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Der Wettbewerber

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Wachstumsträger: Die htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann (r.) und Karsten Schmidt setzen auf Glasfaserkabel.

Nach Glasfaser kommt nichts mehr: Die htp GmbH setzt voll auf diese Technik, selbst wenn sie in Gebäuden heute auch über Kupferkabel Übertragungsraten bis zu einem Gigabit schafft. Auch in der 5G-Ära sieht htp Glasfaser als Rückgrat der Infrastruktur. Investitionen in diese Technik gehören zum Fundament, auf dem Unternehmen weiter wachsen soll.

„Glasfaserausbau findet nur im Wettbewerb statt“, sagte htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann bei der Bilanzpressekonferenz in Hannover. Was aus Sicht Heitmanns bedeutet, dass htp nicht nur durch den Leitungsbau selbst, sondern auch in der Rolle des Wettbewerbers den Glasfaserausbau in der Region vorantreibt.

Größtes Projekt ist zurzeit der Bau eines Netzes im Landkreis Hameln-Pyrmont: Glasfaser in einem Ring um die Stadt Hameln, in einem Gebiet, das durch die Städte Hessisch Oldendorf, Coppenbrügge, Salzhemmendorf und Emmerthal markiert wird. Rund 11.000 Hausanschlüsse, etwa 14.600 Haushalte von den 70.000 des Landkreises insgesamt will htp Jahren mit 323 Verteilern und über 480 Kilometer verlegtem Kabel erschließen. Investitionssumme in den kommenden vier Jahren: rund 60 Mio. Euro.

Der Bau des Glasfasernetzes im Auftrag des Landkreises Hameln-Pyrmont lässt die Umsatzerwartung bei htp für 2019 auf über 87 Mio. Euro hochschnellen. Den Start 2019 bezeichnete Thomas Heitmann insgesamt als „extrem glänzend.“ Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 70,3 Mio. Euro um – erstmals steht die Sieben vorne, so Heitmann: „Das haben wir uns gewünscht, ist gut fürs Auge.“ Das Umsatzwachstum 2018 liegt mit 2,5 Prozent über Plan. Auch beim Ergebnis und beim Ebit landete htp über den ursprünglich angepeilten Zielen, allerdings jeweils unter den Werten des Vorjahres. Das Ergebnis sank um 2,2 Prozent auf rund 2,7 Mio. Euro, das Ebit um 2,9 Prozent auf 4,8 Mio. Euro. Das hatte man bei htp aber einkalkuliert: Grund für den Rückgang seien die über Plan gestiegenen Kundenzahlen und der damit verbundene höhere Aufwand, heißt es. Thomas Heitmann wies auf die grundsätzliche Ausrichtung von htp hin, die vor allem den Umsatz im Blick hat: Maximales Wachstum bei stabilen Ergebnissen, so der htp-Chef.

Die Zahl der Privatkunden kletterte um 3,6 Prozent und erreichte mit knapp 101.500 in den sechsstelligen Bereich. Geschäftskunden zählt htp jetzt etwa 10.300, ein Plus von 2 Prozent im vergangenen Jahr. Das Unternehmen strebt immer ein Verhältnis von etwa zehn zu eins zwischen Privat- und Geschäftskunden an. Beide Gruppen steuern jeweils etwa die Hälfte zum htp-Umsatz bei.

Im laufenden Jahr will der Telekommunikationsanbieter seine Mitarbeiterzahl auf 242 steigern. Aktuell sind es gut 220, im vergangenen Jahr kamen elf hinzu.

Zurzeit erschließt htp in Hannover rund 6000 Wohneinheiten der hannoverschen Wohnungswirtschaft. Damit werden dann insgesamt 21.000 Wohnungen in der Landeshauptstadt mit einem Fernsehsignal versorgt. Für htp ist die Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft ein inzwischen etablierter Weg zu neuen Kunden. Auch im Zuge des Glasfaserausbau rund um Hameln will man in der Stadt selbst, wo htp kein Kabel verlegt, über die Zusammenarbeit unter anderem mit den Stadtwerken tätig werden. Karsten Schmidt, ebenfalls Geschäftsführer bei htp, wies auf die technischen Möglichkeiten hin, über relativ kurze Strecken in Gebäuden auch über Kupferkabel Übertragungsraten von bis zum einem Gigabit zu schaffen: G.Fast heißt die Technik.

Aus seiner Sicht ist aber Glasfaser das „finale Medium“ – und auch eine flächendeckende 5G-Versorgung kommt nicht ohne aus. Es müssen nach seinen Worten nicht nur deutlich mehr Mobilfunkmasten für den neuen Standard her – sie müssen auch über Glasfaser angeschlossen werden. Zunächst, das machte Schmidt aber ebenfalls deutlich, sei 5G eine Technik beispielsweise für die industrielle Anwendung auf begrenzten Flächen.