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Die neue Nord/LB: Der Plan steht

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Der Nord/LB-Vorstand bei der Bilanzpressekonferenz. In der Mitte: Vorstandschef Thomas Bürkle.
Über die Zukunft der Nord/LB. wurde in den vergangenen Wochen intensiv diskutiert. Bei der Bilanzpressekonferenz legte Vorstandschef Thomas Bürkle das Konzept vor – frisch aus dem Drucker, wie er betonte. Kleinere Anpassungen sind also noch möglich, aber der Rahmen steht.

Nord/LB-Chef Thomas Bürkle ließ es sich nicht nehmen, seine Mannschaft zu loben: Unter Druck, sagte er, ist die Bank richtig gut. Und wie groß in den vergangenen Monaten der Druck war und noch immer ist, wurde in aller Öffentlichkeit sichtbar. Bei der Bilanzpressekonferenz legte Bürkle den Plan für die „neue“ Nord/LB vor. Der Vorstandsvorsitzende sieht die Bank damit in sicherem Fahrwasser. Ziel ist die Umsetzung dieses Plans bis spätestens 2024. Und so sieht aus.

Der Kapitalbedarf der Nord/LB wird mit einer Summe von 3,64 Mrd. Euro gedeckt. Davon sind 800 Mio. Euro nicht als Kapitalspritze eingerechnet, sondern sollen über kapitalentlastende Maßnahmen den Geldbedarf vermindern. Aufbringen müssen die Träger damit knapp 2,84 Mrd. Euro. Davon kommen rund 1,5 Mrd. Euro vom Land Niedersachsen, etwa 200 Mio. Euro vom Land Sachsen-Anhalt und fast 1,14 Mrd. Euro aus der Sparkassen-Finanzgruppe.

In den kommenden fünf Jahren soll die Bilanzsumme der Nord/LB auf rund 95 Mrd. Euro sinken. Heute sind es noch rund 154 Mrd. Euro – und das bereits nach einem jahrelangen Schrumpfungsprozess: Die Bank erreichte 2010 eine Bilanzsumme von über 228 Mrd. Euro.

Die Mitarbeiterzahl soll spätestens 2024 die Zielvorgabe von rund 3200 erreichen. Bereits das laufende Restrukturierungsprogramm „One Bank“ sah bis 2020 einen Abbau von 1250 Stellen vor. Mehr als 800 freiwillige Vereinbarungen habe man bereits erreicht, hieß es bei der Bilanzpressekonferenz. Jetzt kommt der Abbau von 1000 weiteren Stellen hinzu – „so sozial wie möglich“, sagte Vorstandschef Thomas Bürkle. Es sei noch zu früh, um zu sagen, wo genau die Jobs abgebaut würden.

Die Nord/LB wird komplett aus dem Geschäft mit Schiffskrediten aussteigen. Das gilt sowohl für die faulen Kredite, die die Schieflage der Bank ausgelöst hatten, als auch für den gesunden Teil des Schiffsportfolios. Die notleidenden Schiffsfinanzierungen, das so genannte NPL-Portfolio für non performing loans, sind jetzt nach den Worten von Bürkle durch eine entsprechende Risikovorsorge komfortabel abgeschirmt. Der bereits vereinbarte Verkauf von überwiegend notleidenden Schiffskrediten in einem Umfang von 2,6 Mrd. Euro soll noch vor Ostern endgültig unter Dach und Fach sein. Der Rest mit einem Umfang von 4,9 Mrd. Euro soll möglichst schnell abgebaut werden. Dazu gibt es eine 100 Mitarbeiter starke Mannschaft innerhalb der Bank. Wenn auch die gesunden Schiffskredite ausgelaufen sind, ist die Nord/LB kein Schiffsfinanzierer mehr.

Die Braunschweigische Landessparkasse bleibt Teil der Nord/LB. Das Institut bringt positive Ergebnisse, „es läuft“, sagte der der zuständige Nord/LB-Vorstand Christoph Schulz. Es sei aber aufwändig, das Institut aus der Landesbank herauszulösen. Außerdem ist ein hoher dreistelliger Millionenbetrag erforderlich, um die Landessparkasse auf eigene Beine zu stellen.

Auch die Deutsche Hypothekenbank bleibt nach heutigem Stand Teil der Nord/LB. Ob das auch mittelfristig so bleibt, werde man sehen, so Vorstandschef Bürkle.

Nord/LB-Vorstandschef Thomas Bürkle.

Mit Landessparkasse und Hypothekenbank sind bereits Felder in der künftigen Ausrichtung der Nord/LB beschrieben: Das Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden und auch Immobilien gehören dazu. Im Firmenkundengeschäft hat sich die Nord/LB nach eigenen Angaben zu einem der bedeutendsten Finanzierer des deutschen Mittelstands entwickelt. Bleiben sollen auch die anderen Geschäftsbereiche, etwa Spezialfinanzierungen im Bereich Energie- und Infrastruktur oder Flugzeuge. Alle Bereiche außer der Schiffsfinanzierung lieferten 2018 auch positive Vorsteuerergebnisse – unter dem Strich (nach Verwaltungskosten und Risikovorsorge) 612 Mio. Euro. Aber auch für diese gesunden Bereiche gilt, dass sie kleiner werden müssen.

Trotz schwarzer Zahlen in allen anderen Geschäftsbereichen: Die Probleme bei der Schiffsfinanzierung konnten sie nicht auffangen. Wie schon Wochen vor der Bilanzpressekonferenz bekannt wurde, führte die Risikovorsorge in diesem Bereich zu einem Jahresverlust von rund 2 Mrd. Euro.

Auch 2019 rechnet Nord/LB-Chef Thomas Bürkle mit roten Zahlen. Verantwortlich dafür werden insbesondere die Restrukturierungskosten sein. Dafür wird die Bank insgesamt 1 Mrd. Euro aufwenden. Neben Rückstellungen für den Personalabbau geht es dabei auch um den Umbau der IT. Bürkle sagte, er sei relativ zuversichtlich, dass bei den kommenden Bilanzvorlagen der Nord/LB die „Schiffsproblematik“ nicht mehr die führende Rolle spielt.

Ab 2020 will die Bank wieder schwarze Zahlen schreiben. Im Rahmen der Restrukturierungspläne wird eine Eigenkapitalrendite von über 8 Prozent angestrebt. Das sei zum Teil eine von der Europäischen Kommission getriebene Vorgabe. Auf diese Rendite – Bürkle: „ambitioniert, aber erreichbar“ – sei das Geschäftsmodell der „neuen“ Nord/LB ausgelegt.