschen Telekom gestellt wird. Der VDW arbeitet daran, den Standard international zu etablieren.

„Natürlich sind wir auch bei umati dabei“, sagte Dr. Manuel Thomä, Pressesprecher bei Trumpf in Ditzingen. Der schwäbische Maschinenbauer kommt aber mit einem weiteren Thema zur Emo, das zu den aktuell prägenden Industrietrends gehört: 3D-Druck. Thomä präsentierte in Hannover unter anderem ein Knochenimplantat aus Titan als Beispiel für heute mögliche Anwendungen.

Trumpf kommt aus einer Region, die auf der EMO stark vertreten ist. Auch Bayern und Nordrhein-Westfalen liegen weit vorn. Aus ganz Niedersachsen haben sich bislang rund 30 Aussteller angemeldet. Zwar sieht VDW-Geschäftsführer Schäfer durchaus noch weiteres Potenzial, weist allerdings auch darauf hin, dass die niedersächsische Industrie eher zu den Anwendern dessen gehört, was die EMO zeigt.

Neben einem Recruitung-Bereich, in dem Unternehmen die dringend benötigten Fachkräfte finden können, wird es in diesem Jahr in Hannover erneut die Sonderschau Jugend geben. Auf 1000 Quadratmetern sollen Schüler und, das betont Wilfried Schäfer, auch ihre Lehrer auf die metallbearbeitenden Berufs aufmerksam gemacht werden. Die Klassen werden auf Anfrage mit Bussen nach Hannover gebracht – soweit das Kontingent eben reicht.

www.emo-hannover.de

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